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Friedenspolitik und Konfliktlösungen: die kanadische Perspektive

22.10.2005 - (idw) Universität Augsburg

Das Institut für Kanada-Studien der Universität Augsburg feiert sein 20-jähriges Bestehen u. a. mit einer Ringvorlesung.
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Mit einer sechsteiligen Ringvorlesung, die am Montag, dem 24. Oktober beginnt, feiert das Institut für Kanada-Studien der Universität Augsburg sein 20-jähriges Bestehen. Unter dem Titel "Friedenspolitik und Konfliktlösungen: die kanadische Perspektive" schließt sich diese Ringvorlesung zugleich an das Jubiläumsprogramm "Pax 2005" an, mit dem die Stadt Augsburg seit Beginn dieses Jahres "450 Jahre Augsburger Religionsfrieden" feiert. "Wir haben zu dieser Ringvorlesung renommierte Vertreter der deutschsprachigen Kanadistik eingeladen, die vor dem Hintergrund der Besonderheiten der kanadischen Gesellschaftsgeschichte Prozesse der Friedenserhaltung und des Konfliktmanagements aus kanadischer Sicht erörtern werden", so der Politikwissenschaftler Prof. Dr. Rainer-Olaf Schultze, der seit der Gründung des Instituts für Kanada-Studien als dessen Geschäftsführender Direktor amtiert. "In einem mit 'Canada - Its Role in Peacemaking and Conflict Resolution' überschriebenen zweitägigen Workshop werden wir am 8. und 9. Dezember das Thema der Ringvorlesung vertiefen.

SECHS VORTRÄGE

o Den Auftakt zur Ringvorlesung gibt Schultze am 24. Oktober selbst mit dem Vortrag "Mosaik und Multikulturalismus: kulturelle Integration 'made in Canada'".
o Der Titel des zweiten Vortrags - am 7. November - ist identisch mit dem der Ringvorlesung: "Friedenspolitik und Konfliktlösungen: die kanadische Perspektive". Referent ist Prof. Dr. Martin Thunert aus Bremen. Es folgen dann
o am 28. November 2005 Prof. Dr. Konrad Groß, Kiel: "Umwelt und Frieden: Der kanadische Norden",
o am 9. Januar 2006 Prof. Dr. Martin Kuester, Marburg: "'Not in Our Name': Kanadische Schriftsteller und der Irak-Krieg",
o am 23. Januar 2006 Dr. Ursula Reutner, Augsburg: "Englisch und Französisch in Quebec: Duell oder Duett?", und schließlich
o am 6. Februar 2006 Prof. Dr. Elke Nowak, Berlin: "Kanadas Geschäfte mit den Ureinwohnern: Biberpelze, Land, Rechte".

Die Vorträge beginnen jeweils um 18.30 Uhr im HS III des Großen Hörsaalzentrums, Universitätsstraße 10.

NACH ZWANZIG JAHREN IMMER NOCH EINZIGARTIG

Das multidisziplinär organisierte Institut für Kanada-Studien der Universität Augsburg wurde im Herbst 1985 auf Initiative der beiden damaligen Philosophischen Fakultäten (heute Philosophisch-Sozialwissenschaftliche und Historisch-Philologische Fakultät) der Universität gegründet. Es ist unverändert das einzige seiner Art an einer deutschen Universität. In der Aufbauphase - während der ersten fünf Jahre bis Ende 1990 - wurde das Institut als eine Art joint venture nicht nur von der bayerischen, sondern auch von der kanadischen Regierung sowie von der Stiftung Volkswagenwerk finanziell unterstützt.

KANADISTIK IN DEN AUSRICHTUNGEN "SPRACHE UND LITERATUREN" SOWIE "GESCHICHTE UND GESELLSCHAFT"

Die Mitglieder des Instituts stammen aus vier der mittlerweile sieben Augsburger Fakultäten. In den allgemeinen Universitätsbetrieb eingebunden, erfüllt das Institut Aufgaben in Forschung und Lehre. Die in der Lehre vertretenen Disziplinen, die zum Kernbestand regionalwissenschaftlicher area studies gehören, gliedern sich in die beiden Schwerpunkte Kanadistik/Sprache und Literaturen sowie Kanadistik/Geschichte und Gesellschaft.

WISSENSCHAFTSKOOPERATION UND -TRANSFER

Eine weitere zentrale Aufgabe des Instituts liegt auf den Feldern der Wissenschaftskooperation und des Wissenschaftstransfers zwischen Kanada und der Bundesrepublik Deutschland. Formalisierte Kooperationsabkommen bestehen mit drei kanadischen Partneruniversitäten: mit der Université Laval (Québec), der Carleton University (Ottawa) und der University of British Columbia (Vancouver). Das Institut kooperiert eng u. a. mit der Gesellschaft für Kanada-Studien in deutschsprachigen Ländern e. V. (GKS), mit der Stiftung für Kanada-Studien, und mit dem International Council for Canadian Studies.

