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Mehr Harmonie bei der Arzneimitteltherapie

16.02.2006 - (idw) Universitätsklinikum Heidelberg

Projekt HeiCare(r) hat die erste Testphase erfolgreich bestanden / Bessere Abstimmung zwischen Universitätsklinikum und Hausärzten durch mehr Information "Meine Pillen in der Klinik waren aber klein und rot und nicht blau und groß, Herr Doktor!" Solche Klagen bekommen Hausärzte nicht mehr zu hören, die von dem verbesserten Informationsaustausch zwischen Universitätsklinikum Heidelberg und niedergelassenen Ärzten durch das Projekt HeiCare(r) profitieren. Das kürzlich angelaufene Projekt wird von der AOK Baden-Württemberg finanziell unterstützt und von der Abteilung Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung und der Abteilung Innere Medizin VI, Klinische Pharmakologie und Pharmakoepidemiologie in Zusammenarbeit mit der Apotheke des Klinikums betreut. Dass die Abstimmung der Arzneimitteltherapie zwischen Klinik und Praxis funktioniert, hat die Testphase der vergangenen Wochen gezeigt.

Heinz H. gehört zu den ersten 20 Patienten, bei denen HeiCare(r) zum Einsatz kommt. Als Patient mit einem chronischen Leiden muss er täglich 7 Medikamente einnehmen. Nach seiner Aufnahme auf einer Station der Medizinischen Klinik führt ein klinischer Pharmazeut ein ausführliches Gespräch mit ihm: Welche Medikamente hat ihm sein Hausarzt verordnet? Welche nimmt er gegenwärtig ein?

Anschließend wird geprüft, ob die Präparate in der Klinikums-Apotheke zur Verfügung stehen. Gegebenenfalls wird ein Medikament durch ein gleichwertiges ersetzt, da die Klinikums-Apotheke nur ca. 3.000 Präparate, im Vergleich zu ca. 60.000 verschiedenen Präparaten auf dem freien Arzneimittelmarkt, vorhält.

Für die Auswahl der Medikamente wird das am Universitätsklinikum Heidelberg, in der Abteilung Innere Medizin VI - Klinische Pharmakologie und Pharmakoepidemiologie, entwickelte AiDKlinik angewendet - ein elektronischer Lotse mit umfangreichen Datenbanken, der Medikamente auf Wechselwirkungen und Unverträglichkeiten überprüft, um Nebenwirkungen zu vermeiden. Herr H. wird vom betreuenden klinischen Pharmazeuten über seine neuen Medikamente informiert und bekommt praktische Tipps zum Umgang mit der neuen Medikation.

Nach 3 Tagen wird Herr H. entlassen; seine Hausärztin Dr. Ingrid Krombholz-Nolinski erhielt 24 Stunden vor Entlassung per Fax Information über die aktuelle Arzneimitteltherapie von Herrn H. mit Angabe eines Ansprechpartners für Rückfragen in der Klinik. Wenn Herr H. in die Sprechstunde kommt, weiß sie bereits, welche Medikamente er gegenwärtig einnimmt.

"Diese Information ist sehr hilfreich. Die Empfehlungen zur Dosierung und zur Dauer der Tabletteneinnahme muss ich nun nicht lange im Arztbrief suchen, sondern sie sind übersichtlich im Brief angeordnet", erklärt Dr. Krombholz-Nolinski. Als offiziell eingeschriebene HeiCare(r) -Teilnehmerin hat sie zudem die Möglichkeit, direkt auf AiDKlinik über das Internet zuzugreifen und sich stets selbst in allen Fragen der Arzneimitteltherapie schlau zu machen.

Kontakt:
Cornelia Mahler
Sektion Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung

E-Mail: cornelia.mahler@med.uni-heidelberg.de

Bei Rückfragen von Journalisten:
Dr. Annette Tuffs
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Universitätsklinikums Heidelberg
und der Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg
Im Neuenheimer Feld 672
69120 Heidelberg
Tel.: 06221 / 56 45 36
Fax: 06221 / 56 45 44
E-Mail: Annette_Tuffs@med.uni-heidelberg.de

Diese Pressemitteilung ist auch online verfügbar unter
http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/presse

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