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Ausstellung: Garten der Erkenntnis

16.02.2006 - (idw) Union der deutschen Akademien der Wissenschaften

Was hat es mit der "Binsenweisheit" auf sich? Wer kultiviert den "Wortgarten"? Und wohin wächst das "Wurzelwerk"? Wer derzeit von den oberen Etagen hinunter ins Foyer des Berliner Wissenschaftsforums schaut, dem fallen sofort 26 Schlagwörter auf hellgrünen und roten Quadraten auf. Im "Garten der Erkenntnis" werden bis zum 7. März 2006 Besucher des Wissenschaftsforums am Gendarmenmarkt dazu eingeladen, von Forschungsprojekt zu Forschungsprojekt der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig zu spazieren, manch seltenes "Gewächs" zu entdecken und sich einen eigenen Ausstellungskatalog zu pflücken. Das interaktive Konzept wurde im letzten Jahr mit dem iF communication design award (gold) ausgezeichnet. Der Eintritt ist frei. "Ratsch" hallt es durch das Foyer des Wissenschaftsforums. Ein kurzer Blick auf die nächsten quadratischen Blätter und dann wieder: "ratsch, ratsch, ratsch". Ja, darf man das denn? Man soll sogar! Was auf den ersten Blick wie die Beschriftung eines Exponates anmutet, entpuppt sich als Teil des Ausstellungskataloges. Je nach Interesse kann sich der Besucher die Blätter einzeln von großen, verleimten Zettelblöcken abpflücken - oder auch auslassen, damit das Werk nicht gar zu dick wird. Denn gleich daneben lockt schon das nächste Exponat. Was sich wohl hinter dem Schlagwort "Binsenweisheit" verbirgt?

Um der Antwort näher zu kommen, kann der Besucher erst einmal einen Pinsel in die Hand nehmen und vorsichtig Sand zur Seite streichen. Doch was dann am Boden der durchsichtigen Gefäße zu lesen ist, wirft noch mehr Fragen auf: ? ¨w.w smn=f jb ?? Das sieht nach Mathematik aus. Ist es aber nicht. Vielmehr handelt es sich um die wissenschaftliche Umschrift ägyptischer Hieroglyphen. Und "¨w.w" steht dabei für Kraut. Oder auch Binse. Wer nun neugierig geworden ist, erfährt im Ausstellungskatalog vom Altägyptischen Wörterbuch, einem internationalen Kooperationsprojekt, an dem die Sächsische Akademie der Wissenschaften zu Leipzig mitwirkt und eine Textdatenbank für den gesamten altägyptischen Textbestand erstellt.

So ist es an jeder Station in diesem modularen Ausstellungssystem. Die Leipziger Grafikerin Katrin Grella und der Architekt Uwe Graalfs haben gemeinsam mit der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig einen "Garten der Erkenntnis" geschaffen, in dem der Besucher zunächst durch Schlagwörter eingefangen, durch ein Exponat noch neugieriger gemacht wird und schließlich durch Informationstafeln, den Katalog bis hin zu Fachpublikationen so umfassend informiert wird, wie er es möchte. Und wer gerade nicht so viel Zeit hat, kann sich zumindest den Teil des Kataloges pflücken, der ihn am meisten interessiert. "Ratsch!"

Die Ausstellung ist bis zum 7. März im Foyer des Berliner Wissenschaftsforums, Markgrafenstraße 37, zu sehen. Montag bis Freitag 9-18 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Ihre Ansprechpartner

Dr. Ute Ecker, Sächsische Akademie der Wissenschaften zu Leipzig, Tel:. 0341/711 5315, ecker@saw-leipzig.de. Näheres zur Sächsischen Akademie der Wissenschaften unter www.saw-leipzig.de;

Myriam Hönig, Union der deutschen Akademien der Wissenschaften / Büro Ber-lin, Tel.: 030/325 98 73 70, hoenig@akademienunion-berlin.de

Die Union der deutschen Akademien der Wissenschaften ist die Dachorganisation von sieben Wissenschaftsakademien, die sich zur Umsetzung gemeinsamer Interessen zusammengeschlossen haben. Unter dem Dach der Union sind mehr als 1600 Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen verschiedenster Fachrichtungen vereint, die zu den national und international herausragenden Vertretern ihrer Disziplinen gehören. Die Union koordiniert das "Akademienprogramm", das eines der größten und bedeutendsten geisteswissenschaftlichen Forschungsprogramme der Bundesrepublik Deutschland darstellt. So ist die Union zuständig für die Koordinierung und Durchführung gemeinsamer Forschungsvorhaben ihrer Mitgliedsakademien. Sie empfiehlt die Bildung von Schwerpunkten für verwandte Projekte, fördert die Kommunikation zwischen den Akademien und betreibt Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Sie kommuniziert mit Wissenschaftsorganisationen des In- und Auslandes und entsendet Vertreter in nationale und internationale Wissenschaftsorganisationen. Eine organisierte Zusammenarbeit der deutschsprachigen Akademien der Wissenschaften gibt es bereits seit über 100 Jahren. Sie geht zurück auf das sogenannte "Kartell", das 1893 in Leipzig für die Betreuung von über 30 gemeinsamen Akademie-Forschungsvorhaben gegründet wurde.


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