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Ehrendoktorwürde für Eggert Voscherau

23.03.2006 - (idw) Universität Mannheim

Der stellvertretende BASF-Vorstandsvorsitzende erhält die Ehrendoktorwürde der Universität Mannheim für seine herausragenden Leistungen auf dem Gebiet der Betriebswirtschaftslehre Erst zum vierten Mal in ihrer Geschichte verleiht die Universität Mannheim am heutigen Donnerstag die Ehrendoktorwürde im Fach Betriebswirtschaftslehre. Eggert Voscherau, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der BASF Aktiengesellschaft, wird diese außergewöhnliche Ehre zuteil. Die Hochschule zeichnet den 62-jährigen Top-Manager für seine herausragenden Leistungen auf dem Gebiet der Betriebswirtschaftslehre aus und würdigt damit nicht zuletzt auch sein konsequentes Eintreten für ein sozial verantwortliches Miteinander von Wirtschaft und Gesellschaft sowie sein erfolgreiches Engagement für die Metropolregion Rhein-Neckar.

"Wir ehren mit Herrn Voscherau eine Persönlichkeit, die stets weit über den Tellerrand des eigenen Unternehmens hinaus geblickt hat, sich ebenso kompetent wie engagiert in die Diskussion zu zentralen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Themen einbringt und nicht zuletzt auch ein wichtiger Motor für die Entwicklung der Metropolregion Rhein-Neckar ist", unterstreicht Professor Dr. Martin Weber, Dekan der Mannheimer BWL-Fakultät.

"Sein betriebswirtschaftliches Lebenswerk ist gekennzeichnet durch die klare Analyse aktueller wirtschaftlicher Entwicklungen und Herausforderungen und deren Beantwortung in konzeptionell eindrucksvoller Weise", betonte Weber in seiner Laudatio. "Flankiert wird das Schaffen von Herrn Voscherau durch ein unternehmerisches und gesellschaftliches Verantwortungsgefühl, das in der neueren betriebswirtschaftlichen Forschung und Praxis als Corporate Social Responsibility in den Fokus für ein sozial verantwortliches Miteinander von Wirtschaft und Gesellschaft gerückt ist", so Weber.

Im Vorstand der BASF Aktiengesellschaft, dem er seit rund zehn Jahren angehört, ist Eggert Voscherau unter anderem für die Kompetenzzentren Personal, Umwelt, Sicherheit und Energie sowie für die Region Europa zuständig. Außerdem ist der 62-Jährige Arbeitsdirektor der BASF und Standortleiter Ludwigshafen. Unter seiner Federführung wurden zahlreiche Instrumente fortschrittlicher Personalpolitik etabliert. Hierzu gehören nicht nur Plattformen zum flexiblem Einsatz und der Vermittlung von Mitarbeitern, sondern beispielsweise auch die Einführung von wertorientierten Entlohnungskonzepten oder die Eröffnung des BASF-Lernzentrums zur Unterstützung der Mitarbeiter beim lebenslangen Lernen. Große Verdienste erwarb sich Voscherau mit seinem Engagement in unterschiedlichen Funktionen für die Initiative "Zukunft Metropolregion Rhein-Neckar". "Dieser Einsatz hat bewirkt, dass sich die wichtigsten Akteure der Region zusammen gefunden haben und ein neues Wir-Gefühl im Rhein-Neckar-Raum geschaffen wurde. Davon profitieren alle Menschen und Institutionen dieser Region, nicht zuletzt auch die Universität Mannheim", erklärte Weber. Vorläufiger Höhepunkt dieser Anstrengungen war im April 2005 die Anerkennung der Region Rhein-Neckar als offizielle "Europäische Metropolregion".

In seinem Festvortrag legte Voscherau ein bedingungsloses Bekenntnis zum Standort Deutschland, zu einer offenen Gesellschaft und zum Modell der Sozialen Marktwirtschaft ab. Als seine Vision für Deutschland formulierte er: "Es ist ein Land, in dem man Freude daran hat, in eigener Verantwortung etwas zu leisten und in dem jedem in Not geholfen wird. Ein Land, das mit seinen Nachbarn freundschaftlich verbunden und ein geachtetes Mitglied der internationalen Völkergemeinschaft ist. Ein Land, das in einer Position moralischer und wirtschaftlicher Stärke ein kraftvoller Motor für eine friedliche, wohlhabende und glückliche Gesellschaft ist." Gleichwohl mahnte Voscherau eindringlich zu schnellen und umfassenden Reformmaßnahmen. "Wir dürfen nicht weiterhin die Augen vor den Herausforderungen der Zukunft verschließen und verharren", so Voscherau. "Halten wir an alten Strukturen und Mentalitäten fest, führt uns das immer schneller eine abschüssige Bahn hinunter. Wir gewinnen dadurch noch nicht einmal Zeit, nur der Aufprall wird härter."

Vor dem Hintergrund sich grundlegend wandelnder internationaler Strukturen - etwa dem Übergang zu künstlichen, wissenschaftlichen Industrien, einer wachsenden, wandernden und alternden Weltbevölkerung und einem globalen Verteilungskampf um natürliche Ressourcen - gelte es, diesen Wandel als Chance zu begreifen und ihn aktiv mitzugestalten. "Er ist unser bester Verbündeter, um wirtschaftliche Stagnation, Arbeitslosigkeit und Entscheidungsblockaden zu überwinden. Wettbewerb in einer offenen und liberalen Wirtschaftsordnung hat uns erfolgreich gemacht und zu Wohlstand verholfen", betonte Voscherau. Neben der konsequenten Förderung von Innovationen und High-Tech-Industrien, der Bereitschaft zum Strukturwandel sowie dem Abbau von Überregulierung und Bürokratie ("Wir brauchen einen bescheideneren, schlankeren und schnelleren Staat") ist nach seiner Ansicht die umfassende Reform des Arbeitsmarktes die zentrale Herausforderung der nächsten Jahre. "Eine wirkliche Beseitigung der Massenarbeitslosigkeit kann nicht durch das Kurieren von Einzelsymptomen, sondern nur durch eine Korrektur der strukturellen grundsätzlichen Ursachen erwartet werden", so Voscherau. Hierzu fordert er von den Funktionseliten in allen Bereichen die "Einsicht in die notwendigen Schritte und die Bereitschaft, sich daran zu halten, auch wenn die eigenen Interessen einmal anders sind."

Weitere Informationen: http://corporate.basf.com/de/ueberuns/fuehrung/vorstand/voscherau.htm http://www.bwl.uni-mannheim.de
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