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Interdisziplinäres Kolloquium: Monteverdis Poppea heute

07.11.2005 - (idw) Universität des Saarlandes

Pressemitteilung des Netzwerks für Komparatistik e.V.:

Interdisziplinäres Kolloquium
Monteverdis 'Poppea' heute

Am Freitag, 11. November, und Samstag, 12. November 2005, veranstaltet tertium comparationis. netzwerk für komparatistik e.V. in Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl für Romanische Philologie der Universität des Saarlandes (Prof. Dr. Susanne Kleinert) und dem Musikwissenschaftlichen Seminar der Universität Heidelberg (Dr. Joachim Steinheuer) erstmals ein interdisziplinäres und internationales Kolloquium. L'incoronazione di Poppea (1642), das letzte große Werk Claudio Monteverdis (1567-1643), gilt als die erste Oper, die, entgegen der älteren Tradition, Stoffe der antiken Mythologie aufzunehmen, einen historischen Stoff verarbeitet (Libretto von Giovanni Francesco Busenello, 1598-1659). Nach dem 17. Jahrhundert geriet das Werk Monteverdis in Vergessenheit und wurde erst an der Wende zum 20. Jahrhundert wieder entdeckt.

Das Kolloquium beleuchtet L'incoronazione di Poppea aus literatur- und musikwissenschaftlicher Perspektive anlässlich des hundertjährigen Jubiläums der ersten Aufführung nach dem 17. Jahrhundert (24.2.1905 in Paris durch die Schola Cantorum nach der Bearbeitung von Vincent d'Indy).
Die literaturwissenschaftlichen Beiträge fokussieren die Rezeption des historischen Nero-Poppea-Stoffes in Antike, Renaissance und Barock (z. B. Tacitus, Seneca, Sueton, Busenello, Lohenstein) und die neuere Rezeption (z. B. Vittorio Alfieri, Deszö Kostolanyi, Arrigo Boito, Ettore Petrolini). Gleichfalls wird der Einfluss der aristotelischen Poetik auf das Genre des dramma per musica behandelt. Die musikwissenschaftlichen Fragestellungen des Kolloquiums behandeln die musikalischen Neuerungen durch Monteverdi, das Verhältnis von Libretto und Musik, die Figurenkonzeption der Poppea und deren Struktur.
Die Kolloquiumsergebnisse werden in der Schriftenreihe petasos (Konrad Kirsch Verlag) als Tagungsband publiziert.
Gefördert wird die Veranstaltung von der Fritz-Thyssen-Stiftung.

Musiktheater:
Zeitgleich und sozusagen als Rahmen zeigt das Barock-Ensemble pazzaCaglia am 10. und 12. November (Opernstudio St. Mauritius, Molkestr. 33, jeweils 20 Uhr) die Uraufführung von PoppeaMaterial. Die Inszenierung lässt im Dialog zwischen frühbarocker Oper (Claudio Monteverdi) und Neuer Musik (Komposition Claas Willeke) eine experimentelle szenische Klang- und Gefühlsrecherche entstehen.
Weitere Informationen unter: http://www.pazzacaglia.de
Die beiden Veranstaltungen sind als Ergänzung zueinander gedacht, da sie wissenschaftliche Theorie mit emotional-erfahrbarer Praxis vereinen.

Referenten:
- Christoph Kugelmeier (Saarbrücken)
- Harald Bost (Saarbrücken)
- Joachim Steinheuer (Heidelberg)
- Rainer Schwob (Wien)
- Magnus Tessing Schneider (Aarhus)
- Andreas Wagner (Saarbrücken
- Ståle Wikshåland (Oslo)
- Tatiana Bisanti (Saarbrücken)
- Klaus Bonn (Saarbrücken)
- Jörg Theis (Saarbrücken)
- Cecilia Palandri (Italien)

Veranstaltungsort:
Das Kolloquium findet statt am 11. (14-19 Uhr) und 12. November (9:30-13:30 Uhr) in der Architektenkammer des Saarlandes (AKS) Neumarkt 11, 66117 Saarbrücken

Nähere Informationen zu Programm, Verein und weiteren Veranstaltungen finden Sie im Internet unter
http://www.tertium-comparationis.de

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