FORSCHUNGSSCHWERPUNKTE AM AUGSBURGER KANADA-INSTITUT

Im Bereich von Sprachen und Literaturen gilt das besondere Forschungsinteresse am Institut dem Zusammenhang zwischen Sprache, Kultur, Literatur und nationaler Identität, von Literatur und nationalen Symbolen, Fragen der Sprachenpolitik. In der englisch-kanadischen Literatur sind die Forschungen zudem eingebettet in vergleichende Forschungsprojekte zu postkolonialen Literaturen, in Untersuchungen zur Geschichte der Literatur. Die Forschungen in der Romanistik gelten Untersuchungen des modernen Québecer Dramas, der Sprachgeschichte, der Sprachpolitik, des sprachlichen Normbewusstseins in Québec und der Position Québecs in der Frankophonie.

Im sozialwissenschaftlichen Bereich geht es vor allem um Analysen ungleicher Entwicklung und des Regionalismus, um Fragen der kulturellen und sozialen Integration, der Migration und Immigration, um Untersuchungen zum kanadischen Föderalismus und zum Problem von Kontinentalisierung und Globalisierung in Nordamerika.

In der Regionalen Geographie Kanadas erstrecken sich die Forschungen vor allem auf demographische und sozio-demographische Entwicklungstendenzen in Kanada; auf Wanderungsprozesse und Probleme der Urbanisierung (Einwanderung und Binnenwanderung) sowie auf Fragen regionaler Wirtschafts- und Industrieentwicklung.

Schwerpunkt der Arbeiten in der Soziologie sind unter Einbeziehung Québecs vergleichende Untersuchungen zum ethnischen Radikalismus und zum gewaltsamen Separatismus. In der Geschichtswissenschaft stehen Untersuchungen zur kanadischen Außenpolitik im 20. Jahrhundert im Zentrum.

Die politikwissenschaftliche Forschung konzentriert sich auf Studien zum Föderalismus und Regionalismus, auf die Parteien- und Wahlforschung sowie auf das Spannungsfeld von Globalisierung und Kontinentalisierung einerseits sowie politischer Dezentralisierung und Provinzbildung andererseits, in dem sich die kanadische Politik bewegt. Diese Forschungen werden maßgeblich durch das Postgraduiertenprogramm "Politikfeldanalysen zu Prozessen kontinentaler Integration: Kanada in Nordamerika" gefördert, in dessen Rahmen verschiedene Dissertationen entstehen.

Insgesamt haben die Institutsmitglieder seit 1985 mehr als 150 Arbeiten zur Kanadistik publiziert, zahlreich von diesen in den beiden Institutsreihen "Kanada-Studien" und "Analysen und Berichte".

NOCH EIN JUBILÄUM, NOCH EIN (FEST-)VORTRAG

Prof. Dr. Rainer-Olaf Schultze feiert mit dem Institut sein 20-jähriges Jubiläum als dessen Geschäftsführender Direktor. Dies, aber mehr noch seinen ebenfalls in dieses Jahr fallenden 60. Geburtstag haben Schultzes Kollegen aus der Politikwissenschaft zum Anlass für eine Sonderveranstaltung im Colloquium Politicum genommen: Am 27. Oktober wird hier Prof. Dr. Dieter Nohlen (Heidelberg) zum Thema "Konzepte und Kontext. Zur Entwicklung der politikwissenschaftlichen Komparatistik" referieren. (Beginn 18.15 Uhr im Hörsaal 2107 des Gebäudes der Philosophischen Fakultäten, Universitätsstraße 10).

Schultze studierte Politikwissenschaft, Geschichte und Romanistik an den Universitäten Heidelberg und Harvard (Cambrigde/Mass.). Er promovierte 1975 in Heidelberg und habilitierte sich 1984 an der Ruhr-Universität Bochum. 1985 wurde er auf eine Professur für Politikwissenschaft nach Augsburg berufen und zugleich zum Geschäftsführenden Direktor des neu gegründeten Augsburger Instituts für Kanada-Studien bestellt. Von 1980 bis 1984 war Schultze Gründungspräsident der Gesellschaft für Kanada-Studien, anschließend weitere drei Jahre lang deren stellvertretender Vorsitzender. Aktuell hat Schultze den Vorsitz im Kuratorium der Stiftung für Kanada-Studien inne.

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KONTAKT UND WEITERE INFORMATIONEN:
Claudia Glöckner, Tel 0821/598-5177, claudia.gloeckner@phil.uni-augsburg.de

INSTITUTSHOMEPAGE:
http://www.uni-augsburg.de/institute/kanada/
Weitere Informationen: http://www.uni-augsburg.de/institute/kanada/
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