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Das Heimweh fördern

20.03.2006 - (idw) Hochschule Magdeburg-Stendal (FH)

"Das Heimweh fördern" - Die ersten Heimatschachteln werden von Magdeburg aus in den Westen versandt. Bundesminister Wolfgang Tiefensee hat am Montag, dem 20. März, das Projekt "Rückwanderung als dynamischer Faktor für ostdeutsche Städte" in Magdeburg vorgestellt. Magdeburg. Ab Ende März bekommen alle Abwanderer und Abwanderinnen aus Magdeburg sogenannte "Heimatschachteln" mit auf den Weg in die Ferne. Die Geschenkpakete werden von der Hochschule Magdeburg-Stendal (FH), der Universität Leipzig und dem Nexus Institut Berlin entwickelt und versandt. Sie sind Teil der Modellvorhaben zur Förderung der Rückwanderung nach Ostdeutschland, die vom Bundesministerium für Bau, Verkehr und Stadtentwicklung durchgeführt werden. Bundesminister Wolfgang Tiefensee hat am Montag, dem 20. März, das Projekt "Rückwanderung als dynamischer Faktor für ostdeutsche Städte" in Magdeburg vorgestellt.

"Weggehen und Wiederkommen" - so lautet das Credo eines Magdeburger Pilotprojektes zur Förderung der Rückwanderung in die neuen Bundesländer. Jungen Abwanderern aus der Landeshauptstadt soll der Abschied versüßt und gleichzeitig ihre Bindung an Sachsen-Anhalt erhalten und gestärkt werden. Dazu werden ab sofort sogenannte "Heimatschachteln" an alle 18- bis 30-Jährigen versendet, die in den vergangenen Monaten das Bundesland verlassen haben oder dies in der nächsten Zeit tun.

Die Pakete enthalten verschiedenste Magdeburg-bezogene Geschenke: Gutscheine für Bars und Heimspiele des Magdeburger SC, die "Magdeburger Mordsgeschichten" als Lektüre, Skatkarten, regionale Produktproben, das E-Paper-Abo der Magdeburger Volksstimme, "Heimatmagneten" für den Kühlschrank im neuen Zuhause uvm. Ergänzt werden diese Artikel unter anderem durch Informationen zu Rückkehroptionen und Existenzgründung in Ostdeutschland.

Gemeinsames Ziel der Maßnahmen ist es, unter den jungen, qualifizierten Abwanderern die Bindung an die Heimat und das "Magdeburg-Gefühl" zu erhalten sowie konkrete Optionen zur späteren Rückwanderung zu eröffnen. Allerdings betont Prof. Dienel: "Rezepte, die Abwanderung zu stoppen, gibt es nicht. Dem Osten nutzt es am meisten, wenn die Menschen weggehen und wiederkommen. Denn was sie dann mitbringen an Erfahrungen, Know-How und Kapital, bereichert unser Land. Rückwanderung kann man vor allem dann fördern, wenn man alles das, was Menschen mit ihrer Region dauerhaft verbindet, stärkt. Wenn man also ein funktionierendes Netzwerk zwischen den Abwanderern und der Region aufbaut."

Hintergrund
Die Heimatschachteln sind Teil einer Reihe von Modellmaßnahmen, die von Professorin Christiane Dienel (Hochschule Magdeburg-Stendal) im Rahmen der Studien "Haltefaktoren Ostdeutschland" im Auftrag des Bundesministeriums für Bau, verkehr und Stadtentwicklung gestartet wurden. Ziel ist es, ergänzend zur wissenschaftlichen Untersuchung des Phänomens Rückwanderung auch unmittelbar, im Alltag der Wanderer wirksame Pilotprojekte anzustoßen. Neben dem Versand der Heimatschachtel werden zudem eine Rückkehragentur gegründet sowie die Vernetzungswebsite www.kontakt-ostdeutschland.de entwickelt.

Die Heimatschachtel wird vor allem ein sympathisches Erinnerungsstück an Sachsen-Anhalt sein, das "Heimweh fördert" und gleichzeitig zur Nutzung der Vernetzungswebsite animiert. Das neue Internetportal www.kontakt-ostdeutschland.de soll die Bildung kleiner Gemein-schaften von Magdeburgern in München, Stuttgart, Düsseldorf usw. unterstützen. Über ein Forum können Erfahrungen ausgetauscht und z.B. Stammtische und Lauftreffs in den neuen Wohnorten organisiert werden. Über Blogs und E-Cards lässt sich der Kontakt zu Daheim-gebliebenen aufrecht erhalten und in dem Onlineshop stehen "Ostpakete" mit Produkten aus der Heimat zur Bestellung bereit.

Darüber hinaus werden auf der Website aktuelle Nachrichten aus Magdeburg und Informationen zur Rückwanderung, zu offenen Stellen und zu Unternehmen in Sachsen-Anhalt veröffentlicht. Hierfür zeichnet die neue Rückkehragentur verantwortlich. Ihre zentrale Aufgabe besteht darin, den Informationsfluss zwischen Abgewanderten und Heimatregion aufrecht zu erhalten und konkrete bürokratische und organisatorische Hilfestellungen im Falle einer Rückwanderung zu leisten.

Umsetzung
Entwicklung, Produktion und Versand der Heimatschachteln sowie der Aufbau von Vernetzungswebsite und Rückkehragentur erfolgen gemeinsam durch Forscher der Hochschule Magdeburg-Stendal, ein Kommunikationsteam um den Leipziger Professor Rüdiger Steinmetz sowie das Berliner Nexus Institut für Kooperationsmanagement und interdisziplinäre Forschung. Die Projektleitung liegt bei Prof. Christiane Dienel von der Hochschule Magdeburg-Stendal. Gestalterisch umgesetzt werden die Ideen durch die Designagentur torpedo leipzig.

Weitere Informationen: http://www.Menschen-fuer-Ostdeutschland.de http://www.kontakt-ostdeutschland.de
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