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Aus den Regionen kommt Neues! Gesundheitswirtschaft als Schwerpunkt der Wirtschaftsförderung

12.05.2006 - (idw) Institut Arbeit und Technik

IAT untersuchte aktuelle Initiativen in den Bundesländern Immer mehr Regionen in Deutschland entdecken die Gesundheitswirtschaft als neuen Schwerpunkt ihrer Wirtschaftsförderung. Gesundheit treibt Innovationen und Beschäftigungswachstum voran, ein Großteil der Innovationen in High-Tech-Branchen - etwa in der Molekularbiologie, bei der Nanotechnologie oder den Neurowissenschaften - zielen auf Anwendungen für die Gesunderhaltung und Heilung, im Dienstleistungssektor bringen "medical wellness" oder "home care" neue Arbeitsplätze.

"Die wirtschaftliche Bedeutung der Gesundheitswirtschaft wird weiter steigen: Das Altern der Gesellschaft, der medizinisch-technische Fortschritt und die wachsende Bereitschaft, für Gesundheit mehr (und auch privates) Geld auszugeben, lassen den Bedarf nach Angeboten zur Gesunderhaltung, Heilung und Pflege größer werden", so der Gesundheitswirtschafts-Experte PD Dr. Josef Hilbert vom Institut Arbeit und Technik (IAT/Gelsenkirchen). Heute arbeiten 4,5 Millionen Menschen für die Gesundheit; Szenarien für die Zukunft rechnen damit, dass in den nächsten 15 - 20 Jahren bis zu 800.000 weitere Jobs entstehen können.

Um sich als Gesundheitsregionen zu profilieren und so vom Bedeutungsgewinn des Wirtschaftsfaktors Gesundheit zu profitieren beginnen verschiedene Bundesländer und Regionen, ihre einschlägigen Forschungs-, Entwicklungs-, Produktions- und Dienstleistungsangebote auszubauen. Gewinner könnten dann nicht nur die Unternehmen und Einrichtungen "vor Ort" werden, sondern es soll auch positive Rückwirkungen für die Lebensqualität der Menschen geben.

Die neue Symbiose von Wirtschaft und Gesundheit spielte zunächst in Erlangen-Nürnberg und in Ostwestfalen-Lippe (OWL) eine prominente Rolle. Mittlerweile ist Gesundheitswirtschaft aber auch von einigen Bundesländern und großen Städten aufgegriffen worden. Zu nennen sind hier v.a. Bayern, Baden-Württemberg, Berlin, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen (mit OWL und dem Ruhrgebiet) sowie Schleswig-Holstein.

Die Arbeiten für die Gesundheitswirtschaft laufen in den Regionen sehr unterschiedlich. Gleichwohl lässt sich ein idealtypischer Ablauf ausmachen. In aller Regel gilt das Interesse am Anfang den technischen Disziplinen, also etwa der Biomedizin, der Telemedizin, der Nanotechnologie oder der Medizintechnik. Bei genauer Analyse der Prognosen wird dann oft erkannt, dass auch die Modernisierung von Krankenhäusern, Reha-Kliniken und vor allem verbesserte Angebote für die gesundheitsbezogene Unterstützung Älterer gute Zukunftsaussichten bieten.

Wenngleich Gesundheitswirtschaft in den letzten Jahren immer stärker ganzheitlich betrachtet wird, lassen sich Schwerpunkte erkennen, stellt Hilbert fest. In Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein, in OWL und in Teilen Bayerns wird viel Wert auf eine zukunftsfähige Rehabilitation, auf Medical-Wellness und auf Gesundheitstourismus gelegt. In Regionen mit medizinischen Hochschulen spielen die Lebenswissenschaften und die Spitzenmedizin eine große Rolle. Das Ruhrgebiet - eine der demographisch ältesten Regionen der Welt - strengt sich zusätzlich noch stark an, mehr für die gesundheitliche Lebensqualität im Alter zu tun. Wirtschaftlich wichtig ist, dass es nicht nur gelingt, wegweisende Lösungen zu realisieren, sondern diese auch schnell in die Breite zu bringen.

Die Trägerschaft der Initiativen für Gesundheitswirtschaft stellt sich von Region zu Region anders dar. In Bayern, Berlin und OWL etwa stehen Vereine im Mittelpunkt, die von der Branche selbst getragen werden. Sind diese etabliert, kommt es bald zu themenspezifischer Zusammenarbeit mit den Landesregierungen. In anderen Bundesländern - etwa Bremen oder Baden-Württemberg - gibt es solche von der Wirtschaft getragenen Einrichtungen (noch) nicht; hier geht das Engagement eher von der Politik aus. Eine Mittelposition nimmt das Ruhrgebiet ein. Dort spielen wissenschaftliche Einrichtungen sowie Wirtschaftsförderungen aus mehreren Städten eine wichtige Rolle, können dabei aber auf die Unterstützung des Landes zurückgreifen.

Der Hauptstadtkongress 2006 Medizin und Gesundheit vom 17. bis 19. Mai in Berlin bietet Gesundheitsregionen eine Chance, sich überregional zu präsentieren. "Darüber hinaus wird es zum Erfahrungsaustausch zwischen den Regionen kommen. Gut wäre, wenn eine Verständigung darüber erzielt werden könnte, auf welchen Gebieten Zusammenarbeit sinnvoll sein könnte. Eine Frage ist etwa, ob es Sinn macht, als "med. in Germany" im Ausland gemeinsam aufzutreten", schlägt Hilbert vor.


Für weitere Fragen steht
Ihnen zur Verfügung:
PD Dr. Josef Hilbert
Durchwahl: 0209/1707-120
E-Mail: hilbert@iatge.de

Pressereferentin
Claudia Braczko
Munscheidstraße 14
45886 Gelsenkirchen
Tel.: +49-209/1707-176
Fax: +49-209/1707-110
E-Mail: braczko@iatge.de
info@iatge.de
WWW: http://www.iatge.de
Weitere Informationen: http://www.iatge.de
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