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Neue Bücher aus der Wissenschaft

24.02.2006 - (idw) VolkswagenStiftung

VolkswagenStiftung informiert über Publikationen aus der Förderung Die im Folgenden vorgestellten Publikationen sind im Zuge von Projekten entstanden, die von der VolkswagenStiftung gefördert wurden. Aus einer Vielzahl an Veröffentlichungen haben wir die folgenden acht ausgewählt, die - so hoffen wir - für einen breiten Leserkreis von Interesse sind. Neben einer Kurzbeschreibung finden Sie einen Hinweis auf den jeweiligen Verlag; dort kann ein Rezensionsexemplar (deren Zahl allerdings begrenzt ist) angefordert werden.
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Markowitsch, Hans J.; Welzer, Harald: Das autobiographische Gedächtnis. Hirnorganische Grundlagen und biosoziale Entwicklung.
Stuttgart: Verlag Klett-Cotta, 2005, 302 S., ISBN 3-608-94406-0

Das Gedächtnis ist es, was den Menschen von anderen Lebewesen unterscheidet. Genauer gesagt: Es ist das autobiographische Gedächtnis, das den Menschen zum Menschen macht, sein Vermögen, "Ich" sagen zu können und damit eine einzigartige Person zu meinen, die eine besondere Lebensgeschichte, eine bewusste Gegenwart und eine zu erwartende Zukunft hat. Auf der Grundlage neuer Forschungsergebnisse aus verschiedenen Disziplinen schildern die Autoren Markowitsch und Welzer die Entwicklung des autobiographischen Gedächtnissystems, die erst mit dem Erwachsenenalter vollständig abgeschlossen ist. Seine Entstehung basiert auf einem komplexen Zusammenspiel hirnorganischer Reifungsvorgänge, sozialer Anreize und psychischer Entwicklungsschritte. Weil das Gehirn und mit ihm das Gedächtnis sich selbst erst in der Auseinandersetzung mit seiner physischen und sozialen Umwelt ausbildet und strukturiert, ist seine Entwicklung und Reifung prinzipiell ein biosozialer Prozess; organische und psychosoziale Reifung sind in der menschlichen Entwicklung danach lediglich unterschiedliche Aspekte ein und desselben Vorgangs. Die Autoren wollen zeigen, dass die Dualismen von Gehirn und Geist, Natur und Kultur in interdisziplinärer Forschungsarbeit überwunden werden können. Sie liefern zugleich einen aktuellen Überblick über die Entstehung des menschlichen Gedächtnisses und einen Einstieg in ein neues Feld der Gedächtnis- und Erinnerungsforschung. Die VolkswagenStiftung hat das Forschungsprojekt in ihrer Initiative "Schlüsselthemen der Geisteswissenschaften" gefördert.

Zu den Autoren: Dr. Hans J. Markowitsch forscht und lehrt als Professor für Physiologische Psychologie an der Universität Bielefeld. Dr. Harald Welzer ist Direktor des Center for Interdisciplinary Memory Research am Kulturwissenschaftlichen Institut Essen und Forschungsprofessor für Sozialpsychologie an der Universität Witten/Herdecke.

Kontakt
Klett-Cotta Verlag
Pressestelle
Katharina Wilts
Rotebühlstraße 77, 70178 Stuttgart
Telefon: 0711 6672 - 1258
E-Mail: k.wilts@klett-cotta.de
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Mentges, Gabriele; Richard, Birgit (Hrsg.): Schönheit der Uniformität. Körper, Kleidung, Medien.
Frankfurt: Campus Verlag, 2005, 284 S., ISBN 3-593-37719-5

Uniform und Uniformität werden meist mit hierarchisch organisierten Ordnungsmächten wie Militär und Polizei in Verbindung gebracht und lösen zunächst eher negative Assoziationen aus. Ganz anders verstehen die Autorinnen und Autoren Uniformität: als ein soziokulturelles Phänomen, das - als Kehrseite zur Individualisierung - einen wesentlichen Einfluss auf gegenwärtige gesellschaftliche Prozesse ausübt. Das Buch widmet sich den Formen serieller Gleichförmigkeit von Kleidung und Körper in Institutionen wie Kirche und Wirtschaftsunternehmen, dem jugendlichen Modekonsum sowie der Bildermacht von Uniformen in den Medien. Anhand der "Massenindividualisierung" in der Mode beleuchtet es die Paradoxien des modernen Konsums: Eigentlich ausgerichtet auf Abgrenzung vom Mainstream, lässt sich die Entstehung "subkultureller Uniformen" und stereotyper Looks feststellen. Die Studie ist entstanden im Zuge eines Vorhabens, das die VolkswagenStiftung ebenfalls in ihrer Initiative "Schlüsselthemen der Geisteswissenschaften" gefördert hat.

