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Peer Review: Wie viel (In-)Transparenz ist für Begutachtungen notwendig?

11.04.2006 - (idw) Institut für Forschungsinformation und Qualitätssicherung

Peer Review Revisited - Begutachtungspraktiken in international vergleichender Perspektive

Workshop des Instituts für Forschungsinformation und Qualitätssicherung (IFQ) am Dienstag, 16. Mai 2006, von 11 Uhr bis 18 Uhr im Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB), Reichpietschufer 50, 10785 Berlin, Raum A310/300. Peer Review wird seit mehr als 300 Jahren in der Wissenschaft als Begutachtungs-und Qualitätsförderungsinstrument praktiziert. Es hat in den nationalen Wissenschaftssystemen und auch auf transnationaler Ebene, beispielsweise in der Forschungsförderung der Europäischen Union, eine große Bedeutung und auch Akzeptanz erlangt, zu der es keine entsprechende Alternative gibt. Gleichzeitig erheben sich immer wieder kritische Stimmen zu der Fachbegutachtung durch Kollegen vor allem im Hinblick auf die Reliabilität und Validität. Dem Verfahren wird ein geringer Grad an Gutachterübereinstimmung, mangelnde Transparenz, Innovationsfeindlichkeit und zu hoher Aufwand vorgeworfen. Weiterhin wird danach gefragt, ob Peer Review mehr der Legitimation als der Qualitätskontrolle dient, und ob Qualitätsstandards für Gutachten ausreichend kommuniziert werden.

Angesichts des steigenden Informationsbedarfs in der Gesellschaft, der ernormen Zunahme von Publikationen und neuer Medien, vor allem der Online-Journals, und der zunehmenden Bedeutung von Quantifizierungen des wissenschaftlichen Outputs als Leistungsnachweis stellt sich erneut die Frage, ob möglicherweise Veränderungen der Praktiken notwendig sind, um "exzellente" Wissenschaft zu identifizieren und vor allem zu fördern.

Im Mittelpunkt dieses Workshops soll die Bedeutung von transparenten Verfahren in der Begutachtung von Forschungsanträgen und von Manuskripten für wissenschaftliche Zeitschriften stehen. Wie viel Transparenz ist notwendig und "verträglich"? Einerseits stabilisiert die Anonymität die Unabhängigkeit der Urteilsbildung von Gutachtern, und sie schützt vor Kollegialitätsansprüchen. Andererseits könnte durch die Aufhebung der Anonymität die Professionalisierung und Qualität von Gutachten gefördert werden. Welche Wege haben sich bewährt - wo besteht Veränderungsbedarf? Welche Qualitätssicherungsmaßnahmen innerhalb des Begutachtungs- und Entscheidungsprozesses sind wirksam?

Auf dem Workshop werden Praktiken des Peer Review in der Forschungsförderung - auch mit Blick auf die Anonymität - in verschiedenen europäischen Staaten und den USA vorgestellt und unter dem Aspekt diskutiert, ob möglicherweise die Begutachtungsverfahren in Deutschland von ausländischen Erfahrungen profitieren können.

Darüber hinaus werden neue Praktiken des Begutachtungsprozesses in wissenschaftlichen Zeitschriften präsentiert, die gewährleisten sollen, dass neue Erkenntnisse möglichst zeitnah in der Scientific Community kommuniziert werden können, ohne auf eine ausreichende und angemessene Qualitätskontrolle und -förderung verzichten zu müssen.

Für die Teilnahme am Workshop ist eine Anmeldung bis zum 8. Mai notwendig.
Weitere Informationen: http://www.forschungsinfo.de/aktuelles/tagung_peerreview.html
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