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Ehrenkolloquium für Werkstoffwissenschaftlerin Prof. Dagmar Hülsenberg

20.01.2006 - (idw) Technische Universität Ilmenau

Anlässlich ihres 65. Geburtstages und des damit verbundenen Ausscheidens aus dem aktiven Dienst an der TU Ilmenau ehrt das Fachgebiet Glas- und Keramiktechnologie des Institutes Werkstofftechnik an der Fakultät für Maschinenbau die langjährige Fachgebietsleiterin, Frau Univ.-Prof. Dr.-Ing. Dr. rer. oec. Dagmar Hülsenberg, mit einem Kolloquium am Freitag, dem 3.02.2006. Das Ehrenkolloquium beginnt um 11:00 Uhr im Ernst-Abbe-Zentrum, Raum 1341/1342, Ehrenbergstraße 29. Programmablauf:

·Musikalischer Auftakt
·Ansprache des Institutsdirektors, Univ.-Prof. Dr.-Ing. habil. Heinrich Kern
·Grußwort des Dekans der Fakultät für Maschinenbau, Univ.-Prof. Dr.-Ing. habil. Peter Kurtz
·Festvortrag von Prof. Dr. rer. nat. habil. Lothar Michalowsky, Mitglied der Leibniz-Sozietät Berlin

Um 13:30 Uhr beginnen die Fachvorträge im Gebäude Werkstoffe I, Raum 124:

·"Situation der deutschen Glasindustrie - aktuelle Forschungsvorhaben der HVG"
Dr. U. Roger, DDG-HVG, Offenbach
·"10 von 42 - Mikrostrukturierung von Glas", Dr.-Ing. A. Harnisch, SGIL Silicaglas Ilmenau GmbH, Langewiesen
·"Analyse von Glaswerkstoffen im Dienstleistungslabor - Flexibilität durch Präparationstechniken und Messmethoden", Dr.-Ing. J. Daniel, Zentrum für Glas- und Umweltanalytik GmbH, Ilmenau

Zur Vita von Frau Univ.-Prof. Dagmar Hülsenberg:

Geboren 1940 im thüringischen Sonneberg, legte sie dort ihr Abitur ab und absolvierte eine Lehre als Facharbeiterin für technische Keramik, ehe sie 1962 ein Studium an der Bergakademie Freiberg in der Fachrichtung Silikathüttenkunde aufnahm. Ihr Diplom erwarb sie 1965 mit einem Thema zur Feuerfestkeramik bei Prof. Dr. Haase und promovierte auch bei ihm 1970 über das Hochtemperatur-Deformationsverhalten von Schamotte mit magna cum laude zum Dr.-Ing. Ein Jahr zuvor hatte sie bei Prof. Dr. Gallenmüller mit einer Dissertation über mathematische Methoden der Rechnungsführung und Statistik zum Dr. rer. oec., ebenfalls mit magna cum laude, promoviert. Beide Arbeiten waren ausgeprägt industriebezogen.

Nach einem fünfjährigen Einsatz im damaligen Ministerium für Glas- und Keramikindustrie als Leiterin der Abteilung Wissenschaft wurde sie 1975 auf den seinerzeit an der Technischen Hochschule Ilmenau neu eingerichteten Lehrstuhl für Glas- und Keramiktechnologie berufen. Anlass war die sich im Raum Ilmenau extensiv entwickelnde Glas- und Keramikindustrie mit ihrem zwangsläufig hohen Bedarf an einschlägig ausgebildeten Diplomingenieuren.

In den 30 Jahren als Hochschullehrerin hat sie ca. 200 Diplomanden sowie 42 Doktoranden bzw. Habilitanden betreut. Unter den letzteren sind 12 Frauen, für deren Förderung sie sich von Anfang an ungeachtet aller offiziellen Kampagnen besonders engagiert hatte.

Ihre Forschungen befassten sich anfänglich mit Themen der Formgebung von Glas sowie der Mess- und Automatisierungstechnik in der Glasindustrie, wofür die fachliche Ausrichtung der TH Ilmenau beste Voraussetzungen geboten hatte. Darunter befanden sich sensorgeführte Anlagen zur Skalierung gläserner Mess- und Vollpipetten, zur Thermometerjustierung, zur Bremslampenherstellung und zum Verputzen von Durchbruchporzellan.
Nach der Wende war infolge des Wegbrechens der hiesigen Glas- und Keramikindustrie sowie der verstärkten Hinwendung der inzwischen zur Technischen Universität gewandelten Hochschule u.a. zur Mikro- und Nanotechnik auch für die nunmehrige C4-Professorin die Mikrostrukturierung von Gläsern das Hauptfeld der Forschung geworden. Ebenso wichtige Rollen spielten die Herstellung einkristalliner oxidischer Mikro- und Nanopulver, oxidische Glasverbundwerkstoffe und - aktuell - die elektromagnetische Beeinflussung von Glasschmelzen.

Die wissenschaftlichen Ergebnisse sind in rund 200 Veröffentlichungen, darunter 2 Büchern, niedergelegt als auch in zahlreichen Vorträgen im In- und Ausland präsentiert worden.

Im Jahre 1986 wurde sie als Ordentliches Mitglied in die Sächsische Akademie der Wissenschaften zu Leipzig berufen, deren Präsidium sie seit 2004 angehört. Auch ist sie berufenes Mitglied der erst kürzlich gegründeten Akatec.

Frau Univ.-Prof. Hülsenberg leitete von 1976 - 1987 den Fachverband Silikattechnik in der Kammer der Technik, ehe sie 1987 zur Präsidentin dieses 300 000 Mitglieder zählenden Ingenieurverbandes der damaligen DDR gewählt worden war. Sie leitete die KDT bis 1992 und brachte sie über die schwierige Zeit der Wende hinweg in das neue gesellschaftliche Umfeld ein. Seit 1992 ist sie Mitglied der Deutschen Keramischen Gesellschaft.
Am 31. März 2006 wird Frau Prof.Hülsenberg offiziell aus dem aktiven Dienst an der TU Ilmenau ausscheiden.


Kontakt/Information:

Dr. Bernd Halbedel
Glass and Ceramic Technology Group
Inter-faculty Institute of Materials Science
Faculty of Mechanical Engineering
Technische Universität Ilmenau
Gustav-Kirchhoff-Strasse 6
D-98693 Ilmenau, Germany

Phone:+49(0)3677-69-2784,
Fax: +49(0)3677-69-1436
e-mail:bernd.halbedel@tu-ilmenau.de
Weitere Informationen: http://www.werkstoff.tu-ilmenau.de/
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