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Uniklinikum Greifswald startet mit kostenfreiem Früherkennungsprogramm

29.04.2006 - (idw) Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald

Erste Sreening-Einheit auf digitaler Basis - alle Röntgenbilder werden telemedizinisch übertragen

Zum 1. Mai 2006 startet das Uniklinikum Greifswald als erste von vier Sreening-Einheiten in Mecklenburg-Vorpommern mit dem Programm zur Früherkennung von Brustkrebs für Frauen von 50 bis 69 Jahren (Mammagraphie-Sreening). Bundesweit einmalig ist die Umsetzung des 2002 vom Bundestag beschlossenen Mammagraphie-Sreenings auf telemedizinischer Basis. In der Telemedizin-Modellregion Europomerania werden die Röntgenbilder auf digitalem Weg von den radiologischen Partnerpraxen an das Rechenzentrum der Universität Greifswald weitergeleitet. "Anfang Mai werden die ersten 40.000 Frauen in der besonders gefährdeten Altersgruppe von 50 bis 69 Jahren vom Medizinischen Dienst der Krankenkassen eine schriftliche Einladung zur kostenfreien Voruntersuchung erhalten", erläuterte der Direktor des Institutes für Radiologische Diagnostik und Neuroradiologie, Prof. Norbert Hosten. Insgesamt haben 220.000 Frauen im Land künftig ein Anrecht auf diese Vorsorgemaßnahme, die nach den strengen Auflagen der "Europäischen Richtlinie für die Qualitätssicherung des Mammographie-Sreenings" durchgeführt wird. Das Früherkennungsprogramm soll dazu beitragen, die Heilungschancen der Patientinnen bei der häufigsten Krebserkrankung bei Frauen deutlich zu verbessern. Jedes Jahr sterben in Deutschland 18.000 Frauen an Brustkrebs; 75 Prozent der Frauen erkranken nach dem 50. Lebensjahr. Der Radiologe verwies darauf, dass Frauen mit erhöhtem genetischem Risiko, die von dem neuen Sreening-Programm nicht ausreichend berücksichtigt werden, eine frühere Voruntersuchung ins Auge fassen sollten.

"Wir erhoffen uns angesichts der positiven Erfahrungen in Schweden und in den Niederlanden von dem Programm eine signifikante Steigerungsrate bei der Früherkennung. Je eher ein Krebsherd entdeckt wird, umso größer sind die Aussichten, ohne größere operativen Eingriffe brust- und lebenserhaltend zu behandeln und auf vollständige Heilung. Dafür ist eine möglichst hohe Beteiligung der angeschriebenen Frauen notwendig", betonte Hosten. "Natürlich ist eine 100-prozentige Teilnahme unsere optimale Zielmarke, aber schon realistische 60 bis 70 Prozent wären ein großer Erfolg."

Auf Grund der telemedizinischen Umsetzung des Mammographie-Sreenings in Mecklenburg-Vorpommern ergeben sich zeitliche Vorteile bei der Begutachtung und Behandlung für die Frauen. Ein umständlicher Postversand, Beschädigungen und Verluste der Röntgenaufnahmen entfallen. "Verbindlich festgelegt ist eine unabhängige Zweitbegutachtung des Befundes, die ebenfalls digitalisiert über einen Zufallserver durch die angeschlossenen Partner in der Region und in Greifswald erfolgt", so Hosten. "Der zweite Facharzt ist dabei nicht über die Erstbefundung informiert, um eine unbefangene zweite Meinung einzuholen." Fallen die Urteile der Fachärzte unterschiedlich aus, werden weitere Experten hinzugezogen. Dieses Verfahren sichert im Interesse der Patientinnen eine hochqualitative Diagnostik und ermöglicht eine zügige Erfolgskontrolle des Präventionsprogrammes.

Der Mediziner appellierte an alle Frauen, das Angebot zur freiwilligen Vorsorgeuntersuchung anzunehmen.
"Die Mammographie ist gegenwärtig die effektivste Methode, Brustkrebs festzustellen. Sie gewährleistet mit weitestgehender Genauigkeit den Nachweis von Veränderungen in der Brust, lange bevor diese als Knoten oder Verhärtung tastbar sind. Schon kleinste Krebsherde können so frühzeitig erkannt werden und den Frauen viel Leid ersparen. Gleichzeitig schafft das Programm Sicherheit, wenn alle zwei Jahre Symptome klar ausgeschlossen werden können. Die Untersuchung dauert lediglich 15 Minuten, es fallen keine Praxisgebühren an, die Kosten für die Mammographie übernehmen die Kassen. Im Einzugsbereich der Sreening-Einheit Greifswald übernehmen acht niedergelassene Radiologen sowie das Uniklinikum Greifswald die Durchführung der Mammographie.


Weitere Informationen
Programmverantwortliche Ärztin (PVA)
Screening-Einheit Greifswald
Oberärztin Dr. Annette Schimming
Telefon: 03834-86 22 174


Ansprechpartner
Institut für Diagnostische Radiologie und Neuroradiologie
Direktor: Prof. Dr. Norbert Hosten
Ferdinand-Sauerbruch-Straße/Neubau, 17475 Greifswald
T +49 3834 86-70 96
F +49 3834 86-70 97
E hosten@uni-greifswald.de
http://www.klinikum.uni-greifswald.de

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