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Neues Forum für europäische Wissenschaftskultur

12.05.2006 - (idw) Friedrich-Schiller-Universität Jena

Wissenschaftshistoriker der Universität Jena geben viersprachiges Jahrbuch heraus Jena (12.05.06) Niemals zuvor war die Bedeutung der Wissenschaft, insbesondere der Naturwissenschaften, größer, niemals zuvor die Geschwindigkeit der wissenschaftlich-technischen Entwicklungen höher. So sind wissenschaftliche Erkenntnisse und neue Technologien in unserer Gesellschaft in immer stärkerem Maße auch im Alltag präsent. Von der Computer- und Telekommunikationstechnik bis hin zu neuen Diagnose- und Behandlungsmethoden in der Medizin.

"Dabei hat die Wissenschaft in den vergangenen zwei Jahrhunderten einen Anspruch auf Allgemeingültigkeit entwickelt, der heute kaum mehr in Zweifel gezogen wird", sagt Prof. Dr. Dr. Olaf Breidbach, Leiter des Instituts für Geschichte der Medizin, Naturwissenschaft und Technik (Ernst-Haeckel-Haus) der Universität Jena. "Naturwissenschaftliche Erkenntnisse gelten heute als objektiv, unabhängig vom kulturellen Hintergrund der Forscher", so der Wissenschaftshistoriker.

Dennoch zeigen beispielsweise die Debatten um mögliche negative Folgen von Gentechnik oder Stammzellforschung, wie eng nach wie vor die Einstellung der Menschen zur modernen Wissenschaft durch ethische, religiöse und kulturelle Traditionen geprägt ist. Umgekehrt haben wissenschaftliche Entwicklungen seit Ende des 19. Jahrhunderts auf die heutigen europäischen Gesellschaften und ihre Identität Einfluss genommen.

Diesen Zusammenhängen widmet sich das neue "Jahrbuch für Europäische Wissenschaftskultur", das Prof. Breidbach gemeinsam mit Prof. Dr. Stefano Poggi, derzeit Gastwissenschaftler am Ernst-Haeckel-Haus, herausgibt.
Breidbach formuliert den Anspruch der neuen Publikation so: "Wir wollen wissenschaftliche Entwicklungen nicht einfach positivistisch aneinander reihen, sondern sie in ihrer Verzahnung mit politischen und kulturellen Entwicklungen darstellen". Denn schließlich leben und arbeiten Wissenschaftler in einem bestimmten politischen und ökonomischen Umfeld. Und das unterscheidet sich innerhalb Europas beträchtlich, in der Vergangenheit ebenso wie auch heute. Diese nationalen Unterschiede innerhalb der europäischen Wissenschaftskultur zu veranschaulichen, ist ein weiteres Ziel des Jahrbuchs. "Und da die kulturelle Vielfalt in Europa vor allem auch sprachliche Vielfalt bedeutet, erscheint das Jahrbuch viersprachig: neben Deutsch auch in Englisch, Französisch und Italienisch", erläutert Breidbach. Der erste Band zum Schwerpunkt "Rezeptionsidentitäten" enthält neben Beiträgen deutscher auch Arbeiten tschechischer, finnischer und italienischer Wissenschaftler.

Bibliographische Angaben:
Olaf Breidbach/Stefano Poggi (Hg.): "Jahrbuch für Europäische Wissenschaftskultur / Yearbook for European Culture of Science"; Stuttgart: Franz-Steiner-Verlag, ISSN 1860-7837, Preis: 46 Euro.

Kontakt:
Prof. Dr. Dr. Olaf Breidbach
Institut für Geschichte der Medizin, Naturwissenschaft und Technik der Universität Jena
Berggasse 7, 07745 Jena
Tel.: 03641 / 949500
Fax: 03641 / 949502
E-Mail: olaf.breidbach[at]uni-jena.de

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