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Hariboschnecken im Reagenzglas09.05.2006 - (idw) Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.
Chemiker dirigieren ein Siliziumoxid gezielt in eine hierarchische Struktur - ein Mechanismus, den bislang nur die Natur beherrschte
Ob die Chemie stimmt, ist oft eine Sache des Zufalls. Chemiker vom Max-Planck-Institut für Kohlenforschung in Mülheim an der Ruhr haben das in ihren Reaktionsgefäßen jetzt geändert. Sie haben Silica- oder Kieselsäure-Teilchen aus einer Lösung so gezielt auf einem Träger wachsen lassen, dass diese ein regelmäßiges Muster winziger Kegel bildeten. Die Wissenschaftler sind überzeugt, dass jeder Silica-Kegel aus übereinandergeschichteten Spiralen besteht - so als würde man Hariboschnecken stapeln. Jede Spirale besteht aus Röhren, in denen sich das Silica um lange organische Moleküle gruppiert. Solche hierarchischen Strukturen, die im kleinen wie im großen definiert sind, kannten Wissenschaftler bislang nur aus der Natur: von Knochen, Holz oder Muscheln. Dass sie sich jetzt im Reagenzglas herstellen lassen, könnte helfen, optische und elektronische Bauteile zu verkleinern. (Advanced Materials, 18.April 2006)
Weitere Informationen:
http://goto.mpg.de/mpg/pri/20060508/
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