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Verspätetes Geschenk für Wolfgang Kiefer

07.02.2006 - (idw) Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Dass er zu seinem 65. Geburtstag zwar ein verspätetes, dafür umso schöneres Geschenk bekommt, weiß Wolfgang Kiefer schon jetzt: Am 14. März wird dem Professor von der Uni Würzburg in Florida der "Pittsburgh Spectroscopy Award" verliehen. Für Kiefer ist es eine besondere Ehrung, die ihm dort von der US-amerikanischen "Pittsburgh Spectroscopy Society" zuteil wird. Der einmal pro Jahr vergebene Preis ist nämlich für Wissenschaftler gedacht, die herausragende Beiträge zur Entwicklung und zum Verständnis der Spektroskopie geleistet haben. Nach Europa ging der Preis bislang nur einmal. Der Würzburger Professor nimmt ihn auf der Tagung PITTCON 2006 entgegen, die mit rund 25.000 Teilnehmern in Orlando stattfindet.

Seinen 65. Geburtstag feiert Kiefer am Sonntag, 12. Februar. Am Lehrstuhl des Professors (Physikalische Chemie II) wird die Struktur von Molekülen in der Gasphase, im flüssigen Zustand, auf Metalloberflächen sowie im festen Zustand aufgeklärt. Auch die ultraschnelle Dynamik, die in solchen Systemen abläuft, steht im Vordergrund seiner Forschungen. Zur Untersuchung all dieser Phänomene setzt Kiefer diverse Analysetechniken ein, angefangen von verschiedenen Formen der Raman-Spektroskopie bis hin zur Femtosekunden-Laser-Spektroskopie.

Geboren wurde Wolfgang Kiefer 1941 in Pforzheim. Er studierte Physik an der Universität München, promovierte dort und ging dann für zwei Jahre ans National Research Council of Canada in Ottawa. 1972 kehrte er nach Deutschland zurück. Es folgten wissenschaftliche Tätigkeiten an der Uni München und am Max-Planck-Institut für Festkörperforschung in Stuttgart. In München habilitierte er sich 1977 für das Fach Experimentalphysik.

Anschließend war Kiefer bis 1985 als Professor für Experimentalphysik an der Uni Bayreuth tätig. Dann folgte er einem Ruf an die Universität Graz, wo er ein Ordinariat innehatte und dem Institut für Experimentalphysik vorstand. Von Österreich aus kam er schließlich 1988 nach Würzburg, wo er seitdem Mitvorstand des Instituts für Physikalische Chemie ist.

Von 1997 bis 1999 wirkte Kiefer als Dekan der Würzburger Fakultät für Chemie und Pharmazie. Unter anderem gehörte er auch dem Senat und mehreren Senatskommissionen an. Er war Mitglied in drei und ist derzeit noch Mitglied in einem Sonderforschungsbereich.

Bislang hat der Würzburger Wissenschaftler mehr als 730 Publikationen und fünf Bücher mit herausgegeben. Zudem ist er Hauptherausgeber der internationalen Zeitschrift "Journal of Raman Spectroscopy" und Mitherausgeber anderer internationaler Fachblätter. Kiefer gehört einigen weltweit bedeutsamen wissenschaftlichen Komitees an und wurde mehrfach geehrt, unter anderem mit einer Ehrendoktorwürde der Babes-Bolyai-Universität Cluj-Napoca (Rumänien) sowie jeweils mit einer Ehrenprofessur der chinesischen Universitäten Peking und Wuhan. 2005 erhielt er den "Honorary Membership Award" der amerikanischen "Society for Applied Spectroscopy", der zum ersten Mal nach Deutschland vergeben wurde.

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