Zu den Herausgeberinnen: Dr. Gabriele Mentges ist Professorin für Kunst und Materielle Kultur an der Universität Dortmund, Dr. Birgit Richard Professorin am Institut Kunstpädagogik/Bereich Neue Medien an der Universität Frankfurt a. M.

Kontakt
Campus Verlag
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Daniela Chiantera
Kurfürstenstraße 49, 60486 Frankfurt am Main
Telefon: 069 976516 - 25
E-Mail: chiantera@campus.de
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Kemper, Michael; Reinkowski, Maurus (Hrsg.): Rechtspluralismus in der Islamischen Welt. Gewohnheitsrecht zwischen Staat und Gesellschaft.
Berlin: Verlag Walter de Gruyter, 2005, 378 S., ISBN 3-11-018455-9

In zwanzig Beiträgen versuchen die Herausgeber, die Beziehungen zwischen staatlichem (kolonialem und post-kolonialem) Recht, islamischem Recht und Gewohnheitsrecht in der islamischen Welt umfassend zu erkunden. Die geographische Spannbreite reicht dabei vom muslimischen Andalusien und Nordafrika über das osmanische Südosteuropa, den Jemen, Iran, Afghanistan, den Nordkaukasus und Mittelasien bis nach Uighurien (China) und Indonesien. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf den muslimischen Gesellschaften des Russischen Reichs beziehungsweise der ehemaligen Sowjetunion, deren reiche regionale Rechtstraditionen in der allgemeinen Diskussion um den Rechtspluralismus bislang kaum Beachtung fanden. Der vergleichende Ansatz zeigt nicht nur zahlreiche Parallelen in den Entwicklungen auf, sondern gibt auch einen Einblick in die unterschiedlichen Methoden und Herangehensweisen von Rechtsanthropologen, Islamwissenschaftlern, Historikern und Juristen in Ost und West. Die Stiftung hat die Untersuchung in ihrer Initiative "Zwischen Europa und Orient - Mittelasien/Kaukasus im Fokus der Wissenschaft" gefördert.

Zu den Herausgebern: Dr. Michael Kemper arbeitet als Assistenzprofessor für Central Eurasian History an der St. Lawrence University in Canton (New York). Dr. Maurus Reinkowski ist Professor für Islamwissenschaft und Geschichte der islamischen Völker an der Albert-Ludwig-Universität Freiburg.

Kontakt
de Gruyter GmbH & Co. KG
Genthiner Straße 13, 10785 Berlin
Telefon: 030 26005 - 0
E-Mail: wdg-info@deGruyter.de
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Maaß, Christiane; Volmer, Annett (Hrsg.): Mehrsprachigkeit in der Renaissance.
Heidelberg: Universitätsverlag Winter, 2005, 283 S., ISBN 3-8253-1625-4

Eine Nation - eine Sprache. Dies ist eine Gleichung, die uns heute fast selbstverständlich erscheint. Auch die Wissenschaften, die sich mit Sprache und Literatur beschäftigen - die Philologien - sind nach einzelnen Sprachen geordnet, und so beschreibt man ebenfalls die Geschichte der Sprachen und Literaturen, indem man von der heutigen Sprachsituation ausgeht. Ganz anders aber, dies zeigt das vorliegende Buch, war es in der Renaissance. Es befasst sich mit der Erforschung der Sprachgemeinschaft der Renaissance als einer offenen Gemeinschaft, in der sich Autoren zwischen verschiedenen sprachlichen Zeichensystemen bewegten, dadurch auch vermittelten, vor allem aber neue Sinnzusammenhänge schufen. Nicht nur in der Renaissance überschreiten die interkulturellen Verweissysteme der Literatur die Sprachgrenzen, doch wird am Phänomen der Mehrsprachigkeit eine Besonderheit der Renaissance fassbar: Während Nationen seit dem Beginn des 19. Jahrhunderts als tendenziell abgeschlossene Sprachgemeinschaften existieren und sich auf eine Literatursprache festlegten, war die Koexistenz mehrerer Schriftsprachen für die Renaissance charakteristisch und verbindlich. Diese Untersuchung hat die Stiftung in der Förderinitiative zum "Fremden und Eigenen" gefördert.

