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Pionier der Leipziger Herzchirurgie verstorben

23.12.2005 - (idw) Universität Leipzig

Am 21. Dezember verstarb im Alter von 88 Jahren der Leipziger Herzchirurg und Ehrensenator der Universität Leipzig, Prof. Dr. Martin Herbst, der als einer der Pioniere der Herzchirurgie im Osten Deutschlands gilt und maßgeblich an der Entwicklung der Herz- und Gefäßchirurgie an der Universität Leipzig beigetragen hat. Der 1917 im sächsischen Seifersdorf geborene Martin Herbst studierte Medizin in Berlin und Würzburg, promovierte 1943 in Würzburg und wurde gleich danach im März 1943 nach Nordafrika eingezogen. Schon im Mai geriet er in britische Gefangenschaft, aus der er 1947 zurückkehrte. Nachdem er drei Jahre in Limbach/Sachsen am dortigen Stadtkrankhaus tätig war, ging er 1950 an die Universität Leipzig und absolvierte dort seine Facharztausbildung zum Chirurgen.

Nach seiner Habilitation 1957 wurde er zunächst zum Dozenten ernannt, 1961 zum Professor mit Lehrauftrag und 1966 zum Professor mit vollem Lehrauftrag. Er musste noch acht Jahre warten, bevor man ihn zum ordentlichen Professor ernannte, obwohl er bereits 1961 Direktor der Klinik für Herz- und Gefäßchirurgie der Universität Leipzig wurde, die er als erste ihrer Art in Europa maßgeblich initiierte.

Martin Herbst hatte sich von Anfang an mit seiner wissenschaftlichen Arbeit einen Namen gemacht. So begründete der damalige Leipziger Chefchirurg, Prof. Dr. Herbert Übermuth, 1956 den Antrag auf Beförderung seines Mitarbeiters damit, dass "Dr. Herbst in überdurchschnittlicher und überragender Weise die Herzchirurgie aufgebaut und entwickelt hat, so dass wir heute sehr erfolgreich alle herzchirurgischen Operationen durchführen, welche bisher an Kliniken westdeutscher Spezialisten unter Aufwendung hoher Devisen verwiesen werden mussten."

Auch international hatte sich Prof. Martin Herbst einen Namen gemacht. "Bis zuletzt besuchten ihn z.B. amerikanische Experten, wenn sie zu Kongressen in Leipzig waren.", weiß Prof. Dr. Friedrich W. Mohr, renommierter Herzchirurg und Ärztlicher Direktor des Leipziger Herzzentrums.

Seiner Universität blieb Prof. Martin Herbst immer verbunden. Als Ehrensenator besuchte er noch in den letzten Jahren Veranstaltungen der Universität und interessierte sich für ihre weitere Entwicklung. "Als international anerkannter Herzchirurg und Hochschullehrer genoss er hohes Ansehen bei Mitarbeitern, Doktoranden und Studenten.", würdigt der Rektor der Universität Leipzig, Prof. Dr. Franz Häuser, die Lebensleistung des Arztes, Wissenschaftlers und Hochschullehrers. "Aus seiner Klinik sind Schüler hervorgegangen, die seine Tradition im Lande fortsetzten und das von ihm geschaffene neue Fachgebiet weiter entwickelten. Die Universität Leipzig wird das Andenken an Prof. Herbst stets bewahren"

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