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Über die Haltbarkeit von Bits und Bytes in den Archiven - Theoretische Ansätze müssen praktisch erprobt werden

07.11.2005 - (idw) Projektträger im DLR

Auf dem "75. Deutschen Archivtag", der Ende September in Stuttgart stattgefunden hat, war die Frage nach der Haltbarkeit der "Bits und Bytes" in den Archiven eines der vieldiskutierten Themen. Die Vorschläge, wie digitale Objekte zu archivieren seien, sind dabei so vielfältig wie die verwendeten Speicherformate. Und genau hier liegt der Kern einer Problematik, auf die das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte "nestor" - Kompetenznetzwerk Langzeitarchivierung im Rahmen der Tagung aufmerksam macht.

Während des Archivtags ist einmal mehr deutlich geworden, dass die Entwicklung von einem "Königsweg" für ein optimales Speicherformat noch weit entfernt ist. Und das hat seinen Grund, wie Dr. Christian Keitel vom Landesarchiv Baden-Württemberg erläutert: "Digitale Unterlagen in Behörden, Gerichten, Unternehmen oder ganz allgemein an Stellen, die ihre Altunterlagen Archiven anbieten oder auch anbieten müssen, liegen praktisch in allen Ausgangsformaten vor, die wir zur Zeit kennen. Und wir wissen so gut wie nichts über die Technologie der Zukunft, mit der die Daten noch in Hunderten von Jahren lesbar sein sollen."

Um solche Unterlagen dauerhaft zu erhalten und zugänglich zu machen, setzen die Archive auf die Migration der Daten in einige wenige standardisierte Formate. "Das ist nur eine Strategie von mehreren, und es ist uns wichtig, diese Möglichkeiten nicht nur in der Theorie zu erforschen, sondern vor allem auch in der Praxis zu erproben", beschreibt Keitel die Aufgabe, vor der die Archive heute stehen. Denn die "Migrationsstrategie" biete zwar eine relative Sicherheit für den Erhalt der Inhalte aus den gespeicherten Dateien. Aber schon angesichts der Unmenge an Darstellungsmöglichkeiten auf graphischen Oberflächen, die außerhalb des Computers gar nicht zu visualisieren sind, müsse die Entwicklung weitergehen, wie Keitel fordert. Der Austausch praktischer Erfahrungen aus einzelnen Projekten, die sich mit digitaler Langzeitarchivierung befassen, ist also unverzichtbar, wenn es um die Entwicklung (buchstäblich) zukunftstauglicher Strategien geht: "Die Theorie kann die Entwicklung der kommenden Jahrhunderte nicht vorweg nehmen und unser wichtigstes Ziel muss das Sammeln von Erfahrungen in allen Bereichen der digitalen Langzeitarchivierung sein."

Informationen über die Aktivitäten von nestor sind zu finden unter: www.langzeitarchivierung.de

Der ausführliche Text steht online unter: www.langzeitarchivierung.de/presse

Ansprechpartner für allgemeine Fragen ist der Projektleiter bei "Die Deutsche Bibliothek", Hans Liegmann, Tel. 069 1525-1141, E-Mail liegmann@dbf.ddb.de.
Weitere Informationen: http://www.langzeitarchivierung.de http://www.langzeitarchivierung.de/presse
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