Zu den Herausgeberinnen: Dr. Christiane Maaß lehrt und forscht als wissenschaftliche Assistentin im Lehrgebiet Romanistik der Universität Hannover, Dr. Annett Volmer als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Institut für Romanische Philologie an der Freien Universität Berlin.

Kontakt
Universitätsverlag Winter
Dossenheimer Landstraße 13, 69121 Heidelberg
Telefon: 06221 7702 - 0
E-Mail: info@winter-verlag-hd.de
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Werum, Stefan Paul: Gewerkschaftlicher Niedergang im sozialistischen Aufbau. Der Freie Deutsche Gewerkschaftsbund (FDGB) 1945 bis 1953.
Göttingen: Verlag Vandenhoeck & Ruprecht, 2005, 861 S.,ISBN 3-525-36902-6

Die Umwandlung des Freien Deutschen Gewerkschaftsbundes (FDGB) zur kommunistischen Massenorganisation war ein zentraler Vorgang im programmatischen Übergang zum Sozialismus sowjetischer Prägung in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ)/DDR. Diese institutionell-organisatorische Formung von Herrschaft versuchen die Autoren in dem vorliegenden Band gesellschaftsgeschichtlich und organisationssoziologisch zu rekonstruieren. Autor Stefan Paul Werum geht dabei nicht nur der Organisationsgeschichte des FDGB und seiner Einzelgewerkschaften nach, sondern auch den Reaktionen, die die Transformation hervorrief - sowohl in gewerkschaftlichen Interessenvertretungen als auch in einzelnen Betrieben. Er zeigt, dass das Verhältnis von Gewerkschaften und Staat eine neue Qualität erhielt, dass aber durch diesen Gestaltwandel auch die erste schwere Krise verursacht wurde, die sich dann im Juniaufstand von 1953 entlud. Die VolkswagenStiftung hat die Forschungen zu diesem Buch in ihrer Initiative "Diktaturen im Europa des. 20. Jahrhunderts" gefördert.

Der Autor Dr. Stefan Paul Werum ist Unternehmensberater und Hochschuldozent an der Universität Lüneburg.

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Vandenhoeck & Ruprecht
Öffentlichkeitsarbeit
Karen Saure
Robert-Bosch-Breite 6, 37079 Göttingen
Telefon: 0551 50844 - 67
E-Mail: k.saure@vandenhoeck-ruprecht.de

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Kügler, Joachim; Ritter, Werner H. (Hrsg.): Auf Leben und Tod oder völlig egal. Kritisches und Nachdenkliches zur Bedeutung der Bibel.
Münster: LIT Verlag, 2005, 208 S., ISBN 3-8258-8476-7

Seit fast 2000 Jahren ist die christliche Bibel im kollektiven Bewusstsein präsent und damit ganz offensichtlich weit mehr als ein Klassiker: Sie ist ein Grundbuch unserer Kultur. Aber wird die Bibel überhaupt noch gelesen? Wird sie verstanden? Hat sie uns heute noch etwas zu sagen oder ist sie längst veraltet? Diese Fragen nehmen die Autoren und Autorinnen dieses Bandes auf, und sie gehen noch weiter: Ist es denn überhaupt wünschenswert, dass die Bibel Einfluss auf unser individuelles und öffentliches Leben nimmt: Könnte das nicht auch "gefährlich" sein? Die Frage nach einem menschenfreundlichen Umgang mit der Bibel jenseits von totalitären Lesarten ("auf Leben und Tod") und liberalistischer Gleichgültigkeit ("völlig egal") ist jedenfalls eine echte Herausforderung mit hoher Relevanz für Kirchen, Politik und Gesellschaft. Diese Herausforderung nehmen die Autorinnen und Autoren in interdisziplinärer Weise auf. Die VolkswagenStiftung hat die Studie ebenfalls in ihrer Initiative zum "Fremden und Eigenen" gefördert.

Zu den Herausgebern: Professor Dr. Joachim Kügler ist Inhaber des Lehrstuhls für Katholische Theologie an der Universität Bayreuth; Dr. Dr. Werner H. Ritter Professor für Evangelische Theologie mit Schwerpunkt Religionspädagogik und Didaktik des evangelischen Religionsunterrichts an derselben Hochschule.

