Studium, Ausbildung und Beruf

web uni-protokolle.de
 powered by
NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenSonntag, 20. April 2014 

Klinische Forschung als patientenorientierte Wissenschaft - Theodor-Stern-Stiftungspreis 2005 wird für herausragende Lei

15.12.2005 - (idw) Klinikum der Johann Wolfgang Goethe-Universität, Frankfurt a. M.

Mit dem diesjährigen Theodor-Stern-Stiftungspreis 2005 zur Förderung des Klinikums der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main werden Dr. Nicola Gökbuget, Leiterin der Studienzentrale der Medizinischen Klinik II, und Dr. Diamant Thaci, Leiter und Koordinator der klinischen Forschung am Zentrum der Dermatologie und Venerologie des Uniklinikums Frankfurt ausgezeichnet. Den mit 5.000 Euro dotierten Preis erhalten sie zu gleichen Teilen in Anerkennung ihres besonderen Engagements in der klinischen Forschung, insbesondere ihrer herausragenden Leistungen in Aufbau, Leitung und Fortentwicklung der klinischen Forschung des Uniklinikums in den Bereichen Hämatologie/Leukämie und Dermatologie. Die Preisverleihung stand unter dem Motto "Klinische Forschung: Patientenorientierte Wissenschaft" und erfolgte anlässlich des achten Treffens der Theodor-Stern-Stiftung am Mittwoch, 14. Dezember 2005, durch Professor Dr. Roland Kaufmann, Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums und Vorstandsvorsitzender der Theodor-Stern-Stiftung.
Dr. Nicola Gökbuget ist seit 1990 Ärztin an der Medizinischen Klinik II des Uniklinikums, wo sie in der Kardiologie 1991 zum Dr. med. promovierte. Die Studienzentrale der Medizinischen Klinik II, von Dr. Gökbuget seit 1993 geleitet, führt mono- und multizentrische Therapiestudien aller Phasen bei Leukämien durch. Die Zentrale organisiert, plant und nimmt die Auswertung klinikinterner Studien und Studien in Zusammenarbeit mit der pharmazeutischen Industrie vor. Unter maßgeblicher Beteiligung Dr. Gökbugets an Aufbau und Entwicklung ist die Studienzentrale zu einer bundesweit und international gefragten Einrichtung für die Lieferung von Daten zur Diagnostik und Therapie geworden und ist darin vorbildlich für die Beratung von Ärzten und Patienten auf dem Gebiet der Akuten Lymphatischen Leukämie (ALL). "Dr. Gökbuget hat die Studienzentrale zu einer hoch spezialisierten und effektiven Einheit aufgebaut, die mit qualifiziertem Personal alle Serviceleistungen eines Koordinationszentrums für klinische Studien (KKS) anbietet", würdigt Professor Dr. Dieter Hoelzer, Direktor der Medizinischen Klinik II der Uniklinik Frankfurt, die Leistungen der Preisträgerin. So koordiniert die Ärztin unter anderem die "Deutsche Multizentrische Studiengruppe für die Akute Lymphatische Leukämie des Erwachsenen" (GMALL) mit mehr als 100 teilnehmenden Kliniken aus Deutschland und angrenzenden europäischen Ländern. Dank der effizienten Infrastruktur in der Versorgung können dort 4000 Patienten in sieben konsekutiven Studien behandelt werden. Des weiteren leitet Dr. Gökbuget das auf zwei Jahre angelegt Forschungsprojekt "Lebensqualität und medizinische Spätfolgen bei Langzeitüberlebenden nach akuter Leukämie des Erwachsenen". Ziel dieser Studie ist eine detaillierte Analyse der Lebensqualität und des medizinischen Zustands der so genannten Langzeitüberlebenden, die zwischen 1984 und 1999 an deutschen Kliniken behandelt worden waren.
Wichtige Impulse in der Diagnostik, Risikoevaluation, Therapie und Analyse der ALL konnten mit dem Aufbau des "Kompetenznetzes für akute und chronische Leukämien" und des EU-geförderten Projekts "European Leukemia Information Center" gesetzt werden. Das Kompetenznetz beinhaltet die umfangreichste Studiendatenbank in der Hämatologie und Onkologie in Deutschland. Beide Projekte unter Beteiligung von Dr. Gökbuget optimieren in hohem Maße die strukturierte Information in Therapie und Diagnostik von Leukämien für Ärzte, Patienten, Angehörige und die breite Öffentlichkeit. "Hier äußert sich die klinische Forschung ganz klar als eine patientenorientierte Wissenschaft", resümiert Professor Dr. Hoelzer.
Dr. Diamant Thaci, Oberarzt im Zentrum der Dermatologie und Venerologie am Klinikum der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main, promovierte 1990 an der Universität Prishtina/Kosovo im ehemaligen Jugoslawien zum Doktor der Medizin. Der Arzt mit Sprachkenntnissen in sieben Sprachen blickt auf eine umfangreiche Tätigkeit auf dem Gebiet der Dermatovenerologie zurück. Auf diesem Gebiet ist Dr. Thaci seit 1990 tätig, zunächst als Juniordozent in Jugoslawien, von 1992 an im Zentrum der Dermatologie und Venerologie am Uniklinikum Frankfurt. Dort baute Dr. Thaci seine Kompetenzen zunächst als Assistenzarzt und wissenschaftlicher Angestellter aus, bis ihm 1997 die Leitung und Koordination der klinischen Forschung im Zentrum der Dermatologie und Venerologie übertragen wurde.

