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Vom Uni-Spin-off zum Weltmarktführer: MeVis feiert zehnjähriges Jubiläum

30.03.2006 - (idw) MeVis an der Universität Bremen

Seit einem Jahrzehnt ist das Institut für Medizinische Diagnosesysteme und Visualisierung MeVis weltweit Motor der Entwicklung von digitalen Bildanalyseverfahren für die medizinische Diagnostik und Therapieplanung. Sie kommen vor allem bei Tumor-, Gefäß-, Lungen- und neurologischen Erkrankungen zu Einsatz. Die Bilanz nach einem Jahrzehnt: Das Forschungs- und Entwicklungszentrum hat 13 Patentanmeldungen vorzuweisen und brachte vier unternehmerische Ausgründungen hervor. Die MeVis-Gruppe erwirtschaftete mit rund 100 Mitarbeitern im Jahr 2005 11,4 Millionen Euro (2004: 6,8 Millionen Euro), davon über 50 Prozent in dem Wachstumsmarkt USA. Drei Innovationen haben inzwischen den weltweiten Durchbruch erzielt und den Bremern mit rund 30 Prozent Marktanteil die Marktführerschaft gesichert. Nach zehn Jahren nimmt MeVis unter den universitätsnahen Forschungszentren noch immer eine Sonderstellung sein. Die von dem Mathematiker und renommierten Chaos-Forscher Prof. Dr. Heinz-Otto Peitgen bewusst gewählte Industrienähe in der Forschung und Entwicklung hat trotz des Erfolgs von MeVis deutschlandweit kaum Nachahmer gefunden. "Dank der engen Zusammenarbeit mit weltweit führenden Medizintechnik-Konzernen sind wir heute in der glücklichen Lage, die gesamte Bandbreite der Produktgenese von der Grundlagenforschung über die angewandte Forschung bis hin zur Entwicklung marktfähiger Produkte anzubieten", sagt Prof. Dr. Heinz-Otto Peitgen. "Dadurch können wir innerhalb kürzester Zeit Forschungsergebnisse zum Wohle der Patienten umsetzen und über unsere klinischen Partner am Markt einführen."

Mit einem internationalen Festsymposium am 31. März 2006 in der Kunsthalle Bremen würdigen Vertreter aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft den erfolgreichen Weg des Spin-off der Universität Bremen zum weltweit anerkannten Forschungs- und Entwicklungsinstitut.

Die wichtigsten Entwicklungen von MeVis im Überblick:
MeVis-Gruppe
Das gemeinnützige Forschungs- und Entwicklungszentrum konnte seit 1997 um vier kommerzielle Ausgründungen zur MeVis-Gruppe erweitert werden: Auf Grundlage der Forschungsergebnisse bei MeVis werden heute bei MeVis Technology (1997), MeVis BreastCare (2001), MeVis Diagnostics (2002) und MeVis Distant Services (2004) in Zusammenarbeit mit rund einhundert Partnern aus der internationalen klinischen Praxis und Industrie, wie Siemens Medical Solutions, Medos, Hologic und Invivo, marktreife Produkte entwickelt und technische Dienstleistungen angeboten. Seit November 2005 ist MeVis ISO-zertifiziert.

Unternehmerische Entwicklung der MeVis-Gruppe
Die MeVis-Gruppe hat sich zu einem bedeutenden Jobmotor für die Region Bremen entwickelt. Ausgehend von 10 Mitarbeitern im Jahr 1995 ist die Gruppe auf ein Team von rund 100 Mitarbeitern angewachsen, darunter viele Informatiker, Physiker, Mathematiker und Ingenieure. Die Zahl der Mitarbeiter soll sich im Jahr 2006 auf 120 erhöhen. Der Umsatz der Gruppe in 2005 betrug kumuliert 11,4 Millionen Euro (2004: 6,8 Millionen Euro). Mehr als die Hälfte des Geschäfts machte die MeVis-Gruppe in den USA, gefolgt von Europa und Asien. Auf den Gebieten der computerunterstützten Befundung für die Brustkrebsdiagnose mittels Mammografie und der kontrastmittelgestützten Magnetresonanztomographie liegt der internationale Marktanteil bei rund 30 Prozent.

Produkte
13 Patente hat die MeVis-Gruppe bis heute angemeldet. Drei Innovationen - die Software "DynaCAD" zur computerunterstützten Befundung für digitale Mammografie, ein Softwaresystem zur Untersuchung von Brusttumoren mittels Magnetresonanztomographie und ein Planungssystem für die Tumor- und Transplantationschirurgie - haben den Durchbruch in den Wachstumsmärkten USA und Asien geschafft und den Bremern die weltweite Marktführerschaft gesichert. Die im Rahmen eines vom Bundesministeriums für Bildung und Forschung geförderten Projekts entwickelten Softwareassistenten "MeVis LiverAnalyzer" und "MeVis LiverViewer" wurden im September 2005 von der amerikanischen Food and Drug Administration (FDA) zugelassen.

Auszeichnungen (Auswahl)
Für seine Leistungen in Wissenschaft und Forschung in der computerunterstützten Radiologie und Chirurgie erhielt Heinz-Otto Peitgen unter anderem 1996 von Bundespräsident Roman Herzog das Bundesverdienstkreuz erster Klasse, 1999 den Karl Heinz Beckurts-Preis für Forschung und Innovation sowie 2005 die Werner Körte-Medaille in Gold von der Deutschen Chirurgischen Gesellschaft. Im Mai 2005 wurde er als Wissenschaftler des Jahres mit dem Bremer Unternehmerpreis für Wissenstransfer ausgezeichnet. Im Februar 2006 wurde Heinz-Otto Peitgen gemeinsam mit dem renommierten Mathematiker Prof. Benoit Mandelbrot in die "Hall of Fame" des Charles E. Schmidt College of Science an der Florida Atlantic University aufgenommen. Für seine medizinischen Arbeiten erhielt das MeVis-Team bereits mehrfach den Softwarepreis der Nordamerikanischen Radiologischen Vereinigung.


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