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Messestände und Bühnen virtuell planen

15.01.2003 - (idw) Fraunhofer-Gesellschaft

Bühnenbildner und Messebauer setzen zunehmend Simulationen mit Virtual-Reality-Technologien ein. Regisseure und Kunden erhalten so schon früh dreidimensionale Eindrücke der Entwürfe, was aufwendige und teure Fehlkonzeptionen zu verhindern hilft.

Zeit ist Geld - beim Bau von Messeständen ebenso wie bei Dekorationen für Theater und Fernsehen. Immer noch zeichnen viele Designer ihre Entwürfe auf Papier. "Kaum ein Kunde will jedoch zugeben, dass er sich einen zweidimensional gezeichneten großen Stand nicht richtig vorstellen kann", ist die Erfahrung von Peter Brüggemann, einer der Geschäftsführer der Berliner Firma ideea Messe- und Dekorationsbau GmbH. "Also folgt das böse Erwachen manchmal erst beim Aufbau kurz vor Messebeginn." Dasselbe gilt für die Arbeiten von Bühnenbildnern: Erst wenn die fertige Kulisse steht, kann der Regisseur entscheiden, ob alles seinen Vorstellungen entspricht - teure Umbauten sind nie ausgeschlossen.

Um Entwürfe dreidimensional präsentieren zu können, haben Wissenschaftler vom Fraunhofer-Institut für Rechnerarchitektur und Softwaretechnik FIRST in Berlin eine neue Technik entwickelt. "Mit dem Virtual-Reality-System X-RoomsTM lassen sich 3-D-Modelle erstellen, skalieren und auf eine oder mehrere verschieden große Leinwände projizieren", erläutert Bereichsleiter Herbert Rüsseler. "Der Clou ist: Was bisher nur mit teuren Großrechnern möglich war, funktioniert nun mit einfachen PCs. Daher ist unsere neue Technik auch für Designbüros erschwinglich."

Ideea nutzt das neue Verfahren in einem firmeneigenen Showlab. Aus mehreren Ansichten, die mit einem gewöhnlichen Zeichenprogramm erstellt wurden, berechnet das System den räumlichen Aufbau und projiziert die Teilansichten für beide Augen auf die Leinwand. Dank einer speziellen Brille erlebt der Kunde den virtuellen Stand in 3-D und kann sich mithilfe eines Joysticks darin bewegen. Seine Änderungswünsche lassen sich schnell einarbeiten. Viele Kunden überzeugte die Technik bereits. Der Chefdesigner von Samsung etwa sagte beim ersten Besuch seines realen Messestands: "Ich bin nicht überrascht davon - ich kenne ihn bereits, denn ich war ja schon hier."

Auch das Theater profitiert von der neuen Technik, denn Inszenierungen lassen sich bald leichter und schneller planen. "Wir arbeiten an interaktiven Eingabegeräten, mit denen sich Bühnenentwürfe schnell und einfach virtuell umsetzen lassen", verrät Rüsseler. "Das automatische Zusammenschalten von mehreren Projektoren erlaubt die Darstellung großer Bühnenbilder." Mit den digitalisierten Bewegungen der Schauspieler im Raum könnten virtuelle Theateraufführungen gestaltet und ganz neu erlebt werden.

Ansprechpartner:
Herbert Rüsseler
Telefon 0 30 / 63 92-17 80, Fax -18 05, herbert.ruesseler@first.fraunhofer.de

Peter Brüggemann
Telefon 0 30 / 67 04-47 50, Fax -41 77, p.brueggemann@ideea.de
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