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Psychoanalytische Forschung: Vom Experiment zur Klinik

03.05.2002 - (idw) Universität Leipzig

Zum psychoanalytischen Studientag für Studenten aller Fachrichtungen und alle interessierten Hörer laden Prof. Michael Geyer, Direktor der Klinik für Psychotherapie und Psychosomatische Medizin der Universität Leipzig und Prof. Horst Kächele aus Ulm ein.

Zum psychoanalytischen Studientag für Studenten aller Fachrichtungen und alle interessierten Hörer laden Prof. Michael Geyer, Direktor der Klinik für Psychotherapie und Psychosomatische Medizin der Universität Leipzig und Prof. Horst Kächele aus Ulm ein. Im Mittelpunkt stehen Beiträge von Nachwuchswissenschaftlern aus Leipzig und Frankfurt/Main zu den Themenkomplexen "Dysfunktionale Beziehungsmuster" und "Traumbearbeitung"

Zeit: 8. Mai 2002, 13.00 bis 17.00 Uhr
Ort: Hörsaal 17, Hörsaalgebäude der Universität Leipzig, Universitätsstraße

Der erste und der letzte Vortrag des Studientages beschäftigen sich mit einer der Grundfragen des Psychotherapeuten: Wie können Beziehungsmuster diagnostiziert werden, die als Ursache von psychischen Störungen gelten? Gemeint sind konflikthafte Formen des Beziehungsverhaltens, die meist frühkindlich geprägt werden. Solche Beziehungsmuster können aber auch ausgelöst werden durch traumatische Ereignisse wie Folterung, sexueller Missbrauch, Geiselnahme usw. Jüngstes Beispiel für ein traumatisches Ereignis ist der Amoklauf eines Erfurter Schülers, der die Medien für einige Zeit beherrschte. "Wichtig ist", so Prof. Geyer, "dass die Betroffenen mit ihren Erlebnissen nicht allein gelassen werden, sondern dass sie professionelle Hilfe bekommen."

Am Studientag wird Dr. Cornelia Albani aus der Leipziger Uniklinik empirische Analyseforschung am Beispiel eines Musterfalles vorstellen. Die unvollständige Tonbandaufzeichnung aller 517 Therapiestunden der psychoanalytischen Behandlung der Patientin Amalie X ermöglichte die systematische Untersuchung dieses therapeutischen Prozesses. Auf der Basis der Analyse der
Beziehungsmuster dieser Patientin lassen sich therapeutische Veränderungen darstellen.

Die zwei anderen Vorträge des Studientages beschäftigen sich mit wissenschaftlichen Zugängen zum Traum. Ausgehend von der Frage "Wie können Trauminhalte eingeordnet werden?" bzw. "Kann man Träumen wissenschaftlich zu Leibe rücken?" spricht Dr. Heinrich Deserno aus Frankfurt/Main zum Thema "Träume auf der Couch - psychoanalytische Therapie und Traumdeutung" und Dr. Stephan Hau, ebenfalls Frankfurt, zum Thema "Träume im Labor - experimentelle Traumforschung und Psychoanalyse". Prof. Geyer warnt vor der Vorstellung, dass man Träume1:1 erklären kann. "Um dahinter zu kommen, was über den Traum erklärbar sein könnte, muss man einiges über die konkreten Lebensumstände des Träumenden und seine Konflikte wissen." Für ihn persönlich jedenfalls ergäbe sich manche Problemlösung aus dem, was er träume.
weitere Informationen: Prof. Dr. Michael Geyer
Telefon: 0341 97 18 850

Dr. Bärbel Adams
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