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Zentrum für Geschichtswissenschaft gegründet

08.11.2005 - (idw) Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Das Institut für Geschichte der Uni Würzburg hat sich mit historisch orientierten Lehrstühlen aus anderen Bereichen zu einem Zentrum für Geschichtswissenschaft zusammengeschlossen. Der neuen Institution gehören außerdem das Stadt- und das Staatsarchiv Würzburg an sowie das Archiv und die Bibliothek der Diözese. Seitens der Universität gehören dem Zentrum derzeit sieben Professuren des Instituts für Geschichte an sowie die Professuren für Kunstgeschichte, Deutsche Philologie, Amerikanistik, Klassische Archäologie und Altorientalistik. Hinzu kommen drei historisch ausgerichtete Professuren aus der Katholisch-Theologischen Fakultät sowie jene für Medizingeschichte.

Ihr gemeinsames Ziel ist es, die Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Fächern zu intensivieren. Deren Ressourcen sollen verknüpft und künftig noch wirkungsvoller eingesetzt werden. Auch soll die Öffentlichkeit verstärkt über historische Projekte informiert werden.

Eine grundsätzliche Aufgabe sehen die Verantwortlichen in einer verstärkten Kooperation zwischen Universität und Region. Darum will das Zentrum auch die Aufarbeitung der historischen Vergangenheit Frankens fördern. Derzeit wird eine Tagung zur Geschichte der Würzburger Festung Marienberg vorbereitet - die Freunde Mainfränkischer Kunst und Kultur sowie die Stadt Würzburg unterstützen dieses Vorhaben, das Ende September 2006 realisiert werden soll. Mit denselben Kooperationspartnern wird am 12. Mai 2006 eine Tagung über "Ferdinand von Toskana als Großherzog in Würzburg 1806 - 1814" stattfinden. Außerdem wird der Bayerische Landtag Ende Juni 2006 eine Tagung zu seiner Geschichte in Würzburg abhalten.

Gleichzeitig ist das Zentrum bestrebt, die Entwicklung in Franken mit derjenigen in anderen europäischen Regionen historisch zu vergleichen. Der Grund dafür: In Europa wachsen die Sorgen der Menschen, in einem sich immer weiter ausdehnenden Staatenmoloch mit überbordender Administration unterzugehen, so der Historiker Helmut Flachenecker. Europa habe ein Identitäts- und Vermittlungsproblem, das sich vor allem dann lösen lasse, wenn es sich auf seine vielfältigen Regionen besinnt. "Denn auf der Ebene von Land und Region finden viele Menschen ihr Selbstbewusstsein und ihre Identität, dort leben und arbeiten sie, von dort erfahren sie Europa", sagt der Würzburger Professor. Ob Europa zu einer Kulturgemeinschaft reifen kann, solle darum an seinen kleinsten Bausteinen, den Regionen, erprobt werden.

Fragen zu den Wechselbeziehungen zwischen den Regionen in Europa will das Zentrum für Geschichtswissenschaft regelmäßig bei Tagungen, Vorträgen und in Publikationen diskutieren. Auch hier befindet sich bereits eine Tagung in Vorbereitung, die in Zusammenarbeit mit dem Südtiroler Landtag voraussichtlich Anfang 2007 in Würzburg stattfinden soll: "Regionen im europäischen Einigungsprozess. Zwischen historischem Erbe, Selbstbewusstsein und Suche nach Identität". Unter diesem Motto sollen Franken und Tirol in Gegenwart und Geschichte verglichen werden.

Kontakt: Prof. Dr. Helmut Flachenecker, Lehrstuhl für Fränkische Landesgeschichte, T (0931) 888-5530, E-Mail:
helmut.flachenecker@mail.uni-wuerzburg.de

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