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Hochschulleitungen diskutieren Aktionsprogramm zu Open Access

16.02.2006 - (idw) Hochschulrektorenkonferenz (HRK)

Vertreter der deutschen Hochschulleitungen haben auf der von der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) veranstalteten Tagung über konkrete Schritte zur Etablierung von "Open Access", dem kosten- und barrierefreien Zugang zu wissenschaftlichen Daten, diskutiert. "Die Tagung hat gezeigt, dass die Hochschulen - auch ohne große Visionen aus dem Auge zu verlieren - konkrete Maßnahmen zur schrittweisen Erreichung von Open Access in Angriff nehmen können", zog Dr. Christiane Ebel-Gabriel, Generalsekretärin der HRK eine Bilanz der Tagung. Zu den möglichen Maßnahmen gehörten u. a. hochschulinterne Informationsarbeit, nachdrückliche Motivation der Wissenschaftler sowie der Ausbau von lokaler und hochschulübergreifender technischer Infrastruktur.

Zu den Hochschulen, die Open Access besonders fördern, gehören die Universität Bielefeld und die Universität Stuttgart. "Die Leitung der Universität Bielefeld hat offiziell eine Resolution zur Unterstützung von Open Access beschlossen, die die Wissenschaftler nachdrücklich dazu auffordert, alle bereits veröffentlichten Artikel auf einem Publikationenserver der Universität abzulegen", erläutert Professor Dr. Dieter Timmermann, Rektor der Universität Bielefeld. Zudem habe die Resolution die Wissenschaftler zur Publikation in Open Access-Zeitschriften ermutigt.
In der Universität Stuttgart haben einzelne Institute schon frühzeitig die Möglichkeiten von Open Access erkannt. Professor Dr. Dieter Fritsch, Rektor der Universität Stuttgart: "Das Institut für Technische Biochemie hat festgestellt, dass für 89 Prozent der Publikationen ein Open Access-Zugriff auf einem universitären oder fachbezogenen Server möglich ist."

Wie die Hochschulen gemeinsam mit Partnern die Idee des Open Access voranbringen erörterte die abschließende Podiumsdiskussion. Dr. Reinhard Grunwald, Generalsekretär der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), wies auf die Ergänzung der DFG-Verwendungsrichtlinien hin: Die DFG erwarte, dass die mit Ihren Mitteln finanzierten Forschungsergebnisse auch im Rahmen von Open Access verfügbar gemacht würden. Dr. Birger Hendriks vom Wissenschaftsministerium Schleswig-Holstein erklärte, die Länder hätten ein sehr großes Interesse an der Förderung von Open Access, um die Unterversorgung der wissenschaftlichen Bibliotheken zu beenden. Professor Dr. Robert Schlögl, Max-Planck-Gesellschaft, verwies auf die Erfahrungen der MPG bei der Erstellung einer institutsübergreifenden Infrastruktur. Schließlich zeigte Jan Velterop vom Springer-Verlag, dass auch Verlage die Idee des Open Access mit in ihr Geschäftsmodell aufnehmen können: Im seinem Verlag hätten die Autoren die Wahl, ob sie im Verlag konventionell veröffentlichen oder ob sie gegen Gebühr die Artikel durch den Verlag ins Internet stellen lassen, so dass jeder Interessierte kostenlos über diese Veröffentlichung verfügen könne.

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