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Erfahrungen in der Fremde im Blickpunkt - Kolloquium zur Migrationsforschung

11.01.2006 - (idw) Universität Stuttgart

Dass Menschen ihr Land verlassen und in eine ungewisse Ferne aufbrechen mussten, hat es zu allen Zeiten gegeben. Hungersnöte und wirtschaftliche Not, politische oder religiöse Verfolgung oder auch die Hoffnung auf ein besseres Leben bildeten häufig die Triebfeder, allein oder mit der Familie das Glück oder zumindest bessere Lebensbedingungen in einem fremden Land zu suchen. Migration ist sozusagen eine Grundbedingung der geschichtlichen Entwicklung des Menschen. Mit diesem Themenbereich beschäftigt sich der Stuttgarter Arbeitskreis für Historische Migrationsforschung, der am 21. und 22. Januar zu einem Kolloquium über "Migrationserfahrungen und Migrationsstrukturen" an die Universität Stuttgart lädt. Die Spannweite der Themen reicht von Württembergern im Bauernkrieg über württembergische Deserteure bis zu heutigen türkischen Migranten in Stuttgart und ihren Lebensläufen. Im Blickpunkt steht auch die Türkei als mögliches Aufnahmeland der Europäischem Union oder die Auswanderung nach Australien.

Den Wissenschaftlern des Arbeitskreises, der am Historischen Institut der Universität Stuttgart beheimatet ist, geht es vor allem um die Erfahrungsebene der Migranten selbst. Woher wissen die Menschen, wohin sie gehen sollen? Welche Erfahrungen machen sie bei der Auswanderung und bei der Ansiedlung? Gewandert wurde immer, darüber nachgedacht auch. Diese Erfahrungen prägen heutige Gesellschaften mehr, als man sich manchmal bewusst macht. Lange Zeit hat die Forschung historische Wanderungsbewegungen aus der Sicht des Herkunftsgebietes (Auswanderung), der Aufnahmeregion (Einwanderung) oder einzelner Migrantengruppen (wie etwa Hugenotten) betrachtet. Dabei kamen die Wahrnehmungen und Erfahrungen der einzelnen Migranten zu kurz. Migration erschien damit häufig als Bewegung einer amorphen Masse. Migranten sind jedoch Individuen, für die ein Ortswechsel in der Regel einen großen biographischen, wirtschaftlichen oder sozialen Einschnitt bedeutet.

Die Tagung unter Leitung von Prof. Eckart Olshausen und Dr. Alexander Schunka geht der Frage nach Migrationserfahrungen durch die Betroffenen selbst ebenso wie durch Vertreter der Aufnahmegesellschaft nach. Eine solche Perspektive ist in unserer mobilen Gesellschaft aktueller denn je

Zeit: 21. 1.: 13.00 Uhr bis ca. 18.30 Uhr; 22.1.: 9.00 Uhr bis 13.00 Uhr
Ort: Stuttgart-Stadtmitte, Historisches Institut, Keplerstr. 17, 8. Stock, Raum 17.81

Weitere Informationen unter Tel. 0711/121-2817, e-mail: alexander.schunka@po.uni-stuttgart.de

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