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Aus der Uni in die UNO: FernUni-Studentin Susanne Gold schlüpft in die Diplomatenrolle

11.04.2006 - (idw) FernUniversität in Hagen

Susanne Gold, Studentin in der Fakultät für Wirtschaftswissenschaft der FernUniversität in Hagen, Flugbegleiterin und Mutter, nimmt am Planspiel National Model United Nations (NMUN) teil, dessen Finale vom 11. bis 15. April im UNO-Hauptquartier in New York stattfindet. "Wie funktioniert eine Weltorganisation?" wollte FernUni-Studentin Susanne Gold wissen und beteiligte sich am National Model United Nations (NMUN). Dieses Planspiel bringt seit 60 Jahren Studierenden die Arbeit und Funktionsweisen Internationaler Organisationen durch eine authentische Simulation der Vereinten Nationen näher. Es ist die weltweit größte Simulation der Weltorganisation. In diesem Jahr schlüpfen vom 11. bis 15. April rund 3.000 Studierende bei der abschließenden fünftägigen Simulationskonferenz in New York City in die Rollen von UNO-Diplomaten. Eine von ihnen ist die 32-jährige FernUni-Studentin Susanne Gold aus Schwarzach am Main, verheiratet, berufstätig als Flugbegleiterin und Mutter von zwei Kindern.

Jede Hochschule, die eine Studierenden-Delegation zum National Model United Nations entsendet, vertritt einen UN-Mitgliedstaat z. B. in der Generalversammlung und in ihren Ausschüssen, aber auch in der Weltgesundheitsorganisation oder in der UNICEF. Das Planspiel war Susanne Gold, die in ihrer deutschen Familie in den USA aufwuchs, schon lange ein Begriff.

Susanne Gold hat bei ihren Besuchen als Flugbegleiterin bei der Lufthansa in anderen Kulturen ihren eigenen Horizont erweitert: "Wir können für zwanzig Euro nach Barcelona fliegen - aber wie lässt sich Mobilität zum Nulltarif mit hohem Kohlendioxid-Ausstoß vereinbaren?" Die Welt steht vor vielschichtigen, unterschiedlichsten Problemen. Sie wählt bewusst das Wort "Welt", weil die Vernetzung gegenseitiger Abhängigkeiten weit über das Internet hinausgeht: "Deshalb glaube ich, dass die Vereinten Nationen an Bedeutung noch gewinnen werden."

Indem sie sich mit den Abläufen internationaler Beziehungen vertraut machte wollte sie ihren eigenen ganz persönlichen Weg finden. Und einen - und sei er auch noch so klein - Beitrag zur Lösung des einen oder anderen Problems finden, das die Welt bewegt. Das National Model United Nations (NMUN) schien ihr dafür genau richtig zu sein: "Es spiegelt die Vielseitigkeit meiner Interessen wider: die Auseinandersetzung mit fremden Ländern, das Beobachten der zunehmenden Vernetzung und Globalisierung in der Welt, die wirtschaftlichen Zusammenhänge." Zudem wollte sie als FernUni-Studentin das Gefühl für andere Studierende bekommen: "Kurz vor Abschluss meines Fernstudiums wollte ich wissen, wie es ist, mit anderen Studierenden zusammenzuarbeiten."

Dafür wurde sie Mitglied der interdisziplinären Delegation der Universität Würzburg, mit der sie sich intensiv auf die Arbeit im UNO-Hauptquartier vorbereitet: "Wir sind eine so genannte Joint Delegation, die in dem Planspiel Kasachstan vertritt. Mein Status als Fernstudentin ist kein Thema." Ganz im Gegenteil, sie wurde sogar zur Head Delegate gewählt, "wobei es sicherlich in New York keine andere Delegation in dieser speziellen Zusammensetzung geben wird: 14 Studierende einer Uni und eine Fernstudentin einer anderen Uni." Auch in anderer Hinsicht freut sich Susanne Gold ein wenig über einen Sonderstatus: "Mir gebührt die Ehre, mit 32 Jahren den Altersschnitt etwas zu heben. Und ich bin verheiratete Mutter zweier Kinder."

Gerade die hautnahe Erfahrung von Gruppenbildungsprozessen sollten ihr im Fach Personalführung und Organisation bei Univ.-Prof. Dr. Jürgen Weibler in der Faktultät Wirtschaftswissenschaft der FernUniversität ja noch zu Gute kommen. BWL-Studentin an der FernUniversität ist sie seit dem WS 98/99. Da hatte sie gerade eine Ausbildung zur Touristikreferentin per Fernlehre erfolgreich beendet, während sie zwischen ihren Flügen auch noch nebenberuflich in einem Reisebüro arbeitete. Dabei stellte sie fest, wie viel Spaß ihr wirtschaftliche Zusammenhänge machen. Außerdem hütete sie gerade ihre damals 15 Monate alte Tochter und sah noch neun weiteren Erziehungsmonaten entgegen, die sie für ihren beruflichen Erfolg nutzen wollte.

Fünf Monate lang hatten Susanne Gold und ihre Kolleginnen und Kollegen insgesamt Zeit, um sich auf die Zeit in New York vorzubereiten. Um diese Herausforderung zu meistern waren wöchentliche Treffen, Workshops und ein großer organisatorischer Aufwand notwendig, den die Studierenden in Teamarbeit hauptsächlich selbst bewältigten. Sie erarbeiteten dabei wichtige Informationen zu "ihrem" Land Kasachstan. Nicht zuletzt die außenpolitischen Beziehungen sind wichtig, etwa, um schnell die richtigen Gespräche in der UNO führen zu können. Sogar von den kasachischen Botschaften in Berlin und bei den Vereinten Nationen wurden und werden sie unterstützt.

Wichtig ist z. B. zu wissen, an welche Regeln und Abläufe man sich in der UNO zu halten hat, denn die Resolutionen und Berichte, die die Delegationen dort ausarbeiten, sollen ja erfolgreich sein. Susanne Gold: "Dazu ist schon diplomatisches Geschick nötig, wir müssen schließlich realistisch die Positionen Kasachstans vertreten." Auf diplomatischem Parkett nehmen die Delegierten die Rolle von Botschaftern ein. Sie verhandeln über aktuelle Weltprobleme, z. B. Beispiel HIV und AIDS, Armut, Flüchtlingsfragen oder erneuerbare Energien. Über die erfolgreichsten Resolutionen stimmen die Generalversammlung oder der Wirtschafts- und Sozialrat im UNO-Hauptquartier ab.


Angenommene NMUN-Resolutionen werden sogar dem Generalsekretär feierlich überreicht.
Weitere Informationen: http://www.fernuni-hagen.de/presse/medieninformationen/2006/04/2006_04_11_uno-mi.shtml - ein druckfähiges Foto steht zum Download bereit
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