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Pflegepraxis und Pflegewissenschaft setzen neue Maßstäbe

12.11.2005 - (idw) Fachhochschule Osnabrück

Mit nationalen Expertenstandards verbessern sie gemeinsam die Pflegequalität. Das Bundesgesundheitsministerium will jetzt weitere Projekte fördern. Schmerz, Stürze, Inkontinenz - es sind keine bequemen Themen, mit denen sich das Deutsche Netzwerk für Qualitätsentwicklung in der Pflege an der Fachhochschule Osnabrück beschäftigt. Gerade deshalb ist es Professorin Dr. Doris Schiemann und ihrem Team wichtig, den betroffenen Patienten und ihren Pflegekräften zu helfen. Das Ziel der Wissenschaftler ist es, den deutschen Gesundheitseinrichtungen einen Leitfaden zum Umgang mit ihren häufigsten Problemen zu geben.

Dafür setzt das Netzwerk jährlich Expertengruppen ein, die aus erfahrenen Pflegepraktikern und Pflegewissenschaftlern bestehen. Diese Teams entwerfen auf der Basis deutscher und internationaler Forschungsergebnisse Expertenstandards, in denen die Aufgaben des Managements und der Pflegekräfte genau beschrieben werden.

Um über den Entwurf zu beraten und einen Konsens zu erreichen, treffen knapp 700 Pflegekräfte aus ganz Deutschland in Osnabrück zusammen. Aber auch Politiker, Verbraucherschützer und Ärzte nehmen an diesen Konferenzen teil. Nach der Verabschiedung des neuen Standards führt ihn das DNQP modellhaft in Einrichtungen der Gesundheitsversorgung ein.

Bisher hat das Netzwerk fünf Standards erarbeitet, die Resonanz hat selbst die Autoren überrascht. "Bei vier Veröffentlichungen haben wir bislang über 45.000 Bestellungen von Gesundheitseinrichtungen erhalten", berichtet Professor Dr. Martin Moers. Der Verkauf der Osnabrücker Bestseller hat bislang 200.000 Euro eingebracht und sichert neben den 500.000 Euro Fördermittel die Arbeit des Netzwerks.

Diese hohe Anerkennung kommt nicht nur aus Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Auch Gerichte setzen mittlerweile die Osnabrücker Standards als Expertengutachten ein. Die Leitfaden haben zwar keinen rechtlich verbindlichen Charakter, sie erhöhen jedoch den Druck auf Gesundheitseinrichtungen. "Mit jeder Veröffentlichung wird die Rechenschaftspflicht des Managements und des Pflegepersonals größer", erläutert Prof. Schiemann. Denn die Standards erreichen nicht nur Gesundheitseinrichtungen, sondern auch Patienten, die sich heute viel besser schützen können.

Weitere Nutznießer sind Studierende der Pflegestudiengänge, die von der Mitarbeit in den Forschungsprojekten des Netzwerks profitieren. Während der Praxisphasen in den beteiligten Einrichtungen lernen sie ihren späteren Berufsalltag kennen.

Mit einer halben Million Euro hat das Bundesgesundheitsministerium bislang die Arbeit des vierköpfigen Wissenschaftsteams unterstützt. Nun werden drei weitere Standards zu den Themen chronische Wunden, bedarfsgerechte Ernährung und Flüssigkeitszufuhr bei pflegebedürftigen Menschen sowie Schmerzmanagement bei chronischen Schmerzen mit 177.000 Euro gefördert. Die Pionierarbeit des Netzwerks wird nicht nur von der Politik, sondern auch von Praktikern hoch geschätzt. So hat der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) jetzt seine höchste Auszeichnung, die Agnes-Karll-Medaille, an Prof. Schiemann verliehen.

Weitere Informationen zum DNQP erhalten Sie unter Tel.: 0541/969-2004, E-Mail: j.schemann@fh-osnabrueck.de oder www.dnqp.de.

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