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KKH-Innovationspreis für Forschergruppe aus Greifswald

21.11.2005 - (idw) Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald

Kampf gegen Nikotin ein Schwerpunktthema am Sozialmedizinischen Institut

Bereits zum dritten Mal hat die Kaufmännische Krankenkasse (KKH) ihren mit insgesamt 26.000 Euro dotierten Innovationspreis für Früherkennung und Prävention vergeben. Die Preisverleihung fand vergangene Woche am Rande der größten Medizinmesse Deutschlands, der MEDICA in Düsseldorf statt. Es wurden insgesamt vier Arbeiten ausgezeichnet, die neue Verfahren zur wirksameren Prävention oder Früherkennung von Krankheiten zum Forschungsgegenstand hatten. Den mit 2.000 Euro dotierten Sonderpreis erhielt dabei die Arbeitsgemeinschaft "Rauchfreie Kindheit" am Institut für Epidemiologie und Sozialmedizin der Universität Greifswald für die Untersuchung zur Prävention tabakbezogener Krankheiten bei Neugeborenen und ihren Müttern. Tabakrauchen ist das größte vermeidbare Gesundheitsrisiko mit erheblichen gesundheitlichen Konsequenzen für die Raucherinnen sowie dem Passivrauch ausgesetzten Neugeborenen. Über 30 Prozent der Frauen in der Allgemeinbevölkerung rauchen, zu Beginn der Schwangerschaft rauchen 41 Prozent der werdenden Mütter. 50 Prozent der Neugeborenen und der Kleinkinder sind durch das elterliche Passivrauchen gefährdet. Sie leiden häufiger unter Atemwegserkrankungen, Asthma und Allergien als ihre nikotinfrei aufwachsenden Altersgenossen. Die in Mecklenburg- Vorpommern mit mehr als 2.000 Frauen durchgeführte Studie zeigt, dass Frauen, die nach der Geburt zu Hause eine individuelle Gesundheitsberatung erhalten hatten, deutlich weniger rauchen. Väter und andere im Haushalt lebende Personen müssen jedoch künftig in die Beratung einbezogen werden. Die Arbeitsgruppe besteht aus den Mitarbeitern Julia Grempler, Dr. Wolfgang Hannöver, Dr. Ulfert Hapke, Kathrin Röske und Dr. Jochen René Thyrian.

Die wirksame Aufklärung über die nachhaltigen Risiken der Nikotinsucht ist inzwischen eines der Schwerpunktthemen am Institut für Epidemiologie und Sozialmedizin der Universität Greifswald. Derzeit laufen acht Forschungsprojekte, die sich mit den Folgen des Rauchens in bestimmten Gesellschaftsgruppen befassen und eine verbesserte Aufklärungsarbeit zum Ziel haben. Das betrifft beispielsweise den Nikotinkonsum während der Schwangerschaft, nach der Geburt, im jugendlichen Alter und bei Frauen, die Hormonpräparate zur Schwangerschaftsverhütung nehmen. Gleichzeitig wird eine stärkere Vernetzung und Zusammenarbeit mit Arztpraxen im Land gesucht, um Patienten bei ihrem nicht einfachen Weg aus der schädlichen Nikotinsucht zu unterstützen.

http://www.kkh.de/detail.cfm?pageid=128&op=dsp&pk=106137

Universitätsklinikum Greifswald
Institut für Epidemiologie und Sozialmedizin
Dipl.-Psych. Dr. Jochen René Thyrian
Walther-Rathenau-Str. 48, 17487 Greifswald
T +49 (0)3834/86 77 15
F +49 (0)3834/86 77 01
E thyrian@uni-greifswald.de
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