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Dortmunder Sonderpädagogik feiert 50-jähriges Bestehen

04.11.2005 - (idw) Universität Dortmund

Musik und Bewegung, Soziologie und Technologie, Qualitätsmanagement und Frauenforschung: Was auf den ersten Blick wie ein Gemischtwarenladen aussieht, wird in der Fakultät mittlerweile durch eine Klammer umschlossen, nämlich den Fokus auf Menschen mit Behinderung in allen Lebenslagen. Diese bemerkenswerte Entwicklung vom Lehrerseminar zu einer vielfältigen und lebendigen Fakultät wird natürlich gebührend gefeiert: Heute (4. November) lädt Dekanin Prof. Dr. Irmgard Merkt anlässlich des 50-jährigen Jubiläums ab 10 Uhr zu einem Festakt ein: "Bei der Gelegenheit wird auch unsere neue Fakultäts-Broschüre präsentiert." Am Nachmittag stehen dann eine Kontaktbörse, das Alumni-Treffen, sowie ein Treffen von integrativen Musikgruppen auf dem Festprogramm. Von diesem breiten Angebot war die Dortmunder Sonderpädagogik - heute Europaweit eine der größten Ausbildungsstätten - allerdings noch weit entfernt, als im Wintersemester 1955/56 das "Heilpädagogische Institut" an der Pädagogischen Hochschule gegründet wurde. Die Studienmöglichkeit am Institut beschränkte sich auf die Fortbildung von Lehrkräften. In einem 4-semestrigen Aufbaustudium konnten Lehrerinnen und Lehrer die Qualifikation für die "Hilfsschule" erwerben - allerdings neben der Berufstätigkeit. Ein Vollzeitstudium wurde erst Mitte der 60er Jahre eingerichtet; ab dann ermöglichte das Land den Lehrern eine Weiterqualifizierung bei vollen Bezügen. "Das lag an dem riesigen Bedarf an Sonderschullehrern", erklärt Dr. Helmut Stange, der vor fast 30 Jahren als Studienrat an die Fakultät gekommen ist. "Denn zu dieser Zeit begann die Ausdifferenzierung der einzelnen Sonderschultypen", ergänzt Prof. Dr. Dietmar Schmetz, ebenfalls ein "Urgestein" der Dortmunder Sonderpädagogik. Diese Differenzierung spiegelte sich auch in den wissenschaftlichen Seminaren - wie zum Beispiel Blindenpädagogik oder Körperbehindertenpädagogik - wider, die am Institut gegründet wurden.

Den Schritt zum eigenständigen Studiengang machte die Sonderpädagogik Ende der 60er Jahre. In acht Semestern war nun direkt nach dem Abitur die Ausbildung zum Sonderschullehrer möglich. Eine Erweiterung der Ausbildung auf außerschulische Aspekte begann wenige Jahre später: 1976 wurde das Institut für Heilpädagogik in "Fachbereich Sondererziehung und Rehabilitation" umbenannt. "Zum einen wollte man weg von dem Begriff des "Heilens" und zum anderen sollte "Rehabilition" deutlich machen, dass nicht mehr nur die Schule sondern alle Lebenssituationen im Mittelpunkt stehen," erzählt Stange. Folgerichtig wurde ab dem Zeitpunkt erstmals auch ein Diplomstudiengang angeboten, außerdem rückte die Forschung immer stärker in den Fokus. Dieser Trend verstärkte sich insbesondere durch die Zusammenführung von Uni und Pädagogischer Hochschule im Jahr 1980.

Heute hat der Fachbereich, der mittlerweile "Fakultät Rehabilitationswissenschaften" heißt, rund 2000 Studierende, Diplom und Lehramt halten sich dabei mittlerweile die Waage. Neben dem ungewöhnlich vielseitigen Studium - immerhin wird in 17 verschiedenen Lehrgebieten geforscht und gelehrt - ist auch die enge Anbindung an die Region ein Markenzeichen der Dortmunder Sonderpädagogik. "Einrichtungen wie das Bewegungsambulatorium oder das Sprachambulatorium, die von allen Bürgern genutzt werden können, sind eine Schnittstelle zwischen Uni und Region" beschreibt Schmetz die Besonderheiten, die so an keiner anderen Hochschule zu finden sind. Absolut führend ist die Fakultät im Bereich der Tagungen - regelmäßig finden wichtige und große Fachkongresse in Dortmund statt. Und auch in Punkto Publikationen ist Dortmund spitze: Mit der "Zeitschrift für Heilpädagogik" wird Europas größte Reha-Fachzeitschrift in Dortmund herausgegeben.


Kontakt:
Prof. Dr. Irmgard Merkt, Ruf: (02 31) 7 55 - 45 84

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