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Ich bin meine Zukunft! - Tagung in Bonn plädiert für ökonomischen Paradigmenwechsel

27.03.2006 - (idw) Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Unternehmen produzieren, Haushalte konsumieren - die Rollen am Markt waren bislang fest verteilt. Doch dieses Bild stimmt schon lange nicht mehr. Das zeigt schon die steigende Zahl der Miniunternehmen in Deutschland: Knapp 2,5 Millionen Selbstständige hierzulande arbeiten ohne Beschäftigte; sie sind beides: Haushalt und Unternehmen. Bislang hat die Politik nur unzureichend auf diesen Trend reagiert. So wird in der Schule das Thema "Wirtschaft" und insbesondere die Rolle der Haushalte im Wirtschaftsgeschehen bislang sträflich vernachlässigt. Für einen ökonomischen und gesellschaftlichen Paradigmenwechsel plädiert am 7. und 8. April eine Tagung an der Universität Bonn. Als zentrales Thema stellen die Teilnehmer unter anderem neue Ansätze der sozioökonomischen Bildung in Deutschland vor. Journalisten sind herzlich eingeladen, an der Veranstaltung teilzunehmen. Der typische Existenzgründer ist männlich, ernährt mit seiner Firma sich und seine Familie und schafft dabei noch zwei bis drei neue Stellen: Dass dieses traditionelle Bild allzu oft falsch ist, weiß der Bonner Ökonom Professor Dr. Michael-Burkhard Piorkowsky. Viele Unternehmerinnen und Unternehmer verdienen sich mit dem eigenen Betrieb zunächst lediglich ein Zubrot - neueren Analysen zufolge machen derartige Kleinstbetriebe die Hälfte aller Neugründungen aus. "Die Politik reagiert auf diesen Trend bislang viel zu wenig", beklagt der Wirtschaftswissenschaftler und fordert eine Abkehr vom alten industriewirtschaftlichen Gründerbild.

Zusammen mit dem Bonner Erziehungswissenschaftler Professor Dr. Volker Ladenthin und Professor Volkmar Liebig von der Wissenschaftlichen Hochschule für Unternehmensführung (WHU) in Vallendar bei Koblenz hat Piorkowsky das Projekt "Ich bin meine Zukunft! - Die Gestaltung der Lebenslage" initiiert. Die Partner wollen zusammen mit Schulen bis Ende 2008 einen sozioökonomischen Basiskurs für alle Schulformen erarbeiten. Ziel ist es, Jugendlichen die Gestaltungsmöglichkeiten jedes Einzelnen in Wirtschaft und Gesellschaft nahezubringen. Auf der Tagung wird Professor Piorkowsky das Projekt vorstellen.

Wichtige Grundlage politischer Entscheidungen sind statistische Erhebungen. Die Veranstaltung thematisiert daher auch neue Ansätze, sozioökonomische Daten zu sammeln und zu verwerten. Weitere Schwerpunkte sind die Aspekte "Wohnen und Planen", "Mobilität" sowie "Ernährung". Veranstalter der Tagung ist der Fachausschuss "Strukturwandel des Haushalts" der Deutschen Gesellschaft für Hauswirtschaft (dgh). Das komplette Programm gibt es im Netz unter http://www.huk.uni-bonn.de/Programm.pdf
Weitere Informationen: http://www.huk.uni-bonn.de/Programm.pdf - Tagungsprogramm
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