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Fusionen allein helfen Krankenhäusern nicht weiter

19.10.2005 - (idw) Fachhochschule Osnabrück

Beim 4. Osnabrücker Gesundheitsforum haben renommierte Gesundheitsmanager über Trends der Zusammenlegung der medizinischen Einrichtungen diskutiert. "Fusion oder Konfusion - Erfahrungen aus Sicht des Managements" war das Thema der Veranstaltung, die Gesundheitswissenschaftler der Fachhochschule Osnabrück ausgerichtet haben.

Experten haben weitgehend akzeptiert, dass sich das Gesundheitswesen als ein wichtiger Teil der Volkswirtschaft nicht den Regeln des freien Marktes entziehen kann. Die Marktorientierung und der Wettbewerb unter Krankenhäusern sind in der heutigen Gesundheitspolitik selbstverständlich. Neu ist dagegen die Strategie, mit der viele Gesundheitsmanager neue Herausforderungen meistern wollen. Durch den Druck, immer bessere Leistungen schneller und günstiger als die Konkurrenz anzubieten, sehen viele Kliniken oft nur eine Lösung: Wachstum durch Fusion.

Dass die Zusammenlegung einzelner Krankenhäuser jedoch kein Zaubermittel ist, betonten Manager aus großen Gesundheitseinrichtungen, die bereits über Erfahrungen mit Kooperationen und Fusionen verfügen.

So berichtete Peter Jacobs, Pflegedirektor des Klinikums der Ludwig Maximilians Universität München, über die Auswirkungen einer Fusion auf das Personalmanagement, die sich wesentlich vom geplanten Idealfall unterschieden.

Franziska Mecke, Direktorin der Berliner Vivantes Netzwerk für Gesundheit GmbH, setzte ihren Schwerpunkt auf die Verbesserung der Strukturen und Prozesse bei der Zusammenlegung von neun Berliner Krankenhäusern. Die einzige Überlebenschance war nach ihrer Aussage die sozialverträgliche Verschlankung des Unternehmens.
Barbara Schulte, Vorstand im Universitätsklinikum Kiel/Lübeck, bewertete die von der Politik verordnete Fusion der beiden Universitätsklinika in Schleswig-Holstein. Sie hob dabei die notwendige, aber sehr schwierige Anpassung von zwei unterschiedlichen Unternehmenskulturen heraus.

Dr. Sveneric Svensson, Direktor des medizinischen Programms des schwedischen Capio-Konzerns, stellte die Expansionsstrategie seines Gesundheitsunternehmens auf dem europäischen Gesundheitsmarkt vor.

Prof. Dr. Siegmar Streckel von der Fachhochschule Osnabrück beleuchtete die Fusionen aus kartellrechtlicher Sicht. Dabei zeigte er die unterschiedlichen Sichtweisen des Kartellamtes und der betroffenen Unternehmen auf und machte einen Ausblick auf die zukünftige Wettbewerbssituation im Gesundheitsmarkt.

In Vorträgen und Diskussionen kamen auch positive Auswirkungen von Fusionen zur Sprache. So waren sich die Teilnehmer darüber einig, dass Unternehmensverbindungen auch Synergieeffekte bewirken und die Marktposition der beteiligten Kliniken festigen können.
Weitere Informationen: http://www.wiso.fh-osnabrueck.de/9837.html
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