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Unser Gehirn fühlt mit

09.05.2006 - (idw) VolkswagenStiftung

VolkswagenStiftung fördert Symposium über die Organisation von höheren motorischen Funktionen im Gehirn - am 19. und 20. Mai in Lübeck Wir sitzen vor dem Fernseher und die Muskeln sind zum Zerreißen gespannt: Denn der Protagonist im Film muss fliehen - und unser Gehirn fühlt so mit, dass auch unser Körper fluchtbereit ist. Die Ursache für dieses intensive Miterleben des Beobachters sind spezielle Zellen im Gehirn, die so genannten Spiegelneuronen. Sie reagieren beim reinen Zusehen von Verhaltensweisen ebenso, als würde man die Handlung selbst durchführen. Ihre Entdeckung Anfang der 1990er Jahre hat das Denken über die Funktion des motorischen Systems, insbesondere über die sensomotorische Koordination, in neue Bahnen gelenkt. Denn bisher nahm man an, dass im Gehirn bestimmte Bereiche für das Sehen zuständig sind, andere dagegen die Muskeln steuern. Über die neuen Erkenntnisse zum Organisationsplan unseres Gehirns diskutieren Neurowissenschaftler jetzt vom 19. bis 20. Mai bei einem internationalen Symposium in Lübeck; unterstützt von der VolkswagenStiftung mit 31.000 Euro.

Bei der Tagung kommen Grundlagenforscher und klinische Neurowissenschaftler zusammen, die sowohl auf dem Feld der Primatenforschung als auch der funktionellen Bildgebung und der kognitiven Neurologie arbeiten. Über das System von Spiegelneuronen spricht unter anderem Professor Dr. Giacomo Rizzolatti, der die "mitfühlenden" Gehirnzellen erstmals entdeckte. Neben den Spiegelneuronen geht es auch um Themen wie die Wahrnehmung eigener Aktionen, die Repräsentation von komplexen Handlungen im Gehirn - oder die Apraxie. Dabei handelt es sich um ein Krankheitsbild, das charakterisiert ist durch Störungen von komplexen Bewegungsabläufen, die aber nicht auf eine Lähmung zurückzuführen sind - eines der verbliebenen Rätsel in der kognitiven Neurologie, die Forscher mit Hilfe der neuen Erkenntnisse zu lösen hoffen.

Interessierte Journalistinnen und Journalisten sind herzlich zu dem Symposium eingeladen. Die Vorträge beginnen am Freitag, dem 19. Mai um 9 Uhr, mit dem Thema "Sensomotorische Koordination"; am Freitagnachmittag steht die "Neurale Kontrolle von Augenbewegungen und die Auge-Hand-Koordination" im Mittelpunkt. Am Samstag, dem 20. Mai, geht es ab 9 Uhr zunächst um die motorische Aufmerksamkeit, am Nachmittag um die Apraxie. Professor Dr. Ferdinand Binkofski, einer der Organisatoren der Tagung, beschließt das Symposium gegen 18.30 Uhr mit einer kritischen Zusammenfassung. Alle Vorträge sind in englischer Sprache. Bei Interesse melden Sie sich bitte an bei Professor Dr. F. Binkofski, Klinik für Neurologie, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck, unter Telefon 0451/500-2499 oder via E-Mail: ferdinand.binkofski@neuro.uni-luebeck.de.

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Weitere Auskünfte und Kontakt
Universität zu Lübeck
Klinik für Neurologie
Prof. Dr. Ferdinand Binkofski
Telefon: 0451 500 - 2499
E-Mail: ferdinand.binkofski@neuro.uni-luebeck.de

Tagungsort:
media docks
Willy-Brandt-Allee 31a, 23554 Lübeck
Beginn: 19. Mai, 9 Uhr

Kontakt
VolkswagenStiftung
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Dr. Christian Jung
Telefon: 0511 8381 - 380
E-Mail: jung@volkswagenstiftung.de
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Der Text der Presseinformation steht im Internet zur Verfügung unter http://www.volkswagenstiftung.de/service/presse.html?datum=20060509
Weitere Informationen: http://www.experimentalpsychologie.de/veranstaltungen.htm - Programm
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