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Gerd Geerling lässt die Tränen fließen

15.11.2005 - (idw) Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg

An der Augenklinik der Uni Würzburg ist als neuer Professor Gerd Geerling tätig. Der Leitende Oberarzt und Stellvertreter von Klinikdirektor Franz Grehn befasst sich vor allem mit Erkrankungen der Binde- und Hornhaut sowie der Lider, Tränenwege und Augenhöhlen. Die genannten Bestandteile und Anhangsgebilde des Auges funktionieren als Einheit, die in Verbindung mit dem Tränenfilm die Oberfläche des Auges schützt und ernährt. Treten in diesem Bereich Erkrankungen auf, können diese im Extremfall zu einer schmerzhaften Erblindung führen - vor allem dann, wenn das Auge überhaupt keine Tränenflüssigkeit mehr produzieren kann und dadurch die Wundheilungsreaktionen beeinträchtigt sind. Für diesen Fall gibt es bislang keine zufrieden stellende Arzneimittel-Therapie, welche die ernährende Funktion der Tränen übernehmen könnte, wie Geerling erklärt.

Hier versucht der Professor mit seiner Arbeitsgruppe Abhilfe zu schaffen. Die Augenheilkundler erproben zum einen neue chirurgische Lösungsmöglichkeiten, vor allem die Transplantation von Speicheldrüsengewebe, dessen Sekret das Fehlen des Tränenfilms am Auge ausgleichen soll. Zum anderen entwickeln und testen sie neue Tränenersatzmittel, die das Auge nicht nur "schmieren", sondern auch ernähren können. Diese Mittel sind entweder synthetisch oder bestehen aus dem Blutserum der Patienten.

Die Würzburger Mediziner verfügen bereits über erste Augentropfen-Präparate, die bestimmte Zellen in der Horn- und Bindehaut des Auges bei der Teilung, Wanderung und Weiterentwicklung unterstützen. All diese Prozesse fördern die Wundheilung. Die entsprechenden Tränenersatzmittel befinden sich schon in der klinischen Anwendung. "Derzeit streben wir in Kooperation mit dem Deutschen Roten Kreuz die Herstellungserlaubnis für die Produktion von Augentropfen aus Eigenblutpräparaten an", so Geerling.

Schließlich erarbeitet der Professor neue Transplantationsverfahren zur Wiederherstellung der Sehkraft bei Patienten, deren Hornhaut beschädigt ist. Dabei werden einzelne Schichten der nur etwa einen halben Millimeter dünnen Hornhaut gezielt erhalten oder mitentfernt. So wird der Eingriff weniger invasiv und Komplikationen wie zum Beispiel eine Abstoßungsreaktion gegen das körperfremde Transplantat können verhindert werden. Um die extrem dünne Schicht erhalten zu können, benutzt Geerling bei solchen Eingriffen lasergestützte Orientierungshilfen.

Gerd Geerling wurde 1965 in Köln geboren. Er studierte Medizin in Aachen und wurde 1996 als Facharzt für Augenheilkunde anerkannt. Seine berufliche Tätigkeit übte er unter anderem an Kliniken und Forschungseinrichtungen in Lübeck und London aus. Als zum 1. September 2005 der Ruf der Uni Würzburg an ihn erging, war er Geschäftsführender Oberarzt an der Augenklinik der Medizinischen Universität zu Lübeck.

Für seine Arbeiten hat Geerling verschiedene nationale und internationale Auszeichnungen erhalten, darunter auch einen Filmpreis für ein wissenschaftliches Video über die Speicheldrüsen-Transplantation. Neben den Lehrveranstaltungen in seinem Fachgebiet hält er auch Kurse über Fachenglisch in der Medizin.

Kontakt: Prof. Dr. Gerd Geerling, T (0931) 201-20612, Fax (0931) 201-20245, E-Mail: G.Geerling@augenklinik.uni-wuerzburg.de

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