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Vorfahrt für innovative Produkte

12.12.2005 - (idw) Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI)

Der Staat sollte bei seiner öffentlichen Beschaffung mehr auf innovative Produkte setzen, fordert das Fraunhofer ISI. Das begünstigt innovative Unternehmen und nutzt den Bürgern als Kunden des Staates. Die öffentliche Hand ist in vielen Märkten ein wichtiger Kunde: Sie kauft Autos für Fuhrparks, Computer für Verwaltungen und viele weitere Produkte und Dienstleistungen. Weil bei größeren Beschaffungen in der Regel die günstigsten Anbieter zum Zuge kommen, haben es innovative Produkte schwer - sie sind meist teurer und gelten als komplizierter. Dabei könnte gerade die öffentliche Beschaffung ein wichtiger Motor für Innovationen sein, sagt das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung in Karlsruhe. Das würde nicht nur innovativen Unternehmen helfen, sondern auch den Bürgern, die von höherer staatlicher Effizienz profitieren könnten.

Das Thema nachfragegetriebene Innovationen, mit dem sich das Institut seit einiger Zeit beschäftigt, entdecken jetzt auch die Politiker. So möchte die Europäische Union von einem Team unter Leitung des Fraunhofer ISI wissen, wie man die öffentliche Beschaffung organisieren muss, um die Chancen innovativer Produkte zu erhöhen. Ein Ergebnis: Statt nur auf den Preis zu achten, sollte es künftig weitere Kriterien geben, die die Innovationen eines Produkts oder einer Dienstleistung besser bewerten. Kriterien könnten die gesamten Nutzungskosten über die Lebensdauer des Produkts sein oder der Mehrwert für die Bürger als Kunden des Staates.

Am 14. Dezember 2005 veranstaltet die Europäische Kommission in Brüssel eine Konferenz, an der 80 hochrangige Vertreter aus Politik und öffentlichen Einrichtungen teilnehmen. Dort werden die Ergebnisse einer vom ISI geleiteten Studie für die EU vorgestellt, darunter Fallstudien zu gelungenen Beispielen innovativer Beschaffung in 15 EU- und vier Nicht-EU-Staaten sowie Erfahrungen aus hun-dert Interviews mit Fachleuten. Die Resultate aus der Studie und der Konferenz sollen nächstes Jahr in ein "Handbuch für öffentliche Beschaffung, Forschung und Innovation" einfließen, in dem die EU Leitlinien für Beschaffungsprozesse vorschlägt, die innovative und forschungsintensive Produkte fördern.

Kontakt
Dr. Jakob Edler
Telefon: (0721) 6809 - 129
E-Mail: jakob.edler@isi.fraunhofer.de

Die Presseinformationen des Fraunhofer ISI finden Sie auch im Internet unter http://www.isi.fraunhofer.de/pr/presse.htm

Das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI untersucht Marktpotenziale technischer Entwicklungen und deren Auswirkungen auf Wirtschaft, Staat und Gesellschaft. Die interdisziplinären Forschungsgruppen konzentrieren sich auf neue Technologien, Industrie- und Serviceinnovationen, Energiepolitik und nachhaltiges Wirtschaften sowie auf die Dynamik regionaler Märkte und die Innovationspolitik.
Weitere Informationen: http://www.isi.fraunhofer.de/p/Projektbeschreibungen/je_inpup_e.htm
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