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Wie kommunizieren Krankenhäuser miteinander?

19.10.2005 - (idw) Fachhochschule Osnabrück

Die Sektion Informatik im Gesundheitswesen an der Fachhochschule Osnabrück hat eine umfangreiche Befragung aller deutschen Krankenhäuser begonnen. Thema dieses "IT-Reports Gesundheitswesen 2005" sind aktuelle Trends im Umgang mit der elektronischen Patientenakte. Wer kennt das nicht: Man wird krank und muss nun seine Leidensgeschichte den behandelnden Ärzten zum wiederholten Male erzählen. Denn die Kommunikation zwischen verschiedenen Gesundheitseinrichtungen läuft häufig schlecht - das ergeben Untersuchungen von Dr. Ursula Hübner, Professorin für Informatik im Gesundheitswesen an der Fachhochschule Osnabrück. "Die noch üblichen Arztbriefe in Papierform helfen kaum weiter", sagt die Forscherin. "Sie sind nicht in der Lage, vielfältige Daten angemessen festzuhalten und schnell an die weiterversorgende Institutionen zu übermitteln". Die Lösung lautet: elektronische Kommunikation im Gesundheitswesen auf Basis einer elektronischen Patientenakte.

In ihrer Studie aus dem Jahr 2002, an der sich 600 deutsche Akutkrankenhäuser beteiligt haben, hat Prof. Hübner festgestellt, dass nur 19 % der Krankenhäuser eine elektronische Patientenakte besitzen. Dagegen wurden in Labors, Stationen und klinischen Arbeitsplätze genügend Computer eingesetzt, die Mitarbeiter konnten einander mit notwendige Daten versorgen.

Die aktuelle Studie will feststellen, ob sich die elektronische Kommunikation in Gesundheitseinrichtungen verbessert hat. In einer bundesweiten Fragebogenaktion werden die Forscher der FH Osnabrück in jedem Akutkrankenhaus den kaufmännischen Geschäftsführer, den Ärztlichen Direktor und die Pflegedienstleitung dazu befragen. Ihr besonderes Interesse gilt dabei der Nutzung der elektronischen Patientenakte, der Zusammenarbeiten von verschiedenen Gesundheitseinrichtungen sowie der Weiterentwicklung ihrer IT-Ausstattung. In Niedersachsen werden die Wissenschaftler zudem Experteninterviews durchführen, um eine vertiefte Analyse der hiesigen Entwicklung zu ermöglichen.

Auch für das kommende Jahr ist eine ähnliche Umfrage geplant. Von den Ergebnissen dieser Studien werden die Herstellern der IT-Produkte, die Gesundheitseinrichtungen und somit auch die Patienten profitieren. Denn durch die Auswertung der Ergebnisse werden auch Verbesserungsmöglichkeiten deutlich. Aber auch die Politik benötigt statistische Daten dieser Art. Damit kann sie gezielt Förderungsmaßnahmen initiieren, wenn Defizite erkennbar werden.

Der IT-Report Gesundheitswesen 2005-2006 wird von der Arbeitsgruppe Initiative Projekte des niedersächsischen Wissenschaftsministeriums mit 100.000 EURO gefördert.

Weitere Informationen zum Projekt erteilt Björn Sellemann unter Tel.: 0541/969-3692 und E-Mail: b.sellemann@fh-osnabrueck.de.
Weitere Informationen: http://Die Projektbeschreibung im Internet: http://www.wiso.fh-osnabrueck.de/it-report.html
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