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Tagebuchstudie erforscht Ursachen täglicher Stimmungsschwankungen

07.11.2005 - (idw) Humboldt-Universität zu Berlin

Teilnehmer gesucht Wieso fühle ich mich heute so miserabel, während ich gestern noch gut drauf war? Viele Menschen stellen sich solche Fragen nach den Ursachen täglicher Stimmungsschwankungen. Es ist jedoch sehr schwierig, darauf eine Antwort zu bekommen. Denn um wirklich verlässliche Schlüsse ziehen zu können, muss man die Stimmung über mehrere Tage hinweg beobachten. Daher greift die Wissenschaft für die Beantwortung solcher Fragen oft auf ein alt bewährtes Mittel zurück: Das Führen eines Tagebuchs.

Das Internetportal www.psytests.de bietet eine solche Tagebuchstudie nun als erstes im Internet an und sucht derzeit weitere Probanden. Seit Juli 2005 kann sich dort jeder anonym als Teilnehmer anmelden. Die einzige Voraussetzung: Ein regelmäßiger Internetzugang, damit der Fragebogen täglich ausgefüllt werden kann. Die Studie wird von Dr. Jaap Denissen in Zusammenarbeit mit Dipl. Psych. Lars Penke vom Institut für Psychologie der Humboldt-Universität geleitet. Mit der Studie "Wie ticke ich?" wollen die Persönlichkeitspsychologen herausfinden, wie Menschen auf alltägliche Lebensereignisse reagieren, was sie antreibt und fröhlich macht.

Nicht nur die Wissenschaftler versprechen sich von der Studie, Ursachen von Stimmungsschwankungen auf die Spur zu kommen. Auch für die Teilnehmer gibt es einen großen Anreiz, bei der Studie mitzumachen: Sie bekommen nach Abschluss eine Rückmeldung, welche Aktivitäten und sozialen Kontakte guten oder schlechten Einfluss auf ihre Stimmung haben. Weil die Ergebnisse der Studie Zusammenhänge verdeutlichen, die im Alltag häufig nicht auf der Hand liegen, könnten Sie sogar als eine individuelle "Anleitung zum Glücklichen-Sein" verstanden werden.

Erste Ergebnisse der Studie liegen nach einer Zwischenauswertung bereits vor. Ganz wenige Ergebnisse sind so allgemeingültig wie der Zusammenhang zwischen viel Freizeit und optimistischer Lebenseinstellung sowie zwischen schönem Wetter und weniger Müdigkeit. Ganz im Gegenteil: Die meisten Ergebnisse zeigen, dass Menschen sehr unterschiedlich auf Außeneinflüsse reagieren.

Man kann nicht verallgemeinert sagen, ob der Kontakt zu Freunden Menschen weniger verzweifelt macht. Manche Personen steigern sich mit Freunden noch in ihr Unglück hinein, während für andere das Gespräch mit ihren Liebsten wie ein Trostpflaster wirkt. Auch zeigt sich, dass nicht alle Menschen glücklicher davon werden, ihre Zeit mit dem Partner zu teilen. Zwar werden einige Menschen euphorisch durch Kontakt zu einer geliebten Person, andere jedoch erfahren dadurch einen Stimmungs-Dämpfer. Studienergebnisse dieser Art können Versuchspersonen helfen, auf Dauer an einer konstruktiven Liebesbeziehung mit ihrem Partner zu arbeiten.

Die Erkenntnis, dass jeder Mensch so vollkommen anders tickt, zeigt, dass es sich besonders für den Einzelnen lohnt, an der Studie teilzunehmen. Denn so kann man auf einer objektiven Basis viele Hinweise dafür bekommen, wie man einfach glücklicher durchs Leben gehen kann.

Von Juli bis September haben bereits 132 Personen an der Studie teilgenommen. "Nach den bisherigen Auswertungen ist jedoch davon auszugehen", so der Persönlichkeitspsychologe Dr. Jaap Denissen, "dass zwischenmenschliche Unterschiede in den Ursachen von Stimmungsschwankungen nicht zu 100% vorhergesagt werden können. Es führt für den einzelnen also kein Weg daran vorbei, über Selbstreflexion und die Teilnahme an Studien wie dieser seine oder ihre eigene persönliche "Glücksformel" herauszufinden."


Die Studie soll noch bis zum Sommer 2006 laufen. Interessenten können an der Tagebuchstudie teilnehmen unter www.psytests.de oder www.psychologie.hu-berlin.de/psytests/tbuch/

Informationen Dr. Jaap J. A. Denissen, Institut für Psychologie, Humboldt-Universität zu Berlin
Telefon [030] 2093 - 1836
e-mail denissen@psytests.de
Weitere Informationen: http://www.psytests.de http://www.psychologie.hu-berlin.de/psytests/tbuch/
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