Mit der Leitung und dem Aufbau der klinischen Forschung durch Dr. Thaci verfügt das Uniklinikum über eine effektive Einheit zur Prüfung der Wirksamkeit und Verträglichkeit von Medikamenten, besonders bei der Psiorasis und atopischen Dermatitis, welche den Schwerpunkt der Forschungstätigkeit von Dr. Thaci bilden. "Unter maßgeblicher Beteiligung Dr. Thacis an Aufbau und Entwicklung der klinischen Forschung am Universitätsklinikum Frankfurt, hat sich die klinische Forschungsarbeit des Uniklinikums mit dem Prädikat der Vorbildlichkeit bei den relevanten Gremien, Behörden, Auditorien von Pharmaunternehmen und Instituten für klinische Auftragsforschung etabliert", würdigt Professor Dr. Kaufmann die Arbeit des Oberarztes.
Mit Hilfe von Dr. Thacis Expertise aus jahrelanger Forschungstätigkeit konnten führende Pharmaunternehmen ihre klinischen Studien erheblich verbessern. Sein Fachwissen setzt der Dermatologe zudem für die Schulung von Prüfärzten ein.
In der Funktion als Leiter der Klinischen Prüfung (LKP), in der Dr. Thaci häufig Professor Kaufmann vertritt, bildet der Forscher die kommunikative Schnittstelle zwischen Uniklinikum und den Behörden, der Ethikkommission und Sponsoren. Hier nimmt der Oberarzt Stellung zu Arzneimittelsicherheit und Qualitätszustand von Medikamenten, die sich auf dem Prüfstand befinden. Professor Kaufmann: "Unter der Leitung Dr. Thacis hat die klinische Forschung des Universitätsklinikums Frankfurt die Arzneimittelsicherheit erheblich verbessert. Ihm ist es gelungen, das Frankfurter Universitätsklinikum zu einer national und international gefragten Institution für die Durchführung klinischer Studien auszubauen."


Frankfurt am Main, 14. Dezember 2005

Für weitere Informationen:

Ricarda Wessinghage
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Klinikum der J.W. Goethe-Universität Frankfurt am Main
Fon (0 69) 63 01 - 77 64
Fax (0 69) 63 01 - 8 32 22
E-Mail ricarda.wessinghage@kgu.de
Internet www.kgu.de

uniprotokolle > Nachrichten > Klinische Forschung als patientenorientierte Wissenschaft - Theodor-Stern-Stiftungspreis 2005 wird für herausragende Lei
ImpressumLesezeichen setzenSeite versendenDruckansicht

HTML-Code zum Verweis auf diese Seite:
<a href="http://www.uni-protokolle.de/nachrichten/id/110771/">Klinische Forschung als patientenorientierte Wissenschaft - Theodor-Stern-Stiftungspreis 2005 wird für herausragende Lei </a>