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Von "Heuschrecken" und "Sozialromantikern": RUB-Dissertation über sozialethische Anforderungen an Un

04.04.2006 - (idw) Ruhr-Universität Bochum

Auf so genannte "weiche Faktoren" müssen Unternehmen heute immer mehr Wert legen. Sie müssen mit verschiedenen Kulturen interagieren, um erfolgreich zu sein, und sind so "transkulturelle Grenzgänger": Zu diesem Ergebnis kommt der Bochumer Theologe Dr. Udo Lehmann in seiner soeben erschienenen Dissertation "Ethik und Struktur in internationalen Unternehmen". Bochum, 04.04.2006
Nr. 119

Heuschrecken und Sozialromantiker
Sozialethische Anforderungen an Unternehmen
RUB-Theologe veröffentlicht Dissertation

"Heuschrecken" und "Arbeitsplatzvernichter": Diese Bezeichnungen müssen sich Manager oft gefallen lassen. Sie stehen im Mittelpunkt der Debatte, wenn es darum geht, die Globalisierung sozial gerecht zu gestalten. "Um diese Aufgabe zu meistern, muss man internationale Unternehmen nicht mehr nur nach wirtschaftlichen, sondern auch nach sozialethischen Aspekten bewerten", so der RUB-Theologe Dr. Udo Lehmann. In seiner soeben erschienenen Dissertation "Ethik und Struktur in internationalen Unternehmen" definiert er solche Bewertungskriterien und stellt fest: Auf so genannte "weiche Faktoren" müssen Unternehmen selbst immer mehr Wert legen. Sie müssen mit verschiedenen Kulturen interagieren, um erfolgreich zu sein, und sind so "transkulturelle Grenzgänger".

Sozialethische Anforderungen

Um Beurteilungskriterien für Unternehmen zu formulieren, betrachtete Lehmann zunächst wichtige unternehmensethische Ansätze deutschsprachiger Wissenschaftler und der christlichen Sozialethik. Er fand heraus, dass diese Ansätze dieselben praktischen Forderungen stellten: Unternehmen müssen kultursensitiv, kommunikativ, flexibel und dezentral sein. Sie sollten also respektvoll mit verschiedenen Kulturen umgehen, sich in Kommunikationsprozesse vor Ort einbinden und lern- und anpassungsfähig sein. Die Definition solcher Grundkriterien erleichtert eine vergleichende Analyse. Durch weitere firmenspezifische Untersuchungen gelangt man dann zu einem Urteil darüber, wie ein Unternehmen unter sozialethischen Gesichtspunkten handelt, und kann Manager entsprechend beraten.

Sozialethik mit Praxisbezug

Unternehmen wie DaimlerChrysler oder Lufthansa selbst legen immer mehr Wert auf sozialethische Faktoren. Sie erachten es z. B. als wichtig, in die unterschiedlichen Gesellschaften ihrer Standorte eingebunden zu sein und gerade bei den Kulturunterschieden zwischen muslimischer und westlicher Welt ist Kultursensitivität notwendig. Die Herausforderung für die Sozialethik liege laut Lehmann darin, nach praxisbezogenen Möglichkeiten zu suchen, um gemeinsam mit der Wirtschaft gerechtere Wechselbeziehungen zwischen den Kulturen zu erreichen. Dabei dürfe man aber nicht in sozialromantische Vorstellungen verfallen.

Titelaufnahme

Udo Lehmann: Ethik und Struktur in internationalen Unternehmen - Sozialethische Anforderungen an die formalen Strukturen internationaler Unternehmen. Schriften des Instituts für Christliche Sozialwissenschaften, Bd. 54, Münster 2006, 34,90 Euro, ISBN 3-8258-9232-8

Weitere Informationen

Dr. Udo Lehmann, Tel. 0202/2989876, E-Mail: info@udolehmann.com

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