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Forschungsverbund startet (Korrekturmeldung)

23.01.2006 - (idw) Universität Erfurt

Mit einem Festvortrag des amerikanischen Soziologen José Casanova am 3. Februar 2006 in Erfurt startet ein groß angelegtes Forschungsprojekt der Universität Erfurt, der Friedrich-Schiller-Universität Jena und der Fachhochschule Jena. Der mit rund 1,4 Millionen Euro geförderte Forschungsverbund nimmt in insgesamt 12 Teilprojekten die komplizierten Wechselwirkungen von Religion und Politik im Europa des 21. Jahrhunderts in den Blick. Beispielsweise ist der Streit über die Verankerung religiöser Werte in einer europäischen Verfassung noch nicht ausgestanden. Die Institutionalisierung des Islam als neue europäische Religion und religiös motivierte Gewalt in- und außerhalb Europas stellen staatliche Institutionen und gesellschaftliche Einrichtungen vor Herausforderungen, auf die sie nicht ausreichend vorbereitet scheinen. Im Austausch ihrer Perspektiven wollen Wissenschaftler aus Soziologie, Religionswissenschaft, Geschichtswissenschaft, Theologie und Politikwissenschaft neue Erkenntnisse gewinnen zu diesen und weiteren Fragen um Religion und Politik in Europa. Welche Rolle spielt religiöse Identität im vereinten Europa? Wie inszenieren und präsentieren sich Religionen; wer wird dabei ausgeschlossen? Welche Organisationsformen eignen sich für religiöse Minderheiten? Wie wird Religion in einer religiös pluralistischen Gesellschaft im Religionsunterricht vermittelt? Wie kommt es zur Radikalisierung von religiösen Gruppen? Warum erscheint die fremde Religion als bedrohlich? Auf diese und weitere Fragen richtet sich die Aufmerksamkeit der Wissenschaftler.

Die Finanzierung des Projekts übernimmt das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen des Programms "Geisteswissenschaften im gesellschaftlichen Dialog", das Geistes- und Sozialwissenschaften dazu auffordert, sich aktuellen gesellschaftspolitischen Fragen zu stellen und diese im regelmäßigen Austausch mit Praktikern und Politikern zu beantworten. Außerdem legt das BMBF Wert darauf, dass die gewonnenen Einsichten in geeigneter Weise der Öffentlichkeit vermittelt werden.

Die Sprecher des Projekts, Prof. Dr. Hans Joas, Dekan des Max-Weber-Kollegs und Prof. Dr. Dietmar Herz, Vizepräsident für Forschung, nehmen diesen Auftrag ernst und geben dem Forschungsprojekt einen öffentlichen Auftakt. Der Vortrag von José Casanova zum Thema "Einwanderung und religiöser Pluralismus: Ein europäisch - US-amerikanischer Vergleich" steht allen Interessierten offen. Prof. Casanova wird auf Fragen und Diskussionsbeiträge aus dem Publikum eingehen. Im Anschluss findet ein kleiner Empfang statt.
Die Veranstaltung findet am 3. Februar 2006 im Barocksaal der Staatskanzlei in Erfurt statt. Veranstaltungsbeginn ist 19 Uhr.

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