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Ehrensymposium für Heinrich Siedentopf

29.03.2006 - (idw) Deutsche Hochschule für Verwaltungswissenschaften Speyer

Die DHV Speyer und das Deutsche Forschungsinstitut für öffentliche Verwaltung (FÖV) ehren am 30. und 31. März 2006 Univ.-Prof. Dr. Dr. h.c. Heinrich Siedentopf anlässlich seiner Emeritierung mit einem internationalen Symposium. In Würdigung seiner Forschungsschwerpunkte steht die Veranstaltung unter dem Titel "Europäisierung und Internationalisierung der öffentlichen Verwaltung" und behandelt die Modernisierung der nationalen Verwaltungen, die kommunale Selbstverwaltung, den Europäischen Verwaltungsraum und die Verwaltungsreform im internationalen Dialog. Teilnehmer des Symposiums sind u. a. der Präsident des Bundesverwaltungsgerichts Eckart Hien sowie dessen thailändischer Amtskollege Prof. Dr. Ackaratorn Chularat vom Supreme Administrative Court in Bangkok.

Der Jurist Siedentopf promovierte 1963 in Münster und habilitierte sich 1971 mit einer Untersuchung zur Regierungs- und Ressortführung in Frankreich. Seit 1973 hat er den Lehrstuhl für Vergleichende Verwaltungswissenschaft und Öffentliches Recht an der DHV Speyer inne, der er trotz eines späteren Rufes an die Universität Regensburg treu blieb. Für die Hochschule übernahm Siedentopf zahlreiche Funktionen wie das Amt des Rektors (1983-1985) oder die wissenschaftliche Leitung des I. und des IV. Speyerer Führungskollegs. Ziel dieser viel beachteten Einrichtung, die Siedentopf maßgeblich geprägt hat, ist die länderübergreifende Vorbereitung von Führungskräften auf die Übernahme höherer Leitungspositionen in einer modernen öffentlichen Verwaltung.

Das besondere Interesse Siedentopfs galt immer der internationalen Ausrichtung der Hochschule, zu deren Außenprofil er u. a. durch seine Mitgliedschaft im wissenschaftlichen Beirat des European Institute of Public Administration in Maastricht oder als Präsident der Deutschen Sektion des Internationalen Instituts für Verwaltungswissenschaften in Brüssel beitrug. Eine "wirkliche Herzensangelegenheit" war ihm vor allem die Kooperation mit Frankreich, die er durch die jährlichen Deutsch-Französischen Verwaltungskolloquien mit der Ecole Nationale d'Administration auf eine feste Grundlage stellte und für die er mit der Médaille de l'ENA gewürdigt wurde. Eine hohe französische Ehrung erhielt Siedentopf auch von der Universität Aix-Marseille, die ihm in Anerkennung seiner außergewöhnlichen Leistungen auf dem Gebiet der Verwaltungswissenschaften 1983 die Ehrendoktorwürde verlieh.

Weitere Schwerpunkte seiner internationalen Tätigkeit bildeten schon früh die Staaten Südostasiens. Als Visiting Professor an der National University of Singapore, als Leiter von Dialogseminaren mit dem Staatsrat des Königreichs Thailand zum Aufbau einer Verwaltungsgerichtsbarkeit, aber auch in der Zusammenarbeit mit chinesischen Institutionen zum Rechtsstaatsdialog erwarb sich Siedentopf einen hervorragenden Ruf. 2004 wurde er als Ehrenvorstandsmitglied in die Chinese Public Administration Society aufgenommen.

Auch nach der Emeritierung wird sich Siedentopf, der 2003 mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet wurde, aktiv für das FÖV und die Hochschule engagieren. Daneben wird er seine 1985 übernommene Aufgabe als Schriftleiter der renommierten Zeitschrift "Die öffentliche Verwaltung" weiterführen und seine beratenden Tätigkeiten in der Rechtsstaats- und Verwaltungskooperation mit China fortsetzen.

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