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"Freedom to Discover-Award" der Bristol-Myers Squibb-Stiftung - LMU-Mediziner und Ernährungsexperte erhält 500

02.05.2006 - (idw) Ludwig-Maximilians-Universität München

Professor Berthold Koletzko, Leiter der Abteilung Stoffwechselstörungen und Ernährungsmedizin am Dr. von Haunerschen Kinderspital der Universität München, erhält für seine wissenschaftlichen Leistungen den mit 500.000 US-Dollar dotierten Forschungspreis der Bristol-Myers-Squibb Foundation in New York, der Stiftung eines großen und weltweit tätigen Pharmaunternehmens. Koletzko und seine Mitarbeiter erforschen unter anderem, wie sich die Ernährung in Schwangerschaft und Säuglingszeit auf Übergewicht, Diabetes, Allergien und geistige Leistungsfähigkeit im Erwachsenenalter auswirkt. Der Preisträger kann die mit dem "Freedom to Discover"-Preis gewährten, über fünf Jahre ausgezahlten Mittel völlig frei für Forschungsaktivitäten seiner Wahl verwenden. Koletzko ist der einzige Deutsche unter zwölf Wissenschaftlern weltweit, die in diesem Jahr im Rahmen des Programms ausgezeichnet wurden. Insgesamt werden sechs Millionen US-Dollar vergeben, um die biomedizinische Forschung zu unterstützen. Die Auszeichnungen werden jährlich in verschiedenen Kategorien wie Forschung zu Krebs, Herzkreislauferkrankungen, Infektionen und Ernährung vergeben. "Die mit dieser Auszeichnung verbundene Förderung wird es uns ermöglichen, unsere Untersuchungen zu den Langzeitwirkungen der frühkindlichen Ernährung auf das spätere Risiko chronischer Krankheiten noch intensiver zu verfolgen", so Koletzko. "Wir hoffen, dass unsere Ergebnisse Wege zu einer verbesserten Prävention aufzeigen." Die Münchener Gruppe arbeitet daran, Risikofaktoren für die Entstehung von Übergewicht aufzuklären. "In den letzten zwei Jahrzehnten hat sich in vielen europäischen Ländern, darunter auch Deutschland, die Häufigkeit von Übergewicht im Kindesalter mehr als verdoppelt", so Koletzko. "Weltweit sind etwa zehn Prozent der Kinder und Jugendlichen zwischen 5 und 17 Jahren übergewichtig, ein Viertel davon leidet an Adipositas, also schwerem Übergewicht. Das sind insgesamt bis zu 155 Millionen übergewichtige und noch einmal 30 bis 45 Millionen adipöse Kinder und Jugendliche. Übergewicht ist damit die häufigste chronische Gesundheitsstörung bei Kindern in vielen Staaten Europas, Amerikas sowie des Nahen und Mittleren Ostens." Dabei wird das Risiko für Übergewicht von vielen Einzelfaktoren beeinflusst wie z.B. genetische Veranlagung, frühkindliche Einflüsse, kulturelle Traditionen sowie soziale Lage. "In unseren Untersuchungen fanden wir eine um 25 Prozent niedrigere Häufigkeit von Übergewicht bei Schulkindern, die nach der Geburt gestillt wurden" meint Koletzko. Mit einer von Koletzko geleiteten großen Studie bei mehr als 1000 Kindern in fünf europäischen Ländern, die von der Geburt bis in das Schulalter beobachtet werden, sollen die Ursachen aufgeklärt werden. "Wenn es uns gelingt, die mit dem Stillen verbundenen schützenden Faktoren aufzuklären, könnte dies zu verbesserten Empfehlungen für die Säuglingsernährung führen".

Nach dem Medizinstudium in Münster/Westfalen arbeitete Koletzko unter anderem in Südafrika, Tanzania, und an den Universitäten Düsseldorf und Toronto, Kanada, bis er im Jahre 1992 auf ein Extraordinariat an der LMU berufen wurde. Neben seiner Forschungstätigkeit ist es Koletzko besonders wichtig, vorbeugende Maßnahmen zur Förderung der körperlichen und seelischen Gesundheit von Kindern zu unterstützen. Wichtige Arbeit auf diesem Gebiet leistet die "Stiftung Kindergesundheit" (http://www.kindergesundheit.de). Koletzko ist Gründer und Vorsitzender der Stiftung, welche die Forschung fördert und die Verbreitung wissenschaftlich gesicherter Informationen an Ärzte und Familien mit Kindern unterstützt. Die Stiftung hat eine Reihe wichtiger Initiativen zur Vorbeugung und Behandlung kindlicher Erkrankungen auf den Weg gebracht, unter anderem zur Allergieprävention, der Vorbeugung von Fehl- und Überernährung sowie zum Schutz vor Infektionen und angeborenen Fehlbildungen. Hilfe zur Selbsthilfe leistet Koletzko dabei als einer der Begründer des PowerKids-Programms (www.powerkids.de), das im Rahmen der "Stiftung Kindergesundheit" gezielt übergewichtige Kinder zwischen acht und zwölf Jahren anspricht. Sie lernen im Verlauf von drei Monaten spielerisch, mit Hilfe von "Fettzie-Punkten" den Fettgehalt von Lebensmitteln zu bestimmen und weniger Fett zu essen. Zudem wird regelmäßige Bewegung gefördert. Wie sich gezeigt hat, sprechen die Kinder sehr gut auf das Programm an und behalten oft auch nach Ende des Trainings das neu erlernte Verhalten bei. (suwe)


Ansprechpartner:

Prof. Dr. med. Berthold Koletzko
Abteilung Stoffwechselkrankheiten und Ernährungsmedizin
Dr. von Haunersches Kinderspital der LMU München
Tel: (089) 5160-3967
Fax: (089) 5160-3336
E-Mail: berthold.koletzko@med.uni-muenchen.de

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