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Kraftsuppe für Potsdam - ... oder wie man aus der Not eine Tugend macht. Eine performative Intervention

20.01.2006 - (idw) Fachhochschule Potsdam

Seit dem Sommersemester 2005 findet an der Fachhochschule Potsdam ein Hauptstudiumsprojekt zum Thema "Künstlerische Intervention in Stadtteilen mit besonderem Entwicklungsbedarf" statt. Studierende des Fachbereiches Sozialwesen beschäftigen sich exemplarisch mit künstlerischen und ästhetischen Verfahren, deren soziokultureller Ausdruckskraft sowie ihrer orts- und zeitbezogenen Wirksamkeit. Dabei ließen sie sich von der Site-Specific Art und der künstlerischen Performance inspirieren, die durch ihre zunehmende Weiterentwicklung auf typisch sozialarbeiterischen Feldern für mannigfaltige Möglichkeiten und Ideen sorgen können - auf der Basis einer sozialen Kultur von Kooperation und Vernetzung. Das Ergebnis des Projekts "Kraftsuppe für Potsdam -... oder wie man aus der Not eine Tugend macht" zeigen die Studierenden unter Leitung von Prof. Dr. Hanne Seitz und Tine Pfeil am Dienstag, dem 24.01.2006, von 10.30 bis 12 Uhr an der FH Potsdam, Friedrich-Ebert-Str. 4. Weitere Interventionen finden am Mittwoch, dem 25.01.2006, am Johannes-Kepler-Platz und am Donnerstag, dem 26.01.2006 am Ernst-Busch-Platz jeweils von 10.30 - 12 Uhr statt.

Das Szenario: Von weitem sieht man schon die Dampfschwaden aus dem alten Kochtopf durch den kalten Januarwind davonjagen. Es ist Markt, nicht alle sind geschäftig, doch einige eher sehr beschäftigt. An Outdoor-Küchentischen wird ein ganz besonderes Mahl mit speziellen Zutaten bereitet. Da wird die Ordnung genauestens halbiert, die Ehrlichkeit gewissenhaft seziert und der Fleiß auf Hochglanz poliert. Emsig sind die Charaktere ganz eins mit ihrer Ingrediens und wissen um ihre Pflicht, in diesen harten Tagen den Menschen etwas zu geben. Eine stärkende und vor allem wärmende Kraftsuppe für Potsdam, bei der die Mischung entscheidet, ob es denn allen mundet oder einigen auch im Halse stecken bleibt.

Die in der Bevölkerung zu großen Teilen befürwortete Rückbesinnung auf traditionelle Werte wie Fleiß, Recht und Ordnung, Moral oder auch Pflichtbewusstsein, treibt die Menschen im Zuge der anhaltenden Rezession weiter um. Ob nun in den Feuilletons oder der zur politischen Bühne umfunktionierten Talkshow, kaum ein Tag verstreicht, an dem kein hoher politischer Würdenträger nach den alten Werten ruft. "Früher wurden die Tugenden missbraucht, heut brauchen wir sie umso mehr!" Doch, wo hört der Missbrauch auf und wo beginnt die Scheindebatte angesichts brechend voller Arbeitsagenturen und dem stetigen, schon salonfähig gewordenen Abschied vom Prinzip der Sozialstaatlichkeit? In einer Art performativen Intervention wird der bis dahin für viele unartikulierte Diskurs in eine erlebbare, interaktive Form gegossen. Die "Kraftsuppe für Potsdam" will ein Bildungsgeschehen auf gleicher Augenhöhe in Gang setzen. Identität, Stil und Handeln entstehen nicht durch Agitation von oben, sondern vielmehr durch Partizipation der Menschen. So entsteht Spannung und gleichzeitig Entspannung auf einer Ebene, die jedem einzelnen Raum für eigene Gedanken lässt und keine vorgefertigten Meinungen bedient.


Idee und Realisation: Anna Ullmann, Dirk Wendt, Friederike Blaschke, Judith Gallasch, Pamela Kling, Rosalie Schneitler, Sebastian Könitz, Simone Wallner, Tom Wischer.

Hinweis:
Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an Frau Tine Pfeil, FH Potsdam, FB Sozialwesen, Friedrich-Ebert-Str. 4, 14467 Potsdam, Tel: 0331 580-1150, pfeil@fh-potsdam.de

Medieninformationen und Veranstaltungshinweise der FH Potsdam können Sie
auch im Internet abrufen: http://www.fh-potsdam.de/aktuelles.html

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