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UKE: Professor für Neurologie berufen

11.04.2006 - (idw) Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

Prof. Dr. Christian Gerloff (42) hat am 1. April 2006 sein Amt als Professor (W3) für Neurologie und als Direktor der Klinik für Neurologie am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) angetreten. Zuletzt war er an der Neurologischen Universitätsklinik Tübingen als Stellvertretender Ärztlicher Direktor der Abteilung Allgemeine Neurologie tätig. Er ist Nachfolger von Prof. Dr. Cornelius Weiller, der einen Ruf an die Universität Freiburg angenommen hatte. Nach der Promotion 1991 an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg arbeitete Gerloff seit 1992 als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Neurologischen Universitätsklinik Tübingen. 1995 bis 1997 verbrachte er - unter anderem mit Hilfe eines Ausbildungsstipendiums der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) - an den National Institutes of Health, Bethesda, USA. 1998 kehrte er nach Tübingen zurück. Nach der Habilitation für Neurologie und klinische Neurophysiologie im Jahr 2000 leitete Gerloff als Oberarzt das EEG-(Elektroenzephalografie-)Labor und das Schlaflabor, seit 2004 die Stroke Unit (Schlaganfall-Spezialstation), die neurologische Wachstation sowie das neurosonologische Labor. 2005 wurde er zum Stellvertretenden Ärztlichen Direktor, 2006 zum außerplanmäßigen Professor ernannt.

Seine klinischen Schwerpunkte am UKE liegen insbesondere in der Behandlung von Schlaganfallpatienten: "Ziel ist es", so Gerloff, "sowohl die Akutbehandlung als auch das Management der Prophylaxe zu optimieren. Die Modernisierung und Erweiterung der Stroke Unit von vier auf sechs Betten sowie ihr Umzug in die unmittelbare Nähe der Medizinischen Notaufnahme stellen einen ersten Schritt dar." Auch der Schwerpunkt Multiple Sklerose (MS) wird ausgebaut: "Langfristig vorgesehen ist eine experimentelle Therapieeinheit, auf der sowohl MS- als auch Schlaganfallpatienten mit innovativen Therapien versorgt werden." Unverändert hohen Stellenwert hat die Versorgung von Patienten mit Bewegungsstörungen sowie Muskel- und Nervenerkrankungen, einschließlich der Behandlung von Parkinson-Patienten mit tiefer Hirnstimulation.

Gerloffs wissenschaftliche Arbeiten beschäftigen sich vor allem mit der Plastizität (Anpassungsfähigkeit) des Gehirns. So hat er zum Verständnis der Mechanismen beigetragen, wie sich das Gehirn nach Schlaganfall erholt, und gezeigt, dass fehlgerichtete Plastizität an der Entstehung von Krankheiten (wie Bewegungs- oder Wahrnehmungsstörungen) beteiligt sein kann. Ein methodischer Forschungsschwerpunkt ist multimodales Neuroimaging, die Kombination von EEG, Magnetenzephalografie, transkranieller Magnetstimulation, Positronenemissions- und funktioneller Magnetresonanztomografie. Gerloff erhielt mehrere wissenschaftliche Auszeichnungen, darunter den Förderpreis des Kuratorium ZNS und der Hannelore-Kohl-Stiftung 2001 sowie den Scientific Paper Award der European Neurological Society 2004, und ist als Gutachter für die DFG sowie Fachzeitschriften wie "Science", "Journal of the American Medical Association" und "Journal of Neuroscience" tätig.

Für seine Lehrtätigkeit erhielt Gerloff vier Semester hintereinander eine Auszeichnung der Fachschaft Medizin Tübingen. Bei der Medizinerausbildung am UKE will er den Praxisbezug fördern, unter anderem im Rahmen eines Wahlfaches Neurologie, und "dafür sorgen, dass die Studenten ihre praxisnahen Erfahrungen in einen kompakt vermittelten systematischen Rahmen der neurologischen Krankheitslehre einbinden können". Besonders wichtig sind ihm der frühe Beginn der Nachwuchsförderung und der frühe Austausch mit internationalen Kooperationspartnern.


Gerloff ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Auf Wunsch mailen wir Ihnen ein Foto von Prof. Dr. Christian Gerloff.

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