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Anton Zeilinger ist Inhaber der Johannes Gutenberg-Stiftungsprofessur im Jahr 2006

30.11.2005 - (idw) Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Der Professor am Institut für Experimentalphysik der Universität Wien ist einer der bedeutendsten Quantenphysiker der Gegenwart. Er gilt weltweit als Autorität auf den Gebieten der Quantenphysik, Quantenkommunikation und Quantenkryptographie: Professor Dr. Anton Zeilinger ist Inhaber der Johannes Gutenberg-Stiftungsprofessur der "Freunde der Universität Mainz e.V." im Jahr 2006. In seiner Veranstaltungsreihe wird der Wiener Experimentalphysiker die faszinierende Welt der Quantenphysik vorstellen und ihre revolutionären Auswirkungen auf unser Weltbild erörtern. Unter der Leitfrage "Was ist Wirklichkeit?" wird er sich in seinen Vorlesungen mit "Fundamentalen Fragen und technologischen Entwicklungen im Quantenexperiment" auseinandersetzen. "Wir freuen uns außerordentlich, dass es uns gelungen ist, diesen Ausnahmewissenschaftler für ein Semester nach Mainz zu holen", erklärt Dr. Klaus Adam, Vorsitzender der Vereinigung der "Freunde der Universität Mainz e.V.", "seine spektakulären Experimente zur Teleportation, besser bekannt auch als 'Beamen', haben ihn schlagartig populär gemacht. Anton Zeilinger ist ähnlich wie Albert Einstein ein 'Popstar' unter den Wissenschaftlern und wird immer wieder als heißer Kandidat für den Nobelpreis gehandelt."

In seiner Vorlesungsreihe wird Anton Zeilinger von den zentralen Aussagen der Quantenphysik ausgehen. Sie stellen eine Provokation des "gesunden Menschenverstandes" dar. Die Quantenphysik zwingt uns, vertraute Vorstellungen und Denkgewohnheiten aufzugeben. Sie eröffnet eine subatomare Welt, in der eine Reihe von Gewissheiten unserer Alltagserfahrung verabschiedet werden müssen. In der Quantenwelt versagen die uns so selbstverständlichen Kategorien wie Raum, Zeit und Kausalität. Stattdessen gewinnt der Begriff des Zufalls, noch mehr aber der Begriff der Information, entscheidende Bedeutung. Die Welt ist also Zufall? Was ist und was bedeutet dann Wirklichkeit? Offensichtlich stellt die Quantenphysik fundamentale Fragen an unser wissenschaftliches Weltbild. Zeilinger betont: "Das Weltbild steht überhaupt nicht fest. Wir haben erst begonnen, darüber nachzudenken." Dies mache es notwendig, auf die philosophischen Konsequenzen der neuen Erkenntnisse einzugehen und die Folgen für unser Menschenbild zu reflektieren.

International renommiert

Das weltweite Renommee Anton Zeilingers verdankt sich insbesondere auch seinen auf praktische Anwendung gerichteten Forschungen. Drei große Vorhaben stehen dabei im Zentrum: die Teleportation, die Quantenkryptographie und der Quantencomputer. Dass Teleportation, das "Beamen" in den Science-Fiction-Filmen, grundsätzlich möglich ist, haben Zeilinger und sein Team bewiesen. Auch wenn das "Beamen" von Menschen weiterhin in die Welt der Science-Fiction gehören wird, so sind doch die technologischen Anwendungsmöglichkeiten der Quantenteleportation enorm: Die Quantenkryptographie erlaubt eine fälschungs- und abhörsichere Übermittlung von Informationen und der Quantencomputer könnte schon bald unseren Alltag grundlegend verändern.

Als Nachfolger von Fritz Stern, Bert Hölldobler, Hans-Dietrich Genscher, Wolfgang Frühwald, Klaus Töpfer und Peter Ruzicka wird somit auch im Jahr 2006 ein Gast-professor von internationaler Bedeutung nach Mainz kommen: "Der siebte Inhaber der Johannes Gutenberg-Stiftungsprofessur wird dem Anspruch der Internationali-tät erneut gerecht", erklärt Kurt Roeske, stellvertretender Vorsitzender der "Freun-de der Universität Mainz e.V.". Und Professor Dr. Andreas Cesana, Vorsitzender der Stiftung "Johannes Gutenberg-Stiftungsprofessur", versichert: "Anton Zeilinger wird sein Publikum begeistern und faszinieren, weil er selbst von seiner Wissen-schaft begeistert und fasziniert ist."

Öffnung der Universität: Akzeptanz in der Öffentlichkeit

Vorbehalten ist sie herausragenden Wissenschaftlern und Persönlichkeiten von internationalem Renommee: Die Johannes Gutenberg-Stiftungsprofessur der Vereinigung der Freunde soll das Ansehen und die Attraktivität der Universität über die Landesgrenzen hinaus fördern und neue Akzente setzen. "Anton Zeilinger ist mit seiner Eloquenz hervorragend geeignet, wissenschaftliche Themen im Dialog der Bevölkerung anschaulich und doch auf hohem Niveau zu vermitteln. Ich bin sicher, dass die Johannes Gutenberg-Stiftungsprofessur 2006 erneut die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit - national und international - auf sich ziehen und damit maßgeblich zum Ansehen der Universität beitragen wird", betont der Präsi-dent der Johannes Gutenberg-Universität, Univ.-Prof. Dr. med. Jörg Michaelis.

Eingerichtet hat die "Vereinigung der Freunde" die Stiftungsprofessur aus Anlass des 600. Geburtstags von Johannes Gutenberg im Jahr 2000. Inhaber der Stiftungsprofessur waren der Kulturhistoriker und Träger des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels Fritz Stern (2000), der führende Vertreter der Evolutionsbiologie und Pionier der Soziobiologie Bert Hölldobler (2001), der frühere Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher (2002), der ehemalige Präsident der DFG und heutige Präsident der Alexander von Humboldt-Stiftung Wolfgang Frühwald (2003), der derzeitige Exekutiv-Direktor des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) Klaus Töpfer (2004) sowie der Komponist und Dirigent Peter Ruzicka (2005).


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