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Änderung der Rentenformel unabdingbar

02.11.2005 - (idw) Universität zu Köln

Nachhaltigkeitsfaktor zeigt keine Wirkung
Zur Sicherung der Renten ist Änderung in der Rentenformel unabdingbar

Die letzte Rentenreform sollte mit der Einführung des Nachhaltigkeitsfaktors einen wesentlichen Beitrag zur Stabilisierung der Finanzen der gesetzlichen Rentenversicherung liefern. Dieses Ziel ist gleich im ersten Jahre der Anwendung der neuen Renteformel verfehlt worden und es wird voraussichtlich auch 2006 nicht erreicht werden. Stattdessen kommt es bei der Rentenversicherung dauerhaft zu unvorhergesehenen Ausgaben in Milliardenhöhe. Eine erneute Änderung der Rentenformel ist daher notwendig, um das Ziel der letzten Rentenreform nicht zu gefährden. Dies fordert der Kölner Wirtschaftswissenschaftler Professor Dr. Eckart Bomsdorf und schlägt daher eine Ergänzung der Rentenformel vor, die dem Nachhaltigkeitsfaktor langfristig zur gewünschten Wirkung verhilft.

Der in die Rentenformel eingeführte Nachhaltigkeitsfaktor dient dazu, eine Veränderung des Verhältnisses von Rentnern zu Beitragszahlern auch im Rentenwert zu berücksichtigen. Damit soll insbesondere dafür gesorgt werden, dass bei einer Zunahme der Anzahl der Rentner und konstanter oder sogar sinkender Anzahl der Beitragszahler die Renten schwächer als die Einkommensentwicklung steigen. Dieser Faktor konnte allerdings bereits bei seiner ersten Anwendung zur Berechnung des Rentenwertes 2005 nicht voll wirksam werden, da eine Schutzklausel dafür sorgt, dass die Renten durch ihn nicht gekürzt werden. Auch 2006 wird der Nachhaltigkeitsfaktor voraussichtlich nicht die gewünschte Wirkung erzielen können. Die Ausgaben werden deshalb im Verhältnis zu den Einnahmen stärker als gewünscht steigen und damit verschlechtert sich die finanzielle Situation der gesetzlichen Rentenversicherung entgegen den Zielen der letzten Rentenreform.
Die verständliche Schutzklausel ist unbefriedigend, da nicht vorgesehen ist, die unterlassenen Korrekturen nachzuholen. Professor Bomsdorf schlägt daher eine Korrektur der Rentenformel vor, die sichert, dass der Nachhaltigkeitsfaktor die gewünschte Wirkung erzielt, selbst wenn er kurzfristig nicht greift. Durch einen Ergänzungs- oder Nachholfaktor in der Rentenformel wird eine unterlassene Dämpfung nur aufgeschoben aber nicht aufgehoben. Der Nachhaltigkeitsfaktor bleibt im Fall geringer Einkommenszuwächse nicht einfach unberücksichtigt, sondern seine Wirkung wird über einen längeren Zeitraum verteilt. Somit kann der Nachhaltigkeitsfaktor seine Wirkung längerfristig voll entfalten und damit in der gewünschten Form zur Sicherung der Renten beitragen.

Verantwortlich: Dr. Wolfgang Mathias

Für Rückfragen steht Ihnen Professor Dr. Eckart Bomsdorf unter der Telefonnummer 0221/470-2982, der Fax-Nummer 0221/470-5074 und unter der Emailadresse bomsdorf@wiso.uni-koeln.de zur Verfügung.

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