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2. Ulmer Legionellen-Tag

07.11.2005 - (idw) Universität Ulm

Rund 200 Teilnehmer erwartet das Universitätsklinikum Ulm am Mittwoch, 9. November, zum "2. Ulmer Legionellen-Tag" im Hörsaal der Medizinischen Klinik am Oberen Eselsberg (14 bis 18 Uhr). Die Abteilung für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene knüpft damit an eine Veranstaltung vor zwei Jahren an, die sich mit problematischen Wasserkeimen im Krankenhaus beschäftigt hatte. "Diesmal geht es um den häuslichen Bereich", erläutert Organisatorin Dr. Heike von Baum, "insbesondere um Schutzkonzepte nicht nur für immungeschwächte Patienten". Als interessierte Zuhörer angesagt haben sich vor allem Ärzte und Techniker, aber auch Vertreter von Gesundheitsämtern und Patienten-Selbsthilfegruppen. "Seit ihrer Entdeckung im Jahre 1976 haben Legionellen und die durch sie verursachten Erkrankungen nichts von ihrer Faszination für die Wissenschaft verloren", weiß die Privatdozentin in der Sektion Klinikhygiene. Doch obwohl zwischenzeitlich mehr als 50 verschiedene Spezies identifiziert worden seien, hätten nur einige und hier vor allem die Legionella pneumophila humanpathogene Bedeutung, so Heike von Baum weiter. Vor allem die Legionellenpneumonie stelle denn auch aufgrund ihrer anspruchsvollen Diagnostik und modifizierten Therapie Herausforderungen an die betreuenden Ärzte. Von Baum weiter: "Legionellen werden in vielen unterschiedlichen Wassersystemen angetroffen. Ob es zur Erkrankung individueller Personen oder sogar zu einem Ausbruch kommt, hängt von der Virulenz des Erregers, der vorgefundenen Legionellenkonzentration und der Art und Dauer des Kontaktes mit dem Erreger ab."
Bei etwa einem Drittel aller gemeldeten Legionellosen handelt es sich von Baum zufolge um so genannte nosokomiale Erkrankungen. Dieser Aspekt sei schließlich der Schwerpunkt des ersten Ulmer Legionellen-Tages gewesen. Dabei sei der Begriff, wie sie einräumt, "nicht ganz zutreffend und nur der besseren Verständlichkeit wegen gewählt". Thema seien vielmehr auch andere problematische Wasserkeime, Pseudomonaden etwa und atypische Mykobakterien. Mit den verschiedenen Aspekten dieser Problematik werden sich am Mittwoch ein halbes Dutzend Ulmer und auswärtiger Referenten beschäftigen.
Nach der Begrüßung und Einführung durch den Ärztlichen Direktor des Universitätsklinikums, Professor Reinhard Marre, wird zunächst Dr. Heike von Baum aktuelle Daten aus einer Studie des nationalen Kompetenznetzwerks zur ambulant erworbenen Pneumonie (CAPNETZ) erläutern, in dem mittlerweile mehr als 3000 Patienten erfasst sind. Anschließend wird Dr. Christina Hauenstein (Universitätskinder- und Jugendklinik Rostock) über die Bedeutung der Legionellen für immunkompromittierte Patienten außerhalb des Krankenhauses berichten.
Professor Werner Mathys vom Universitätsklinikum Münster referiert über seine Untersuchungen zum Legionellen-Vorkommen in Trinkwasseranlagen von 500 Ein- und Zweifamilienhäusern im Raum Münster, während Professor Martin Exner aus Bonn die Rolle von Erregern bei Trinkwasser-assoziierten Erkrankungen im medizinischen Bereich beleuchten wird. Dr. Nele Wellinghausen (Universitätsklinikum Ulm) wird dann detailliert auf die Relevanz atypischer Mykobakterien im Trinkwasser eingehen.
Dr. Martin Bommer (Universitätsklinikum Ulm) wird sich der Frage widmen, inwieweit immungeschwächte Patienten im häuslichen Umfeld durch Pathogene im Trinkwasser gefährdet sind. Gerade dieser Aspekt der häuslichen Weiterbetreuung und Infektionsverhütung dürfte zunehmend an Bedeutung gewinnen, nachdem hämatologisch-onkologische sowie transplantierte Patienten immer frühzeitiger nach Hause entlassen werden.
Abschließend wird Eva Scheefer, Hygienefachkraft im Verbundkrankenhaus Dinkelsbühl, über das Thema "Wasserhygiene in der ambulanten Wundpflege" referieren. Problematisch sind hier Kontaminationen des Trinkwassers insbesondere mit Pseudonomaden, die bei Patienten mit chronischen Wunden zu einer Kolonisation und konsekutiver Infektion der Wunden führen können.

Die Teilnahme an der Veranstaltung ist übrigens kostenlos.

Auskunft/Informationen Presse: Frau Dr. Heike von Baum, Telefon 0731/500-26950
e-mail:heike.von-baum@uniklinik-ulm.de
Weitere Informationen: http://www.uni-ulm.de/khinfekt/legionellentag2005.pdf
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