Kontakt
LIT Verlag
Grevener Straße 179, 48159 Münster
Telefon: 0251 235091
Fax: 0251 231972
E-Mail: lit@lit-verlag.de
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Ballestrem, Karl Graf; Belardinelli, Sergio; Cornides, Thomas (Hrsg.): Kirche und Erziehung in Europa.
Wiesbaden: Verlag für Sozialwissenschaften, 2005, 295 S., ISBN: 3-531-14767-6

Der Band enthält elf Länderberichte, die über kirchliche Erziehungsarbeit, insbesondere katholische Schulen und Religionsunterricht informieren. Um Vergleiche zu ermöglichen, folgen sie einer gemeinsamen Gliederung und gehen von bestimmten Fakten und Fragen aus. So sind Prozesse der Entchristlichung überall in Europa anzutreffen, jedoch sind sie nicht in allen Ländern gleichermaßen fortgeschritten und verbreitet: Worin liegen die Unterschiede? Wie lassen sich diese erklären? Haben verschiedene Verhältnisse zwischen Staat und Kirche einen Einfluss? Als ein Ergebnis lässt sich festhalten: Trotz vieler Unterschiede im Detail überwiegt der Eindruck, dass die kirchliche Erziehungsarbeit überall in Europa vor ähnlichen Problemen steht, das heißt, dass Europa nach Ansicht der Autoren auch auf diesem Gebiet immer mehr zusammenwachsen wird. Die VolkswagenStiftung hat die Untersuchung in ihrer Initiative "Einheit in der Vielfalt? Grundlagen und Voraussetzungen eines erweiterten Europas" gefördert.

Zu den Herausgebern: Dr. Karl Graf Ballestrem ist Professor (em.) für Politikwissenschaft an der Katholischen Universität Eichstätt, Dr. Sergio Belardinelli Professor für Kultursoziologie an der Universität Bologna und Dr. Thomas Cornides Dozent für Rechtsphilosophie und Leiter des Oldenbourg Verlags Wien.

Kontakt
VS Verlag für Sozialwissenschaften
Abraham-Lincoln-Straße 46, 65189 Wiesbaden
Telefon: 0611 7878 - 0
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Franzen, Brigitte; Krebs, Stefanie (Hrsg.). Landschaftstheorie. Texte der Cultural Landscape Studies.
Köln: Verlag der Buchhandlung Walther König, 2005, 337 S.ISBN 3-88375-909-0

Stadt und Landschaft sind heute keine Antipoden mehr. Der Begriff Landschaft wird in der zeitgenössischen Theorie neu verhandelt - die Entwicklung einer kritischen Landschaftstheorie zeichnet sich ab. In den USA hat sich mit den Cultural Landscape Studies bereits seit den 1950er Jahren eine Kulturwissenschaft der Landschaft entwickelt. Der Band stellt diese Ansätze, die von 1952 bis in die Gegenwart reichen, erstmals im deutschsprachigen Raum vor. Die Beiträge aus Kunst- und Kulturwissenschaft, Geografie und Raumplanung spiegeln die Komplexität heutiger Landschaften wider - im Spannungsfeld von Medien, Ökonomien und kulturellen Identitäten. Sie werden von den Herausgeberinnen kommentiert und um eine europäische Perspektive erweitert. Die VolkswagenStiftung fördert die Autorinnen im Rahmen eines "Tandem-Projekts", in dessen Verlauf auch diese Anthologie entstanden ist.

Zu den Herausgeberinnen: Dr. Brigitte Franzen vom Institut für Kunstgeschichte der Technischen Universität Graz und Dr. Stefanie Krebs vom Institut für Grünplanung und Gartenarchitektur der Universität Hannover leiten gemeinsam das transdisziplinäre Tandemvorhaben "Mikrolandschaften - Studien zu einer dynamisierten Kultur der Landschaft".

Kontakt

Verlag der Buchhandlung
Walther König
Ehrenstraße 4, 50672 Köln
Telefon: 0221 20596 - 0

E-Mail: order@buchhandlung-walther-koenig.de
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Kontakt
VolkswagenStiftung
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Dr. Christian Jung
Telefon: 0511 8381 - 380
E-Mail: jung@volkswagenstiftung.de

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Der Text der Presseinformation steht im Internet zur Verfügung unter
http://www.volkswagenstiftung.de/presse-news/presse06/24022006.pdf

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