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"Deutschlands Eliten im Wandel" - Ergebnisse einer Arbeitsgruppe der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wis

04.05.2006 - (idw) Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften

Herfried Münkler, Grit Straßenberger, Matthias Bohlender (Hg.)
Deutschlands Eliten im Wandel
Frankfurt a. M/New York: Campus Verlag, 2006, 537 Seiten, ¤ 39,90

Der Band ist das Ergebnis der im Frühjahr 2003 an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften konstituierten interdisziplinären Arbeitsgruppe Eliten-Integration. Sie hatte sich mit dem Ziel gegründet, Eliteforschern und Eliteforscherinnen der verschiedensten Fachdisziplinen ein Diskussionsforum zu bieten, um aktuelle gesellschaftspolitische Fragestellungen nach dem Wandel von Eliten in Deutschland wissenschaftlich zu begleiten und zu reflektieren. Das Projekt wurde mit Mittel des Bundesministeriums für Bildung und Forschung finanziert.

Eliten haben in der politischen Kommunikation der Bundesrepublik und in der Forschung lange keine herausgehobene Rolle gespielt. Dies jedoch hat sich seit Anfang der 1990er Jahre geändert. Elite ist inzwischen ein prominenter Begriff in der gesellschaftlichen Selbst- und Fremdbeschreibung von Politik, Wirtschaft und Kultur. Mit Blick auf die verschiedenen Eliten werden deren Leistungen oder auch Versagen öffentlich debattiert und damit gesell-schaftliche Erwartungen, Hoffnungen und Befürchtungen artikuliert. Diskurse über Eliten sind kein Tabu mehr, sondern zum festen Bestandteil gegenwärtiger Krisen- und Reformrhetorik geworden.

Die in diesem Band versammelten Autoren nehmen die Rehabilitierung des Elitebegriffs zum Ausgangspunkt für die grundsätzliche Frage nach der veränderten Rolle und Bedeutung von Eliten in einer zunehmend von Wissens-, Medien- und Marktprozessen gesteuerten Gesellschaft. Insbesondere das deutsche Demokratie- und Gesellschaftsmodell mit seinen vormals fest gefügten Funktionseliten, institutionalisierten Kooperationsmustern und personellen Verflechtungen in Wirtschaft, Politik und Verwaltung ("Deutschland AG") gerät unter wachsenden Druck. Der (neo-)korporatistische Elitekonsens der bundesrepublikanischen Nachkriegszeit ist in Auflösung begriffen und an seine Stelle treten eine Reihe von flexibleren, markt- und medialvermittelten Netzwerken. In ihnen nimmt die Bedeutung traditioneller Eliten ab, gleichzeitig aber entstehen neue Räume für Elitehandeln und Elite-Bildung. Diese konfliktreichen Veränderungen betreffen die Art der Interessenvermittlung zwischen Politik und Wirtschaft (Lobbyismus, Rating-Agenturen, Beratungsfirmen), die Form der Eliten-Bildung und Elitenrekrutierung (Bildungsreform, Privathochschulen, Elite-Universitäten) sowie die mediale Präsenz und Dauerbeobachtung von Politikern, Managern und Wissenschaftlern (Prominenz, Performance, Inszenierung). Das sind nur einige der Themen, die hier aus der Perspektive und auf dem Niveau interdisziplinärer Forschung u.a. von Herfried Münkler, Wolfgang Streeck, Nico Stehr, Dirk Baecker, Birger Priddat, Rüdiger vom Bruch, Armin Nassehi, Frank Nullmeier, Karl-Ulrich Mayer und Michael Hartmann diskutiert werden.

Pressekontakt:
Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften
Leitung Referat Information und Kommunikation
Gisela Lerch
Jägerstraße 22/23, 10117 Berlin
Tel.: 030/20370-657
Fax: 030/20370-366
E-Mail: glerch@bbaw.de

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