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Land am Scheideweg

03.05.2006 - (idw) Friedrich-Schiller-Universität Jena

Botschafter aus Serbien und Montenegro spricht am 4. Mai, 18.00 Uhr an der Universität Jena Jena (03.05.06) Das ehemalige Jugoslawien, früher das Musterbeispiel eines Vielvölkerstaates, durchlebt seit 1990 einen beispiellosen Zerfallsprozess. Wie lange er andauert, entscheidet auch am 21. Mai die montenegrinische Bevölkerung in einem Referendum über das mögliche Ende der "Staatenunion" Serbien und Montenegro. Damit stehen beide Republiken vor einer zukunftsweisenden Entscheidung. Auch die Frage um den zukünftigen, politischen Status des Kosovo liegt Serbien schwer im Magen.

Seine Einschätzung zu den Schwierigkeiten, Fortschritten und zur Zukunft des Landes präsentiert am 4. Mai Dr. Ognjen Pribicevic. Unter dem Titel "Serbien und die europäische Integration" referiert der Botschafter von Serbien und Montenegro um 18.00 Uhr im Senatssaal der Universität Jena (Fürstengraben 1). Der Botschafter kommt auf Einladung des Instituts für Slawistik und des Collegium Europaeum Jenense (CEJ) nach Jena.

Entscheidend für die Zukunft Serbiens und Montenegros ist die von beiden Regierungen angestrebte EU-Mitgliedschaft. "Die positiven Entwicklungen in Serbien und Montenegro bedeuten auch eine intensive Annäherung an die europäischen Werte", erklärt Pribicevic. Bisher vertritt die Europäische Union jedoch den Standpunkt, dass eine solche Mitgliedschaft nur im Rahmen der jetzigen "Staatenunion" denkbar ist. Ein möglicher Beitritt wird zusätzlich durch die Bedingung der EU erschwert, alle gesuchten serbischen Kriegsverbrecher an das Tribunal in Den Haag auszuliefern - außenpolitische Forderungen, die zu weiteren innenpolitischen Problemen führen und Reformen verlangen. Neben diesen notwendigen politischen Reformen konzentriert sich Serbien verstärkt auf eine Reihe wirtschaftlicher Umbrüche. So stehen die stärkere Bekämpfung der Korruption und eine Erhöhung des allgemeinen Lebensstandards im Mittelpunkt der Bemühungen. Wie Serbien diese Reformen angehen und auch das soziale Gefälle zwischen der Hauptstadt Belgrad und dem Rest des Landes eindämmen will, erläutert Pribicevic in seinem öffentlichen Vortrag in Jena.

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