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5. Altbergbau-Kolloquium an der TU Clausthal

31.10.2005 - (idw) Technische Universität Clausthal

Vom 3. bis 5. November 2005 veranstaltet das Institut für Geotechnik und Markscheidewesen das 5. Altbergbau-Kolloquium in der Aula der Technischen Universität Clausthal.

Wegen spektakulärer Schäden war der Altbergbau in den letzten Jahren in den Medien vielfach präsent. Das Potenzial für altbergbauliche Schäden wie Schachtverbrüchen, Tagesbrüchen, Deformationen an der Tagesoberfläche, unkontrolliertem Austritt von Grubengas oder Grubenwasser ist hoch. So kann davon ausgegangen werden, dass etwa 75% der besiedelten Fläche von Sachsen in irgendeiner Art in Verbindung mit Altbergbau stehen. Im Ruhrgebiet sind 60.000 potenzielle Schadensflächen registriert. Im ehemaligen Kupferschieferrevier von Mansfeld und Sangerhausen vermutet man 3.000-4.000 Schächte. Um Schäden zu vermeiden, stehen aus fachlicher Sicht die Erkundung, Dokumentation und Bewertung, sowie die Sanierung und Verwahrung im Vordergrund Nicht zuletzt dehalb wurde die Kolloquiumsreihe "Altbergbau" gegründet.

Zielgruppen des Kolloquiums sind Beschäftigte aus den Bereichen Geotechnik, Markscheidewesen, Bergbau, Geologie und Bauingenieurwesen, von Behörden, Ingenieurbüros sowie Lehr- und Forschungseinrichtungen. Ihnen soll Gelegenheit gegeben werden, neue Ergebnisse, Erkenntnisse, Arbeitsmethoden sowie technische Lösungen auf dem Gebiet der Erkundung, Bewertung, Sicherung und Verwahrung von untertägigem Altbergbau und sonstigen ehemalig bergmännisch aufgefahrenen Hohlräumen vorzustellen, Erfahrungen auszutauschen und Kontakte zu pflegen.

In der diesjährigen Veranstaltung werden mit 39 Fachvorträgen die Themenschwerpunkte

- Bewertung und Prognose,
- Erkundung,
- Sicherung, Sanierung, Verwahrung,
- Kalialtbergbau,
- Altbergbau und Grubenwasseranstieg,
- Nachnutzung,

sowie einige Sonderthemen präsentiert. Die Veranstaltung wird eröffnet mit Grußworten des Präsidenten der TU Clausthal, Prof. Dr. E. Brandt sowie des Präsidenten des Landesbergamts Clausthal-Zellerfeld, Bergdirektor L. Lohff. Anschließend erfolgt ein Bericht über die Neuformierung des Arbeitskreises 4.6 "Altbergbau" und dessen inhaltliche Aufgaben.

Im ersten fachthematischen Vortragsblock werden die Bewertung und Prognose von Altbergbau an Beispielen des historischen Erzbergbaus im Stadtgebiet von Siegen, des Aachener Reviers sowie das Endlagerungsprojekt Morsleben betreffend, vorgestellt. Der nachfolgende Vortragsblock umfasst Beiträge zur Erkundung von Altbergbau. Es wird über geophysikalische, ultraschall-, radar- und laserbasierte Verfahren, sowie über Einsatzmöglichkeiten von Robotern berichtet. Der umfangreichste Vortragsblock beinhaltet die Themen Sicherung, Sanierung und Verwahrung von Altbergbau. Hierbei wird insbesondere der Einfluss von Wasser betrachtet, z.B. in Form von Wasser führenden Stollen, sowie abgesoffenen Schächten und Grubenbauen. Daneben werden spezielle Aspekte behandelt, u.a. hinsichtlich des Zusammenhangs von Altbergbau und Bodendenkmalpflege oder hinsichtlich besonderer Anforderung durch die Aufrechterhaltung des Spielbetriebs eines Fußballbundesliga-Stadions während der Sanierungsmaßnahmen. Ein Übersichtsvortrag betrachtet die altbergbauliche Situation in Polen. Kali- und Steinsalzaltbergbau stellen in diesem Jahr einen eigenen Vortragsblock dar. Thematisiert werden Schachtverwahrung, Bruchtektonik, selbstverheilender Versatz, ein landesweites Informationssystem sowie die Senkungsmessungen im Staßfurter Revier, betrachtet über einen Zeitraum von 130 Jahren. Ein weiterer Vortragsblock umfasst Beiträge zur Auswirkung der Flutung bzw. des Grubenwasseranstiegs im Steinkohlenbergbau. Anschließend werden Fallbeispiele aus altem Braunkohlentiefbau präsentiert sowie das Auftreten schädlicher Gase an der Tagesoberfläche über Altbergbau behandelt. Der abschließende Block beinhaltet Aspekte der Nachnutzung altbergbaulicher Bereiche. Präsentiert werden die Themen Wohnimmobilien, geothermische Nutzung sowie Schadensersatzpflicht. Ein Übersichtvortrag betrachtet den Zusammenhang zwischen Altbergbau und Raumordnung in Österreich.

Die Vorträge sowie weitere Textbeiträge werden in einem 550-seitigen Tagungsband veröffentlicht.

In Ergänzung zu den Fachvorträgen wird die Veranstaltung durch 16 Firmenpräsentationen, Poster, Abendveranstaltung und Fachexkursion abgerundet.

Das diesjährige 5. Altbergbau-Kolloquium veranstaltet das Institut für Geotechnik und Markscheidewesen der TU Clausthal vom 3. bis 5. November 2005. Es werden etwa 400 Teilnehmer erwartet. Die Veranstaltungsreihe "Altbergbau-Kolloquium" tragen die Institute für Geotechnik sowie Markscheidewesen und Geodäsie der TU Bergakademie Freiberg, das Institut für Geotechnik und Markscheidewesen der TU Clausthal und der gemeinsamen Arbeitskreis "Altbergbau" der Deutschen Gesellschaft für Geotechnik und des Deutschen Markscheider Vereins.

Weitere Informationen erhalten Sie unter:
http://www.igmc.tu-clausthal.de/Altbergbaukolloquium/deutsch/index.htm

und im

Institut für Geotechnik und Markscheidewesen, TU Clausthal, Erzstr. 18, 38678 Clausthal-Zellerfeld
Sektretariat: Tel.: +49 5323-722294,
Univ.-Prof. Dr.-Ing. W. Busch: Tel.: +49 5323-722076, E-Mail: wolfgang.busch@tu-clausthal.de,
Dr.-Ing. K. Maas: Tel.: +49 5323 723515, E-Mail: klaus.maas@tu-clausthal.de

Veranstaltungsort:
Aula der TU Clausthal
Aulastr. 8
38678 Clausthal-Zellerfeld
Weitere Informationen: http://www.igmc.tu-clausthal.de/Altbergbaukolloquium/deutsch/index.htm
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