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Attempto-Preise 2006 zeichnen Schizophrenie- und Wahrnehmungsforschung aus

16.05.2006 - (idw) Eberhard Karls Universität Tübingen

Die Attempto-Preise 2006 gehen an die Wissenschaftler Axel Lindner und Andrew Welchman. Die mit jeweils 7.500 Euro datierten Preise werden am heutigen 16. Mai, im Rahmen der Mitgliederversammlung der Vereinigung der Freunde der Universität Tübingen e.V. (Unibund) um 15 Uhr im Großen Senatssaal in der Neuen Aula übergeben. Mit der Auszeichnung wird die innovative Leistung der beiden Forscher im Bereich der Neurologie gewürdigt. Seit 1983 wird der Preis von der Attempto-Stiftung für wichtige Fortschritte auf den Gebieten der Neurobiologie verliehen. Die Stiftung wurde vom Reutlinger Ehepaar Maria-Dorothea und Konrad Ernst ins Leben gerufen.

Axel Lindner ist 1972 in Waiblingen geboren. Er forscht als Postdoktorand am California Institute of Technology in Pasadena, USA. Seine Studie "Disorders of Agency in Schizophrenia Correlate with an Inability to Compensate for the Sensory Consequences of Actions" ist Teil seiner Doktorarbeit an der Fakultät für Biologie an der Universität Tübingen. Sie wurde in Kooperation von Hertie-Institut für klinische Hirnforschung und Psychiatrischer Universitätsklinik durchgeführt. Menschen mit Schizophrenie leiden oft unter "Ich-Störungen". Dabei versagt das Gehirn eine Abgrenzung des Ichs von seiner Umwelt, der Betroffene vermutet äußere Quellen als Ursache eigener Handlungen. Lindner und seine Mitarbeiter liefern Methoden zur Entschlüsselung der Ursachen und Diagnose dieser Symptomatik und zeigen zugleich, wie das gesunde Gehirn eine Abgrenzung des Ichs von seiner Umwelt vollzieht.

Andrew Welchman ist 1975 in London geboren. Er forscht gegenwärtig an der School of Psychology an der Universität Birmingham. Welchman untersucht die Fähigkeit des Gehirns, verschiedene visuelle Informationen zu nutzen, um Gegenstände, die sich in der unmittelbaren Umgebung befinden, dreidimensional wahrzunehmen. In seiner Studie untersuchte er die Verknüpfung des Reizes der binokularen Disparität, also der zwei leicht abweichenden Abbildungen der Umwelt durch die Augen, mit der linearen Perspektive, durch die die Wahrnehmung räumlicher Tiefe ermöglicht wird. Dabei beschäftigte sich Welchman mit der Frage, welchen neuronalen Prozessen die Verarbeitung dieser Informationen unterliegt. Die Studie unterstützt die Hypothese, dass es einen Schaltkreis im Gehirn gibt, der die Fülle an visuellen Informationen integriert.

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