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RUB-Kardiologien eröffnen Brustschmerzzentrum Bochum

28.02.2006 - (idw) Ruhr-Universität Bochum

Viel zu häufig warten Patienten mit akuten Brustschmerzen aus Scheu vor einem Krankenhausaufenthalt erst einmal zu Hause ab, bis sie - vielleicht zu spät - am nächsten Tag zum Arzt gehen. "Das kann fatale Folgen haben", so Prof. Dr. Andreas Mügge, Direktor der RUB Kardiologie am Bergmannsheil und St. Josef-Hospital, "deswegen wollen wir die Hemmschwelle senken und die Diagnostik in der Notfallaufnahme beschleunigen." Dazu eröffnen die Kliniken zum 1. März das Brustschmerzzentrum Bochum: Verbesserte Strukturen und Behandlungspfade machen es möglich, die Ursache von Brustschmerzen interdisziplinär innerhalb von sechs bis acht Stunden zu klären. Wenn sich herausstellt, dass keine Gefährdung vorliegt, kann der Patient ohne weiteren stationären Aufenthalt wieder nach Hause gehen. Bochum, 28.02.2006
Nr. 76

Bei Brustschmerzen nicht bis morgen warten
RUB-Kardiologien eröffnen Brustschmerzzentrum Bochum
Hemmschwelle senken, Infarktpatienten schneller helfen

Viel zu häufig warten Patienten mit akuten Brustschmerzen aus Scheu vor einem Krankenhausaufenthalt erst einmal zu Hause ab, bis sie - vielleicht zu spät - am nächsten Tag zum Arzt gehen. "Das kann fatale Folgen haben", so Prof. Dr. Andreas Mügge, Direktor der RUB Kardiologie am Bergmannsheil und St. Josef-Hospital, "deswegen wollen wir die Hemmschwelle senken und die Diagnostik in der Notfallaufnahme beschleunigen." Dazu eröffnen die Kliniken zum 1. März das Brustschmerzzentrum Bochum: Verbesserte Strukturen und Behandlungspfade machen es möglich, die Ursache von Brustschmerzen interdisziplinär innerhalb von sechs bis acht Stunden zu klären. Wenn sich herausstellt, dass keine Gefährdung vorliegt, kann der Patient ohne weiteren stationären Aufenthalt wieder nach Hause gehen.

Schnellere Diagnostik, optimierte Abläufe

Erste Anlaufstelle für Patienten mit plötzlich auftretenden Brustschmerzen ist die Notfallaufnahme, in der ein qualifizierter Arzt bereit steht. Er nimmt sofort vor Ort ein EKG und die wichtigsten Blutwerte ab, und entscheidet dann zusammen mit einem Herzspezialisten über den weiteren Weg des Patienten. Deuten EKG oder Blutwerte auf einen Infarkt hin, wird der Patient unverzüglich ins Herzkatheterlabor gebracht, wo ein Spezialteam per minimal-invasivem Eingriff die Engstelle im Herzkranzgefäß öffnet, so dass Schäden am Herzen vermieden werden. Sind EKG und Blutwerte unauffällig, wird der Patient für sechs Stunden in einer speziellen Einheit des Brustschmerzentrums überwacht. Erhärtet sich dabei der Verdacht auf Durchblutungsstörungen am Herzen, kann sofort eingegriffen werden, ist alles Ordnung, kann der Patient beruhigt wieder nach Hause gehen. "Ein längerer stationärer Aufenthalt ist dann nicht nötig", so Prof. Mügge. "Mit der Brustschmerz-Abklärungseinheit verfolgen wir drei Ziele: Wir senken die Scheu vor dem Krankenhaus, beschleunigen die Diagnostik von Herzinfarkten und reduzieren Kosten, die ansonsten durch unnötige stationäre Verweildauern entstehen." Rund 60 Prozent der Patienten in der Inneren Notfallaufnahme kommen wegen Brustschmerzen, bei 40 Prozent von ihnen stellt sich die Ursache als harmlos heraus.

1000. Patient gerettet

Die Idee zum Brustschmerzzentrum kam dem Kardiologen aufgrund des wachsenden Bedarfs: Die Herzkatheter-Rufbereitschaft des Bergmannsheil, die 1995 eingerichtet wurde und rund um die Uhr einsatzbereit ist, behandelte im Dezember 2005 den 1000. Herzinfarktpatienten außerhalb der regulären Dienstzeit. Das Team der Rufbereitschaft im Bergmannsheil und das des St. Josef-Hospitals, das seit 1999 besteht, haben zusammen jährlich 300 bis 350 Einsätze, Tendenz steigend. "Das hat uns gezeigt, wie viele Patienten mit Herzproblemen nachts und am Wochenende Hilfe brauchen", so Prof. Mügge, "Wer wartet, bis am nächsten Tag die Praxis öffnet, verliert wertvolle Zeit."


Weitere Informationen

Prof. Dr. Andreas Mügge, Kardiologie der Ruhr-Universität in den BG Kliniken Bergmannsheil und im St. Josef Hospital, Bürkle-de-la-Camp-Platz 1, 44789 Bochum, Tel. 0234/302-6077, E-Mail: andreas.muegge@rub.de

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