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"Ernst Jung-Preis für Medizin 2006" für Markus Neurath

12.05.2006 - (idw) Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Hohe Auszeichnung für Mainzer Mediziner

(Mainz, Hamburg 12. Mai 2006) Heute verleiht die Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung in Hamburg den mit 250.000 Euro dotierten "Ernst Jung-Preis für Medizin 2006". Einer der Preisträger ist Prof. Markus F. Neurath von der I. Medizinischen Klinik und Poliklinik des Mainzer Universitätsklinikums. Er teilt sich den Preis mit Prof. Reinhard Jahn aus Göttingen. Markus Neurath wird für seine Arbeiten auf dem Gebiet der "Immunreaktionen der Darmschleimhaut" ausgezeichnet. "Professor Neurath zählt zu den herausragenden Wissenschaftlern auf dem Gebiet der Immunreaktionen der Darmschleimhaut. Es gelingt ihm insbesondere grundlagenorientierte und krankheitsorientierte Forschung so durchzuführen, dass dabei Ergebnisse resultieren, die den klinischen Alltag und die Behandlung von Patienten beeinflussen", so die Begründung der Stiftung für die Auswahl der diesjährigen Preisträger.

Die Immunvorgänge in der Schleimhaut (Mukosa), mit denen sich der Mainzer Preisträger auseinander gesetzt hat, spielen insbesondere bei speziellen Erkrankungen des Darms, den Chronisch Entzündlichen Darmerkrankungen (CED) und bei Darmkrebs eine Rolle. So haben Patienten mit Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn, beide gehören zu den CED, ein hohes Risiko, an Darmkrebs zu erkranken. CED sind durch schubartig verlaufende zerstörerische Entzündungsreaktionen der Darmschleimhaut gekennzeichnet. Risikofaktoren für eine Krebserkrankung sind hierbei vor allem die schwere Erkrankung selbst und die Häufigkeit der Entzündungsschübe im Darm. Die Entzündung ist damit sozusagen der "Schrittmacher" des Darmkrebses.

Prof. Neurath hat insbesondere die Rolle verschiedener Botenstoffe in der Darmschleimhaut und ihre Bedeutung für die Entstehung der CED untersucht. Gerät das Gleichgewicht der Botenstoffe außer Kontrolle, kann es zu einer Erkrankung kommen. Prof. Neurath konnte nun zeigen, wie sich das Gleichgewicht der verschiedenen Botenstoffe beeinflussen und - beispielsweise durch Antikörper - wieder herstellen lässt. Derartige Ansätze werden teilweise bereits in klinischen Studien getestet. "Für solche Untersuchungen werden wir auch das Preisgeld von 125.000 Euro einsetzen", erklärt der Preisträger. "Das ist eine sehr wertvolle Unterstützung für unsere Arbeit."

1967 gründete der Kaufmann, Reeder und Mäzen Ernst Jung die Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung, die seit 1975 ausschließlich der Humanmedizin gewidmet ist. Der jährlich verliehene Ernst Jung-Preis für Medizin in Höhe von 250.000 Euro gehört zu den höchst dotierten Medizinpreisen in Europa. Mit ihm werden bahnbrechende medizinische Forschungen ausgezeichnet und weiter gefördert. Er wurde erstmals am 18. Mai 1976 verliehen. (www.jung-stiftung.de)

Auf Wunsch senden wir Ihnen gerne ein Bild des Preisträgers zu!

Weitere Informationen:
Dr. Renée Dillinger, Pressestelle
Tel. 06131 / 17-7424, Fax 06131 / 17-3496, E-Mail: presse@vorstand.klinik.uni-mainz.de

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