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Ohrakupunktur gegen Schmerzen nach Hüft-OP - Schmerzpreis an Greifswalder Forscher

20.10.2005 - (idw) Deutsche Gesellschaft zum Studium des Schmerzes e.V. (DGSS)

Patienten, die nach dem Einsatz einer künstlichen Hüfte gegen ihre Schmerzen eine Ohr-Akupunktur erhalten, benötigen weniger Schmerzmittel. Das fanden Dr. Taras I. Usichenko und seine Mitarbeiter von der Universitätsklinik der Ernst-Moritz-Arnd-Universität Greifswald heraus. Für ihre Studie wurden sie beim Deutschen Schmerzkongress in Bremen von der Deutschen Gesellschaft zum Studium des Schmerzes (DGSS) mit dem zweiten Preis für klinische Forschung des diesjährigen Förderpreises für Schmerzforschung ausgezeichnet. Deutscher Schmerzkongress, Bremen, 19. bis 22. Oktober 2005

Förderpreis für Schmerzforschung an Greifswalder Forscher
Ohrakupunktur gegen Schmerzen nach Hüft-OP

Patienten, die nach dem Einsatz einer künstlichen Hüfte gegen ihre Schmerzen eine Ohr-Akupunktur erhalten, benötigen weniger Schmerzmittel. Das fanden Dr. Taras I. Usichenko und seine Mitarbeiter von der Universitätsklinik der Ernst-Moritz-Arnd-Universität Greifswald heraus. Für ihre Studie wurden sie beim Deutschen Schmerzkongress in Bremen von der Deutschen Gesellschaft zum Studium des Schmerzes (DGSS) mit dem zweiten Preis für klinische Forschung des diesjährigen Förderpreises für Schmerzforschung ausgezeichnet.

Akupunktur: Beliebt aber unerforscht

Die Ohrakupunktur gewinnt in der perioperativen Medizin zunehmende Popularität; bislang war aber unklar, inwiefern sie wirksam ist. Dr. Usichenko und sein Team untersuchten den Einfluss der Ohrakupunktur auf den postoperativen Schmerzmittel-Verbrauch an Patienten, die eine Hüftendoprothese bekamen.

61 Patienten in zwei Gruppen

61 Patienten wurden in die Studie eingeschlossen. Vor der Operation wurden sie per Zufall einer von zwei Gruppen zugeteilt: Alle Patienten bekamen vier Dauernadeln in das Ohr der zu operierenden Seite, die bis einschließlich des dritten postoperativen Tages belassen wurden. Bei den Patienten der Studiengruppe wurden die Punkte "Hüftgelenk", "Shenmen", "Lunge" und "Thalamus" genadelt. Bei den Patienten der Kontrollgruppe wurden vier sog. "sham"-Akupunkturpunkte genadelt, die nach den Regeln der traditionellen chinesischen Medizin keine Wirkung haben. Die Patienten erfuhren nicht, in welche Gruppe sie eingeteilt worden waren. Die postoperative Schmerztherapie erfolgte durch eine intravenöse patientenkontrollierte Analgesie-Pumpe (PCA) mit Piritramid. Die Mediziner erhoben den Schmerzmittelverbrauch über die Pumpe und ermittelten außerdem die Zeit bis zur ersten Schmerzmittel-Abforderung nach dem Eingriff, die Schmerzintensität, den Blutdruck, die Herzfrequenz, systemische Entzündungsparameter im Blut und die Nebenwirkungen von Piritramid.

Akupunktur-Patienten verbrauchten weniger Schmerzmittel

54 Patienten beendeten die Studie. Die Studiengruppe benötigte weniger Piritramid als die Kontrollgruppe nach der Operation, wobei die Schmerzintensität in beiden Gruppen vergleichbar war. Die übrigen gemessenen Parameter unterschieden sich nicht signifikant zwischen den Gruppen. "Die Ohrakupunktur scheint demzufolge ein effektives komplementäres Verfahren zur Reduktion des postoperativen Schmerzmittelverbrauchs nach Hüft-Implantation zu sein", folgern die Forscher.

Weitere Informationen

Dr. Taras Usichenko, Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie der Ernst-Moritz-Arnd-Universität Greifswald, Friedrich-Löffler-Straße 23a, 17487 Greifswald, Tel. 03834/865803, Fax. 03834/865802, E-Mail: taras@uni-greifswald.de

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